China-Markenboom vorbei?

  • Nicht sehr attraktiv sieht dieser gestempelte Viererblock des Roten Affen aus. Ein schöner Stempel in der Mitte des Viererblockes spricht einen Sammler mehr an als zwei verschmierte Randstempel. Auch scheinen die Marken an der Perforation etwas geknickt aus, zumindest senkrecht, wie man es an der Rückseite besser sehen kann :jaok:


    Ob der angestrebte Sofortkauf-Preis von immerhin 5.900,- EUR je erreicht werden wird, möchte ich bezweifeln, bei einem postfrischen Viererblock ist das eher vorstellbar, da größere Einheiten einer seltenen Marke auch mal einen Sonder-Zuschlag bringen.


    Der Katalogpreis für einen gestempelten Roten Affen beträgt nur 400,- EUR lt. Michel-China 2011/12.



    Gruß kartenhai

  • Ein ganzer erhalten gebliebener Kleinbogen aus der Liberated Area mit 20 Marken, aus dem Yili-Tacheng-Altay-Gebiet, wird hier für 1.400,- EUR oder Preisvorschlag angeboten. Wer der Herr auf den Briefmarken ist, wird nicht verraten, sieht irgendwie aus wie ein Radio- oder Fernseh-Moderator ?(:D



    Auf der folgenden Seite der Forge China trifft man diese Marke wieder:



    Nach einigem Blättern findet man diese Marke doch noch, unter Nordwestchina, Michel-Nr. 24 von 1949 aus dem Satz 24-27 Freimarken, Ausgabe für Sinkiang, Ausgabe des Postamtes Eining (Jli-Tal), der Herr entpuppt sich als Student, Preis der Marke (Katalog 2011/12) = 12,- EUR, der komplette Satz ist mit 400,- EUR notiert, also der billigste Wert des Satzes. Muß wohl als KB sehr selten sein? Die anderen Marken stellen dar: Soldaten, Radfahrer und Arbeiter.


    Gruß kartenhai

  • Hallo kartenhai,


    momentan ist die Marke mit 15,- € bewertet.
    20 x 15,-€ sind 300,- €.
    Klar, daß ein kompletter Bogen mehr bringt, wie die Summe der Einzelmarken.
    Aber: 1400 Euronen würde ich für so ein Stück (anlagetechnisch gesehen) garantiert nicht bezahlen wollen!


    MVG Z

  • Zitat

    Original von roschc
    Dem Verkäufer wäre sicher besser geraten, so etwas in eine Auktion einzuliefern anstatt bei eBay anzubieten.


    In einer Auktion vom Juni 2016 wurde ein solcher Bogen für ca. 2.500.- EUR verkauft.


    http://db.kelleherauctions.com/asia/lot_auc.php?site=1&sale=20&lot=606&lang=1


    Dann sollte man ja bei ebay zuschlagen und kurzfristig 1000 Euro verdienen...

    Tibet, Nepal-Klassische Ausgaben, Irak-Eisenbahnmarken 1928-1942, Irak-Zwangszuschlagsmarken Hochwasser 1967, Overland Mail Baghdad-Haifa, SCADTA-Provisorische Einschreibmarken der Ausgabe 1921 & 1923, Kolumbien- Halbamtliche Ausgaben

  • Auch China hat eine Art "Inverted Jenny" bei seinen Briefmarken zu bieten. Bei Ebay gerade angeboten für 398,- engl. Pfund = ca. 474,- EUR. Diese "Abart" ist im Michel nicht erwähnt (Michel-Nr. der Normalmarke ist die 177 von 1921.



    War "Graf W." ein ehemaliger China-Prüfer oder ist das ein Besitzer- oder Händler-Stempel?


    Gruß kartenhai

  • Hallo kartenhai!


    Der Fälscher hätte es lieber mit einem quadratischen Motiv in der Mitte versuchen sollen. Da das Motiv in der Mitte nicht zufällig diese Form hatte, sollte bei einem Inverted die braune Farbe des Motivs auf den Rahmen kommen müssen.


    Grüße,
    robertoli


    P.S.: Ist schon eine Inverted Blaue Mauritius bekannt? Wenn nicht bastele ich gleich an einer Weltsensation :D

  • Habe mir jetzt erst die Beschreibung zu dieser "Marke" genauer angesehen, da müßte eigentlich das Wort "Fälschung" ganz oben stehen! Der Verkäufer schreibt unter anderem:


    "These stamps are all Artistamps." Also eine Art von "Künstlermarken", die hier für teures Geld verscherbelt werden sollen. Für mich sind das plumpe Fälschungen, die bei Ebay nichts zu suchen haben, die Verkäufer müßte man sofort sperren. Anscheinend verkauft er noch mehr von diesem selbstproduzierten Schrott. Ebay sollte sich schämen, solchen Betrügern eine Verkaufsplattform zu bieten. Aber die Profitgier nach Provisionen macht Ebay blind dafür.


    Der kroatische Verkäufer beschreibt sich selbst hochtrabend als: "I am a philatelist with Cambridge diploma in graphic design."


    Auch "Raritäten" vom Deutschen Reich werden hier verkauft lt. nachfolgendem Link, auch weitere kopfstehende Phantasie-Produkte von China sind auch noch mit dabei:



    Das neue Wort "Artistamps" ist wohl die englische neueste Umschreibung für Schrottmarken und Fälschungen!


    Gruß kartenhai

  • Hier ist eine alte Ansichtskarte aus Batavia (früher die Hauptstadt von Niederländisch-Indien) von 1929 angeboten, aufgegeben in China in der Großstadt Qinhuangdao über Shanghai nach Hamburg. In Shanghai stellte man fest, daß die ursprüngliche Briefmarke abgefallen war, das linke Viertel der Karte war abgerissen oder hing nur noch lose zusammen.


    Mit einer interessanten, riesengroßen Siegelmarke wurde die defekte Karte wieder zusammengeklebt und mit einem Stempel "Received broken: repacked...Exchange Office" versehen.



    Die Ansichtskarte ist auch noch an einer Ecke schwer beschädigt und für einen Kartensammler wohl nicht mehr so interessant. Da ist die Marke mit dem Stempel und der Beförderungsgeschichte wohl interessanter. Mal sehen, ob jemand bereit dazu ist, fast 250,- EUR dafür zu bezahlen?


    Der Text oben ist leider durch die Siegelmarke zugeklebt, die Abbildung zeigt wohl das damalige Zentrum namens Weltevreden (niederländisch für Wohlzufrieden), ein Villenviertel.


    Die offizielle Siegelmarke von China habe ich hier gefunden:



    Sie wird in Verbindung mit der Mandschurei gezeigt, es gibt auch Aufdrucke auf diesen Marken für die Mandschurei und auch Fälschungen, das zeigt, daß ein Original doch selten sein muß, sonst würden sich die Fälscher nicht die Mühe machen.


    Gruß kartenhai

  • Wider Erwarten wurde die Ansichtskarte mit der großen Siegelmarke für den geforderten Preis von 249,- EUR verkauft. Ein einziger Interessent wollte das gute Stück unbedingt haben, er gab gleich 2 Gebote dafür ab, das letzte 5 Sekunden vor Auktionsschluß, ein Zeichen dafür, daß er noch mit weiteren Geboten rechnete und auch mehr dafür bezahlt hätte.



    Gruß kartenhai

  • Dieser chinesische Rotbandbrief mit einer Mehrfachfrankatur von 3 x 1-Cent-Marken mit jeweils Überdruck 2 Cents um 1890, gestempelt mit dem Vermerk "Customs = Zoll", steht nach 19 Geboten schon auf 1.410,- EUR, läuft noch knapp 2 Tage und wird sich wohl wieder mal zu einer Rarität entwickeln bis zum Schluß. :O_O:


    In der Beschreibung des Verkäufers finden sich keinerlei Einzelheiten über diesen Brief, die Abbildungen sprechen für die meist chinesischen Insider-Käufer wohl für sich, da bedarf es keiner genauen Beschreibung. Das Ziel des Briefes ist für mich nicht ersichtlich, befindet sich aber wohl im Inland.



    Gruß kartenhai

  • Der Rotbandbrief erzielte wieder einmal, wie bei manchen alten China-Briefen seit langem so üblich, einen sensationellen Preis in Höhe von 11.161,- EUR bei 53 Geboten. :O_O::O_O::O_O:



    2 Bieter rissen sich am Schluss um diesen Brief, das letzte Gebot fiel nur 3 Sekunden vor Schluß. Das "Altpapier" wurde mit 1,- EUR Startpreis angeboten, wobei das erste Gebot schon mal 200,- EUR betrug. Der gewerbliche Verkäufer, ein Antikladen in Coburg, muß wohl nicht mehr im Lotto spielen, wenn er noch mehr solcher Raritäten anbietet. :jaok:


    Vor vielen Jahren konnte man solche Belege vielleicht mit viel Glück noch in einer Wühlkiste beim Tauschtag finden, heute sicher nicht mehr, die fischen die Verkäufer vorher schon selbst heraus, alles mit alten China-Marken geht bei Ebay weg, natürlich nicht immer zu solch utopischen Preisen.


    Gruß kartenhai

  • Das ist eine superseltene Verwendung zum Hinterlegen einer Karte.
    Noch dazu "outbound".
    Der Preis erscheint da gerechtfertigt und eher günstig.


    Weil: so etwas hat keiner.


    Im Inlandsverkehr hat man defekte Karten mit Blankopapier (dünnes einheimisches Papier, bei uns als "Japanpapier" bekannt) hinterlegt und kleinformatige Anbindestempel verwendet. Die Kartentexte sollten ja noch lesbar sein. Bei obiger AK war das nicht erforderlich.

  • Dieser Brief ging nach Inchon in Korea. An einen Herrn Wang (vgl. Absenderstempel, womöglich Verwandschaft) bei Fa. Meyer&Co.


    Es ist anscheinend der einzige bekannte Brief mit "red revenues" nach Korea.
    Angesichts der Beliebtheit dieser Serie also kein "Wunderpreis".


    Aber viel Erfolg beim Tauschtagkistenwühlen - da sind "bestimmt" noch mehr...


    Prognose: man wird ihn bald wiedersehen, mit fettem Aufschlag.
    Der dann erzielte Preis wird ebenfalls Kopfwackeln auslösen.


    Jedoch: haben, oder nicht haben.


    Soll es bei Altdeutschland oder Kolonien ja auch geben....

  • Dieser auf den ersten Blick etwas unscheinbare Brief von Peking-Moukden nach Bone in Algerien über Sinanfu aus dem Jahre 1918 erzielte am Ende 750,- EUR. :O_O:


    An den Marken alleine wird es wohl nicht gelegen haben, das ist Massenware, egal ob Londoner oder Pekinger Druck (Michel-Nr. 151 I oder II). Eher an den Stempeln oder an der Bahnpost-Verwendung oder am Ziel Algerien oder der Mehrfach-Frankatur?


    Gruß kartenhai

  • Zitat

    Original von kartenhai
    Dieser auf den ersten Blick etwas unscheinbare Brief von Peking-Moukden nach Bone in Algerien über Sinanfu aus dem Jahre 1918 erzielte am Ende 750,- EUR. :O_O:


    An den Marken alleine wird es wohl nicht gelegen haben, das ist Massenware, egal ob Londoner oder Pekinger Druck (Michel-Nr. 151 I oder II). Eher an den Stempeln oder an der Bahnpost-Verwendung oder am Ziel Algerien oder der Mehrfach-Frankatur?


    Gruß kartenhai


    Der Brief kommt aus der abgelegenen Provinz Kansu und lief via Hsining und Lanchow und erst anschließend über Bahnpost Peking-Moukden.


    Der nächste Bf mit dieser Stempel und Abgang-/Ankunftkombination wird bestimmt erschwinglicher ;)

  • Bei Ebay gerade eingestellt sind 3.670 Marken aus den Jahren 1949-54, auf den ersten Blick Massenware in mehrfacher Ausfertigung. Wundern muß man sich über den Sofort-Kauf-Preis von 3.300,- EUR. Auch wenn man sich die 5 Bilder genau anschaut, findet man nichts, was diesen Preis rechtfertigen könnte, keinerlei seltene Blöcke oder gar Marken aus der Kultur-Revolutionszeit. Da wird es wohl nichts werden mit einem Sofortkauf. :P


    Das Angebot wird wohl noch viele Monate im Netz zu finden sein, soche Anbieter sind meist ziemlich stur und halten an ihren absurden Preisvorstellungen ewig fest.



    Gruß kartenhai

  • Einen seltsamen Beleg hat da ein Ebay-Anbieter eingestellt, angeblich eine Geld-Anweisung von Dairen in China nach Blankenburg im Harz, Startpreis 150,- EUR, aus dem Jahre 1932.


    Als erstes fallen einem auf die 3 japanischen Marken auf dem Beleg. An den vier Rändern sieht man eigenartige wohl Siegelmarken, die in der Mitte senkrecht gleich zweifach gezähnt sind. Eine ähnliche mit Doppelzähnung in der Mitte habe ich im Internet gefunden, aber ohne Beschreibung (s. unten rechts!).


    Bei Wikipedia findet man unter Dairen: Es handelt sich um eine chinesiche Hafenstadt namens Dalian in der Provinz Liaoning, Dairen ist der japanische Name für Dalian. Nach dem russisch-japanischen Krieg kam die Stadt von 1905 - 1945 unter japanische Kontrolle und erhielt den Namen Dairen. Erst 1955 kam sie wieder an China zurück.


    Ein interessanter Beleg, auch für Heimatsammler von Blankenburg, wenn auch nicht billig. Leider fehlt wieder mal der Hinweis auf Blankenburg in der Überschrift, so daß ein Heimatsammler dieser Stadt keinerlei Chance hat, diesen Beleg zu finden. Weiß jemand Näheres zu diesen Siegelmarken, insbesondere, warum diese in der Mitte doppelt gezähnt sind?



    Auf das Ergebnis dieser Auktion darf man gespannt sein, trotz des auf den ersten Blick hohen Startpreises. So ungewöhnliche Belege sind manchmal sehr gefragt und erzielen mitunter erstaunliche Ergebnisse. :jaok:


    Gruß kartenhai