Schönes Geheimnis

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    KASSEL. Gleich mehrfach ist Rembrandts Porträt seiner Frau Saskia in der Gemäldegalerie in Schloss Wilhelmshöhe zu bewundern. Anlässlich der Ausstellung "34 Gemälde ,Rembrandts’ in Kassel!" fand der Aufruf, Kopien von dem Saskia-Bild zur Verfügung zu stellen, ein breites Echo. Es wurden mehr Kopien angeboten, als ausgestellt werden können. Dank der Aktion können nun die Besucher studieren, wie unterschiedlich die Maler das Gesicht der Saskia formten, obwohl doch alle bemüht waren, nicht mehr zu tun, als genau Rembrandts Vorgaben zu folgen.


    Ab 13. Juli wird es, wie gemeldet, Saskia nicht nur im Original und in Kopien sowie auf Postkarten und Plakaten, sondern auch tausendfach auf Briefmarken geben. Dann wollen die Deutsche und die Niederländische Post mit einer gemeinsamen Saskia-Briefmarke den 400. Geburtstag Rembrandts (am 15. Juli) feiern. Der Ruhm des Bildes wird in alle Welt getragen.


    Auf seinem zwischen 1634 und 1642 entstandenen Gemälde stellte Rembrandt seine Frau im Profil so dar, als werde ihr Kopf und ihr linker Arm wie vom Punktstrahler beleuchtet. Ihren sanften Liebreiz und ihre geheimnisvolle Würde gewinnt sie durch die vornehme, von Samt geprägte Kleidung und den edlen Schmuck. Schon frühzeitig begeisterten sich Kunsthistoriker für das Porträt. Mehrfach eroberte Saskia das Titelbild, wenn es darum ging, die Kasseler Meisterwerke vorzustellen. "Saskia ist unsere Mona Lisa", hieß es 1998 bei der Leitung der Staatlichen Museen Kassel, als es darum ging, das Porträt zusammen mit anderen Spitzengemälden auf eine Japan-Reise zu schicken.


    In der Tat ist das Rembrandt-Gemälde beliebt und berühmt. Ob es aber so bekannt ist, dass das Saskia-Porträt sofort erkannt wird, wenn jemand die Rembrandt-Briefmarke erhält, darf bezweifelt werden. Denn die Marke selbst enthält neben dem Bildmotiv keinen Hinweis auf die Porträtierte. Deren Kenntnis wird vorausgesetzt.


    Zwar wird durch die ungewöhnliche Erweiterung der Bildfläche ermöglicht, dass der weit vorragende Hut sich in seiner ganzen Schönheit entfalten kann, doch sucht man vergebens den Namen Saskia. Ganz zu schweigen davon, dass Kassel als Heimat des Bildes nicht auftaucht. Stattdessen liest man lediglich Rembrandts Namen und seine Lebensdaten. Nichts Ahnende könnten meinen, da sei Rembrandt selbst zu sehen.




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