China-Markenboom vorbei?

  • Diese wunderschöne Postkarte, eine chinesische Ganzsache mit vielen Zusatz-Frankatur-Marken, versandt 1903 als Einschreiben von Kaomi über Tsingtau nach Dresden von einem Vater an seinen Sohn (nachzulesen auf der Rückseite!), war mal wieder zu gierig vom Verkäufer eingestellt. Zu einem Euro Startpreis hätte sie sicher einen reellen Preis erzielt, vielleicht sogar den überhöhten Sofortkauf-Preis in Höhe von 1.100,- EUR, aber ein Startpreis von 780,- EUR ist für jeden Sammler erst mal abschreckend. :O_O:


    Den Ort Kaomi konnte ich nirgends finden, liegt der ebenfalls auf der Insel Tsingtau oder ist der in China, und die Karte lief dann über Tsingtau mit dem Schiff nach Dresden?


    Oder ist es Gaomi in der Provinz Shandong?




    Gruß kartenhai


  • Der Ort wird auf Deutsch Kaumi geschrieben und lag in der neutralen Zone - gehörte also nicht zu Kiautschou. Es gab dort aber im Rahmen des Bahnbaus auch zeitweise ein deutsches Postamt, welches die Marken von Kiautschou verwendete.

    Meine Sammelgebiete:
    Deutsch Ostafrika, Britisch Ostafrika, Britisch Ostafrika & Uganda, Ostafrikanische Gemeinschaft, Kenia, Tanganjika, Tansania, Uganda, Kionga, Zanzibar, Deutsches Auslandspostamt Lamu

  • Zitat

    Original von kartenhai
    Den Ort Kaomi konnte ich nirgends finden, liegt der ebenfalls auf der Insel Tsingtau oder ist der in China, und die Karte lief dann über Tsingtau mit dem Schiff nach Dresden?


    Gaomi liegt nicht im eigentlichen Teil der Kolonie / Pachtgebiet, sondern in der sogenannten Neutralen Zone von 50 km darum, die auch unter deutschem Einfluss stand.



    Okay, zu spät!

  • Die von roschc vorgestellte China-Sammlung, die ihm ein wenig komisch vorkam, und die insgesamt 5 Rote Affen enthielt sowie einige Große und Kleine Drachen, wurde vom Verkäufer vorzeitig beendet, da sie einen Fehler enthielt.


    Welcher Fehler das war, das teilt uns Ebay oder der Verkäufer natürlich nicht mit. Ob es jetzt gefälschte Rote Affen waren oder falsche Drachenmarken, wird uns für ewig verborgen bleiben. Aber vielleicht stellt der Verkäufer die Marken wieder ein, wenn Gras über die Sache gewachsen ist?



    Gruß kartenhai


  • Die Karte ist chinesischerseits mit 20 1/2 C. frankiert, dh. Brief-Reco und 1/2 C. als Souvenir dazu. 14 C. wären portogerecht. 500.- netto wären also schon gut bezahlt.
    Vk. will aber das Doppelte. "Die Zeit bringt jeden auf sein Niveau."


    Das amtliche "postal reading" in Lateinschrift war damals KAOMI (siehe --> Stempel). Für Stempel im Auslandsverkehr (zweisprachig oder nur Lateinschrift) hat man das für große Orte meist bis heute beibehalten.
    Man tut sich daher keinen Gefallen, Orts- oder Provinznamen auf chinesischen Belegen von 1900dings mit ihren pinyin Lesungen von 2017 (und möglicherweise noch Mandarinzwangslesungen für Orte in Südchina) wiederzugeben. Trägt nicht wirklich zur Identifizierung bei.

  • Der schon am 17.10.2016 hier vorgestellte Brief vom Kriegsministerium Nanking an die Chinesische Botschaft in Berlin wurde, weil ihn keiner für den überhöhten Preis von 1.500,- EUR haben wollte, um 40 % auf "nur noch" 900,- herabgesetzt, man spart somit 600,- EUR. :O_O:


    Vorher hat der Verkäufer den Preis schon einmal auf 750,- EUR gleich halbiert, weil auch da keiner angebissen hat, hat er vor lauter Wut wieder auf 900,- EUR erhöht, kostet ja alles auch Zinsen! :D


    Nicht mal ein Inhalt ist mit dabei für so viel Geld, mal sehen, ob jetzt jemand anbeisst ?



    Mein Tip an den Anbieter: Einfach mal für 1,- € Startpreis reinstellen, dann ist er sicher weg! :jaok:


    Gruß kartenhai

  • Hallo,
    das ist ein Freistempler, so wie es ihn auch in Deutschland gibt, man stellt ein paar Nullen ein und lässt den Brief durchlaufen. Das ist leider nicht besonderes außer man ist auf der Suche nach dem gewöhnlichen.
    Viele Grüße
    asperge_de

  • Die vor einigen Postings gemeldeten ca. 200 Überdruck-Marken brachten am Ende 31,50 EUR, das wird der Verkäufer ganz zufrieden sein. Muß mal in meinen uralten Jugend-Beständen herumkramen, da sind ähnliche Allerweltsmarken dabei, früher waren die mal nichts wert, aber jetzt reissen sich die Chinesen darum. :)



    Gruß kartenhai

  • Militärpost aus China, ein Soldatenbrief mit einem nur sehr schwach abgeschlagenen roten Dreiecks-Stempel, wird hier bei Ebay für 150 EUR im Sofortkauf angeboten. Geschmückt ist dieser an einer Ecke beschädigte Brief auch noch mit einigen Affen.



    Ist dieses Stempelfragment wirklich so viel wert?


    Gruß kartenhai