China-Markenboom vorbei?

  • @ roschc:


    Das dachte ich erst auch, als ich diese Marke und ihren Zustand sah, aber der erste Link ist aus dem Jahre 2010 (nicht vom 1. April!) und die anderen Links sehen auch nicht so sehr unseriös aus, wie wenn die Sammler damit verulkt werden sollten. Wenn das wirklich ein Scherz gewesen sein sollte, hätte sich das wohl bis heute schon längst aufgeklärt. Hast Du eine Quellenangabe, daß diese Nachrichten alle falsch waren?


    Gruß kartenhai

  • Im Thread "Internet-Geschichten" habe ich heute einen Link gezeigt, der auch Unterlinks zum Sammelgebiet China beinhaltet. Dort hat man auch eine Übersicht über die meistbeachteten Ebay-Angebote mit besonderen chinesischen Marken:



    Gruß kartenhai

  • Ich kann mich nur Zackenzähler anschliessen. Für mich sieht das auch nach erster Marke mit Flureszens aus, und das 1847? Lol. Da stimmt nach meiner Meinung vieles nicht, Schrift, Hintergrund, wahrscheinlich Flureszens. Nur weil 1847 drauf steht (auch das ist ein großes Fragezeichen, welche alte Marke (Klassik) hat eine Jahresangabe) muss die Marke noch lange nicht von 1847 sein. Wo gibt es dazu Dokumentation, was wurde damit befördert, immerhin 10 Hongkong?-dollar. Für mich gehört das ins Reich der Urban-Legends.

  • Mein Bauch sagt auch "Hoax"...

    Tibet, Nepal-Klassische Ausgaben, Irak-Eisenbahnmarken 1928-1942, Irak-Zwangszuschlagsmarken Hochwasser 1967, Overland Mail Baghdad-Haifa, SCADTA-Provisorische Einschreibmarken der Ausgabe 1921 & 1923, Kolumbien- Halbamtliche Ausgaben

  • Bei Wikipedia findet man die folgende Seite, wenn man auf einen der vorgeschlagenen Links klickt, kommt nichts Vernünftiges dabei raus. Anscheinend gab es mal einen Artikel über diese "Marke" hier, und er wurde wieder gestrichen, weil es sich vielleicht doch um einen Scherz gehandelt hat. Verstehe dabei immer noch nicht, daß so viele Artikel darüber zu finden sind ohne Hinweis darüber, daß es sich um Falschmeldungen handelt bzw. das Ganze nur ein dummer Scherz war, von wem auch immer.



    Auch über den angeblichen Londoner Sammler und Entdecker dieser "Rarität", Dr. Philip Presley, findet man nichts im Netz. Früher hätte man Sherlock Holmes auf diese Geschichte angesetzt, um die Wahrheit herauszufinden. :D


    Gruß kartenhai

  • Von der China Philatelic Society of London erhielt ich folgene eMail über die angebliche Goldhändlermarke von China/Japan:


    I have not heard of this item, and I think it is a hoax, which people who should know better have taken seriously. A stamp sold at that price would have been reported in Gibbons Stamp Monthly or the Philatelic Exporter. It would also have been sold in Hong Kong, where big Asian philatelic auctions are held. With best wishes, David Sibley


    Da wundert es einen doch, daß die ganzen Beiträge in den gezeigten Links nicht gelöscht wurden, wenn es sich bei der Sache um einen Scherz handelt. Man darf also nicht alles glauben, was im Internet steht und auf den ersten Blick eigentlich seriös erscheint. :jaok:


    Gruß kartenhai

  • Zitat

    Original von roschc
    "Privater" Anbieter mit 6886 Bewertungen ... alles klar!


    Ob die Marken überhaupt echt sind... das Angebot kann alles darstellen, aber sicher keinen "Preisindikator"


    Insbesondere wenn man sieht was der Anbieter sonst so im Angebot hat!

    Tibet, Nepal-Klassische Ausgaben, Irak-Eisenbahnmarken 1928-1942, Irak-Zwangszuschlagsmarken Hochwasser 1967, Overland Mail Baghdad-Haifa, SCADTA-Provisorische Einschreibmarken der Ausgabe 1921 & 1923, Kolumbien- Halbamtliche Ausgaben

  • Vom verwendeten Font und Layout her ist das ganz klar: 1784!


    Daher ist es eine RR-Abart!!!


    Und die weltälteste Marke!!!!


    Und: schon gezähnt!!!!!


    RRRRRRrrrrr


    Auf der Marke: nicht mal ein chinesisches Zeichen...
    ...die man in beiden Ländern bis heute verwendet.


    Moderner serifenloser Lateinschriftfont...in englisch....


    -->>Zeitreisende. Ganz klar.


    Oder: ein Spaßvogel hat von einem Scan einer Marke mit Linienzähnung die Mitte per Photoshop überlagert und dann mit einem serifenlosen Font Text darübergetippt.


    Und weil 1847 und Chinajapan draufsteht, muß es ja auch drinsein:


    "Es ist ganz voll glaubwürdig weil steht ja Internet."

  • Da hat sich ein besonders "schlauer" Sammler wieder mal reichgerechnet, weil er nicht dazu in der Lage war, eine bestimmte Briefmarke von China im Katalog zu finden. Somit ist diese Briefmarke eine "fehlgedruckte" mit "Seltenheitswert".


    Originaltext der Beschreibung bei Ebay:


    Hallo, verkaufe hier eine geerbte Briefmarke, durch Recherche habe ich keinerlei ähnliche Briefmarke gefunden. Daher kann man davon ausgehen das dies eine Fehlgedruckte Briefmarke ist, die einen Seltenheits-Wert hat.


    Da ein Fehldruck natürlich sehr selten ist, hat er sich auch gleich einen dazu passenden Betrag ausgedacht zum Schnäppchen-Preis von nur 150.000,- EUR, auch Preisvorschläge werden angenommen. :O_O::O_O::O_O:



    Habe auch mal recherchiert und fand dazu die Michel-Nr. 462 A in dunkelblau von 1943, die ist allerdings nur mit 1,- EUR katalogisiert (Michel 2011/12). Kann das jemand bestätigen?


    Mein Ergebnis habe ich dem Verkäufer mal mitgeteilt. Er wird sicher nicht besonders begeistert sein davon ?( Mal sehen, ob die Marke jetzt etwas billiger wird. :D


    Gruß kartenhai

  • Der selbe Verkäufer von vorhin hat noch eine Seltenheit im Angebot, diesmal kostet sie "nur" 125.000,- EUR! :O_O::O_O::O_O:


    Sie sei "extrem selten" und sogar "unbenutzt". Wer hätte das gedacht!


    Ich habe mir diesmal nicht die Mühe gemacht, die Marke zu finden, vermute aber stark, daß es sich dabei auch wieder um Massenware handelt. Vielleicht findet sie ja ein anderes Forums-Mitglied? Vielleicht ist es die Mi.-Nr. 602 in graubraun von 1945? (40 Cents Katalog-Wert)


    Beschreibungstext:


    Hallo, verkaufe hier eine geerbte Briefmarke. Durch Recherchen habe ich die extreme Seltenheit der Marke entdeckt. Sammler werden sich bestimmt über das gute Angebot freuen. Ich wünsche viel Spaß :) Da Privatkauf keine Haftung.



    Spaßige Verkäufer gibt es doch bei Ebay! :jaok:


    Gruß kartenhai

  • Auf meine Verkäufer-Anfrage zur ersten China-Marke (4 Dollar) mit Hinweis auf die Michel-Nr. 462 A erhielt ich folgende Antwort:


    Hallo, danke für die Nachricht, zu Ihrem Text möchte ich folgendes hinzufügen; wer lesen kann ist klar im Vorteil. Ich habe geschrieben das ich nach der marke gesucht habe und diese und viele viele andere geerbt habe. Ich bin an dieser geblieben da bei Ihnen bestimmt die Marken 1/2, 2, 5, 10, 25, usw aufzufinden sind aber nicht mit den Wert von 4. falls sie dazu mehr Informationen haben können Sie mir das gerne mitteilen, ich bin lernfähig. Außerdem befinden wir uns hier bei EBay, keiner zwingt sie zum Kauf. Vielen Dank


    Gruß kartenhai

  • Zitat


    Habe auch mal recherchiert und fand dazu die Michel-Nr. 462 A in dunkelblau von 1943, die ist allerdings nur mit 1,- EUR katalogisiert (Michel 2011/12). Kann das jemand bestätigen?


    Mein Ergebnis habe ich dem Verkäufer mal mitgeteilt. Er wird sicher nicht besonders begeistert sein davon ?( Mal sehen, ob die Marke jetzt etwas billiger wird. :D


    Gruß kartenhai


    Bei StampWorld wird die Marke im Jahr 1942 gelistet. Der Katalogpreis bleibt allerdings der gleiche. ;-)



    Ich glaube, ich werd dem Anbieter auch mal schreiben... :-D

  • Zitat


    Ich habe mir diesmal nicht die Mühe gemacht, die Marke zu finden, vermute aber stark, daß es sich dabei auch wieder um Massenware handelt. Vielleicht findet sie ja ein anderes Forums-Mitglied? Vielleicht ist es die Mi.-Nr. 602 in graubraun von 1945? (40 Cents Katalog-Wert)




    In meinem, gaaaanz alten Stanley Gibbons von 1979 firmiert die Marke unter der Nr. 703, das Ganze im Jahr 1943. Katalogwert waren damals das Katalog-Minimum von 5 Pence "which represents a handling charge rather than a basis for valuing common stamps".