Raritäten aus Papstbesitz

  • Sensationelle Seltenheiten - erstmals veröffentlicht


    Anfang September des Jahres 2003 wurde er 70 Jahre alt - der österreichische Briefmarkensatz anlässlich des Allgemeinen Katholikentages 1933 in Wien. Die sechs Sonderpostwertzeichen bewertet der Briefmarkenkatalog in postfrischer Qualität mit 470 Euro. Außerdem vermerkt der Katalog eine Besonderheit der Ausgabe, nämlich ungezähnte Exemplare, deren Wert nicht angegeben ist. Kein Wunder, handelt es sich dabei doch wahrscheinlich um Unikate, die bisher nie öffentlich gehandelt wurden.


    Nur wenige Fachleute haben die ungezähnten Pretiosen bisher zu Gesicht bekommen. Denn insgesamt gab es in den vergangenen 70 Jahren nur drei Besitzer. Und die haben diese Raritäten nicht öffentlich präsentiert.


    6. September 1933, Wien: Im Rahmen eines feierlichen Festaktes wurden die neuen österreichischen Sonderpostwertzeichen zum Allgemeinen Katholikentag vorgestellt und Erstdrucke der Marken an bedeutende Persönlichkeiten überreicht. Diese Aufgabe übernahm damals der österreichische Bundesminister für Handel und Verkehr, Friedrich Stockinger. Im Beisein des österreichischen Kardinals Theodor Innitzer überreichte Stockinger die Marken an hohen Besuch aus dem Vatikan: Staatssekretär Eugenio Kardinal Pacelli, rechtlicher Vertreter des damaligen Papstes Pius XI.


    Die neuen Briefmarken befanden sich in einer eigens zum Zweck der offiziellen Übergabe angefertigten Mappe, in der Folgendes zu lesen ist: "Seiner Eminenz dem hochwürdigsten Herrn Eugen Kardinal Pacelli/Staatssekretär seiner Heiligkeit, die christlichem Gedenken und katholischer Wohltätigkeit dienenden Postwertzeichen ehrerbietigst dargeboten/(gez.) Stockinger/Bundesminister für Handel und Verkehr."


    Kardinal Pacelli bedankte sich angemessen und nahm die Briefmarken mit nach Rom. Unklar ist, ob ihm damals eigentlich bewusst war, welche Schätze er mit sich im Gepäck führte. Während die regulären Ausgaben gezähnt sind, erhielt er ungezähnte Exemplare. Wohlgemerkt:


    Ungezähnt bzw. geschnitten sind die Marken nie erschienen! Nach dem Tod von Papst Pius XI. im Februar 1939 wurde Pacelli am 2. März desselben Jahres zum neuen Papst Pius XII. gewählt. Die Mappe mit den philatelistischen Raritäten blieb bis zu seinem Ableben am 9. Oktober 1958 sein Eigentum.