China-Markenboom vorbei?

  • In den letzten Tagen habe ich bei Ebay mal wieder nach Material für meine Heimatsammlung gesucht und mir ist dabei diese Paketkarte aufgefallen. :)


    Ich wollte diese gerne in meine Sammlung aufnehmen. Ein paar Tage später viel mir dann leider auf das Tientsin dabei steht. Also kann ich mir diese interessante Paketkarte abschminken. :(


    Jetzt bin ich ja mal gespannt für wie viel die Auktion beendet wird.




    Gruß FloNumi

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    Deutsches Reich - Altdeutsche Gebiete - Elefanten - Idar-Oberstein

  • Dairen lag 1905-45 im japanischen Pachtgebiet Kwangtung. Daher Japanmarken.


    Die Händlerbeschreibung ist falsch. Es handelt sich um einen amtlichen Wertbriefumschlag, ohne eingedruckte Briefmarke, sonst gleiche Funktion wie Einschreibumschläge von GB und Kolonien. Verwendet in dieser Form mit blauem Eindruck 1904/37, dann andere Farbe(n), in Gebrauch bis heute. Die Umschläge waren 1904/45 auch für den Auslandsverkehr zugelassen, aber nicht verpflichtend.
    Verpflichtend waren sie nur im Inlandsverkehr. Nach dem Krieg durften sie nur noch im Inland verwendet werden.


    Diese Umschläge wurden gegen eine Papiergebühr am Schalter abgegeben inkl. der 6-8 violetten Siegelmarken (Inschrift "Verschlußsiegel"). Diese Verschlußsiegel sind mehrfach gezähnt, um beim unbefugten Abziehen/Ablösen zu reissen und so den Manipulationsversuch azuzeigen bzw. unmöglich zu machen. Es ist also keine "seltene Doppelzähnung", sondern Absicht. Natürlich träumen sich e-bay Rosinendenker etwas anderes zusammen.


    Der angegebene Betrag ist einfach die Wertangabe.


    Auslands-Geldanweisungen gab es auch. Da blieb das frankierte Originalformular aber im Postamt und wurde eine vorgeschriebene Frist gelagert, dann vernichtet/Frankatur für die Postkiloware ausgeschnitten. Nur ein Durchschlag/Doppel ging auf Reisen. Der Absender bekam einen 2. Durchschlag als Quittung. Später frankierte man gar nicht mehr und verwendete Gebühr-entrichtet-Eindrucke/Stempel.

  • Die "Geldanweisung" aus Dairen bzw. der Wertbriefumschlag, den uns ligneN so umfassend beschrieben hat, ging für den ausgeschriebenen Betrag von 150,- EUR an einen einzigen Bieter. Kurz vor Schluß gab er noch einmal ein zweites Gebot ab, er hätte wohl auch mehr dafür beziahlt, wenn ein Konkurrent mitgeboten hätte:



    Gruß kartenhai

  • Hallo


    kartenhai


    Ja leider konnte ich diese Karte nicht in meine Sammlung aufnehmen. Ich hoffe weiterhin etwas zu finden. Und vielleicht kommt irgendwann der Zeitpunkt und auch solch ein schönes Stück landet in meiner Sammlung.


    Gruß FloNumi

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  • Ein Einschreibe-Brief von Nanking nach Berlin vom Kriegsministerium Nanking an die Chinesische Botschaft in Berlin ging für 1.500,- EUR bei Ebay nicht weg. War wohl zuviel verlangt, die chinesischen Sammler kaufen doch nicht alles zu jedem Preis, wie man das von vielen Belegen gewohnt ist. Die Marken darauf sind wohl nichts Besonderes und gehören mehr zur Massenware. Marken aus der Kultur-Revolutions-Zeit hätten diesen überzogenen Preis wohl eher gebracht. Der Verkäufer hat das wohl jetzt eingesehen und den Preis auf 750,- EUR einfach halbiert. Aber ob das jetzt einen Käufer anlockt, da habe ich meine Zweifel.



    Gruß kartenhai

  • Diese Halbierung von Macau von 1902 wird bei Ebay für 62,50 EUR im Sofortkauf angeboten, nachdem niemand die vorher verlangten 125,- EUR bezahlen wollte. Die Marke ist auf Briefstück mit vollem Stempel, im China-Katalog findet man nur die Urmarke als Ganzes, die Michel-Nr. 111 von 1902, 6 A auf 200 R. Im Katalog sind leider keinerlei Hinweise zu lesen, daß da eine Halbierung vorkommen soll und was die eventuell wert ist.



    Allerdings ist in der Beschreibung ein Literatur-Hinweis angegeben, wo man etwas darüber erfahren soll:


    Literatur-Hinweis: Yang`s Postage Stamp & Postal Stationery Catalogue of Macau by Cheong-Too Choi. Seite 9 und 10 Nr. 17a.


    Gruß kartenhai

  • Ein versiegelter Einschreibebrief von dem berühmten schwedischen Entdecker Sven Hedin von 1938 aus Peking an seine Schwester in Stockholm wird hier bei Ebay für 746,- EUR als Sofortkauf angepriesen. Philatelistisch gesehen wohl keine Besonderheit, aber durch den bekannten Forscher wohl für manche Sammler interessant. Ob aber jemand dazu bereit ist, so viel Geld dafür auf den Tisch zu legen, ist noch zweifelhaft.



    Gruß kartenhai

  • Ein an sich schöner L-Bedarfsbrief mit besserer Frankatur und prominentem Absender/Empfänger. Könnte einen Liebhaber für 300 Euro+ finden.
    Aber: Hülle Eckfehler und senkrechter Bug.
    Die verlangten Beträge 1.5 oder die Hälfte davon sind Wunschträume.


    *


    Für den 1938er Sven Hedin Brief mit normaler Chinafrankatur dito.


    *


    Halbierungen von Macao 1900/1914 sind sehr häufig.


    Oft, vor allem aber um 1910/11 (Markenmangel) waren neben den amtlichen Halbierungen auch jede Menge privater Halbierungen zugelassen, senkrecht oder diagonal. Das wurde dann viel gespielt und die weniger gebräuchlichen Werte der Portokasse zu Raritäten verarbeitet. Man findet sie reichlich auf Vordruck-Briefhüllen. Später wurden sie dann zu Briefstücken aufgeteilt.
    In älteren Michelkatalogen standen die bekanntgewordenen Halbierungen noch in Klammern hinter den entsprechenden Marken, ohne Preisangaben.


    Bewertung: lose, die meisten Halbierungen nicht mehr als vollständige Urmarke x2. Briefstück ist Bedingung, ansonsten ist Halbierung nicht nachweisbar.

  • Ein undefinierbarer Beleg oder Brief Min-Chuh (office letter = Bürobrief) ohne Marken wird hier bei Ebay mit Startpreis von 31,90 EUR angeboten. Auf der Rückseite ein großer roter Stempel mit chinesischen Schriftzeichen.


    Philatelistisch gesehen für mich eigentlich völlig uninteressant und unattraktiv, aber vielleicht hat der rote Stempel ja eine besondere Bedeutung und auch einen Wert? Mal sehen, ob sich überhaupt ein Sammler dafür interessiert?



    Gruß kartenhai

  • min-chu = Privatpost.


    Es gab viel mehr Botenposten in China als staatliche Poststellen, sie waren unentbehrlich. Auch nach Errichtung der Staatspost 1897 konnte man nicht auf sie verzichten. Selbst nach großen Investitionen in die Landpostversorgung in den 1930ern konnte die Staatspost nicht entfernt mit damit mithalten, weder was Netz noch was Mitarbeiter betraf.
    Für die VR war dieses private Wirtschaften natürlich ein Graus, sie wurden 1950 im Inlandsdienst verboten. Für den Auslandsdienst an Auslandschinesen blieben sie noch eine Weile erlaubt. Sie waren allerdings zu frankieren (sog. Sammelsendungen, in beiden Richtungen). Bekannt bis ca. 1956.


    Der Ra. 1 auf der Rückseite bedeutet: "Shanghai / ...(Name)..Botenpost."
    Datierung: nach 1890.


    Ein vollwertiger Beleg. Es "fehlt" auch keine Marke - es war nie eine darauf, weil nicht notwendig.

  • Schon erstaunlich, was ein Kopfstand in einer Briefmarke für preisliche Auswirkungen hat. :O_O:


    Theoretisch müßte doch damals ein ganzer kofstehender Schalterbogen die Druckerei verlassen haben. Wo stecken denn all die anderen Einzelmarken daraus? Bei diesen Auktionspreisen müßten die doch auch mal irgendwo auftauchen, um sie zu Geld zu machen.


    Gruß kartenhai

  • Zitat

    Theoretisch müßte doch damals ein ganzer kofstehender Schalterbogen die Druckerei verlassen haben.


    Das ist nicht gesagt. Da in die Druckplatten die Klischees einzeln eingesetzt wurden, kann somit auch eine einzelne Marke im Bogen den Kopfsteher haben.

    Suche Kaiserreich Russland - insbesondere Punkt-Nummernstempel.

  • Diese China-Ganzsache ist noch neu bei Ebay eingestellt und nur von einem Bieter zu 1,- beboten. Sie ist von 1906, der/die Absender/in schreibt an seinen/ihren Onkel in Dillenburg und arbeitet in einem Hospital, zu entnehmen dem ausführlichen Bericht auf der Rückseite.



    Diese Ganzsachen sind anfangs schwer einzuschätzen, manchmal bringen sie hunderte, in Ausnahmefällen auch tausende von Euro, das kommt auch immer auf die Ganzsache selbst an, ob sie selten ist und ins Ausland gelaufen ist, oder ob die Zusatz-Marken darauf nicht so häufig anzutreffen sind oder auf die Stempel oder die Kombination von Werteindruck mit Briefmarken.


    Bin gespannt, was diese Ganzsache am Ende bringt, vielleicht ist sie auch nur gewöhnliche Massenware, das weiß man bei China nie so genau ?(


    Gruß kartenhai

  • Zitat

    Das ist nicht gesagt. Da in die Druckplatten die Klischees einzeln eingesetzt wurden, kann somit auch eine einzelne Marke im Bogen den Kopfsteher haben.


    Ja, das stimmt, hier wurde aber ein ganzer Bogen verkehrt gedruckt, die Marken kommen ja auch regelmäßig auf dem Markt, ca. 1-2 St. pro Jahr ... gutes Geschäft! :)

  • Die am 16.11. hier vorgestellte Ganzsache nach Dillenburg schnellte von 1,- EUR Startpreis auf zuletzt 811,- EUR hoch, mal wieder ein typisches Ergebnis für China. Trotz Suche auf vielen Tauschtagen und Flohmärkten habe ich bis jetzt leider noch nie ähnliche China-Belege finden können, langsam weiß wohl der letzte Händler Bescheid, wie gefragt solche Karten heute sind. Auch sind diese Veranstaltungen in den letzten Jahren von den Chinesen selbst häufig besucht worden, so daß nichts mehr zu finden ist. X(



    Daß diese Ganzsache an einen Dillenburger Heimatsammler gegangen ist, wage ich stark zu bezweifeln, sie befindet sich mit Sicherheit auf dem Weg nach China, vielleicht wird sie dort für ein Mehrfaches wieder weiterversteigert ?(:D


    Gruß kartenhai

  • Hallo Kartenhai,


    ja, wenn ich das in der Bucht so verfolge, bei Sammlungsauflösungen, sobald hier ein paar China Marken (werthaltige) auftauchen, schießen die Preise nach oben. Ich glaube der Markt wird hier sehr stark sondiert. Das ist zumindest mein Gefühl.


    Grüße,
    Ron

  • Gerade neu eingestellt:


    Ein geschnittenes Exemplar der Michel-Nr. 262 aus dem Jahre 1954 Eröffnung des National-Kongresses. Startpreis 1,- EUR. Ist das was Besonderes, weil im Michel keinerlei Hinweis auf geschnittene Exemplare steht, oder einfach Makulatur, die unerlaubt von der Druckerei in den Handel gelangte?



    Gruß kartenhai