World Philatelic Exhibition WASHINGTON 2006

  • In der Zeit vom 27. Mai bis zum 3. Juni 2006 fand im Convention Center von Washington DC die 10. in den Vereinigten Staaten von Amerika ausgerichtete Internationale Briefmarkenausstellung WASHINGTON 2006 statt. Great is beautiful! Unter diesem Motto hatte die American Philatelic Society mit ihren 45.000 Mitgliedern als Organisator eine Show der Superlative ausgerichtet. Auf einer Fläche von mehr als 50.000 Quadratmetern war weiträumig alles geboten, was zu einem philatelistischen Großereignis gehört.


    Im Vordergrund stand die Präsentation von Briefmarkensammlungen im Weltformat. Über 830 Aussteller zeigten in mehr als 4000 Rahmen ihre Schätze. Ein besonderer Anziehungspunkt war die stark bewachte Ehrenhalle mit einzigartigen Raritäten aus den Sammlungen der britischen Königin Elisabeth II. und von Prinz Albert II. von Monaco. Dazu wurden weitere Glanzstücke besonders aus dem Bereich der amerikanischen Philatelie gezeigt. Doch auch die vielen anderen Ausstellungsrahmen wurden von den Besuchern aufmerksam und kritischeifrig betrachtet, oft auch mit Erstaunen, was hier unter dem jeweiligen philatelistischen Thema zusammengetragen worden war.


    Im Bereich der philatelistischen Literatur gab es weitere 234 Exponate.
    Daneben war die Ausstellung ein Sammelpunkt von 136 Postverwaltungen bzw. deren Vertretungen, von 74 Arbeits- und Forschungsgemeinschaften mit ihren über 250 Besprechungen und Vorträgen während der Ausstellungsdauer sowie von 230 Auktionsfirmen und Briefmarkenhändlern.


    Fast alle Stände waren während der acht Tage dauernden Show stark umlagert von Sehleuten und Kaufwilligen. Dabei war eine positive Stimmung unverkennbar; eine hohe Kaufbereitschaft war zu beobachten bei weit geöffneten Brieftaschen und willig ausgefüllten Schecks. Material über das gesamte Spektrum des Briefmarkenmarktes bis hin zu exquisiten Raritäten wurde gesucht und erworben. Ein weiterer Anziehungspunkt waren die Neuerscheinungen der amerikanischen Post: Vier Ausgaben kamen während der Ausstellung an die Schalter, darunter ein Bogen zu 40 Marken zum Thema „Amerikanische Superlative“, eine Marke zu Ehren von Samuel de Champlain zusammen mit einem Block mit je zwei Marken im selben Motiv als Parallelausgabe mit Kanada, ein Ausstellungsblock zur WASHINGTON 2006 mit dem Nachdruck von den drei bekannten Dollarwerten der Freimarkenausgabe von 1923 sowie ein Kleinbogen mit 6 Werten zu Ehren verdienter amerikanischer Diplomaten; zusammen also 51 verschiedene neue Werte im Nennwert von 28.10 $!


    Auch wenn es mit Briefmarken wenig zu tun hatte, war der Erstverkauf der diesjährigen Ausgabe der „National Duck Stamp“, also einer Steuermarke für die Erlaubnis zur Jagd von Wasservögeln, eine ganz besondere Attraktion. Bereits Stunden vor Verkaufsbeginn drängten sich ca. 1000 Interessenten auf engem Raum, die vom Ordnungspersonal erst einmal in fast militärischer Gliederung aufgestellt wurden.


    Einen großen Raum nahmen die vielen Aktivitäten für Kinder und Jugendliche ein: Vorträge, Gestaltung von Briefmarkenentwürfen an Computern, Spielecken, Wühlkisten und viele weitere jugendgerechte Entdeckungen in die Welt des Briefmarkensammelns wurden unter Anleitung von geduldigen Helfern geboten.


    Auch der Schwaneberger Verlag war auf der Messe präsent. Ein besonderes Ereignis, bislang wohl kaum auf einer Internationalen Briefmarkenausstellung zu erleben, war der musikalische Auftritt von MICHEL-Geschäftsführer Hans W. Hohenester. An zwei Tagen spielte er Saxophon zusammen mit zwei amerikanischen Musikern jeweils vier Stunden im Eingangsbereich, den alle Besucher passieren mussten. Manch einer blieb stehen, lauschte den Stücken und dachte sich: Philatelie, da ist Musik drin!


    Auf hohes Interesse stieß die Präsentation des MICHEL-Online-Kataloges, für den erstmals die Sammelgebiete Deutsches Reich 1872 bis 1945 sowie Gulf States in englischer Sprache zur Verfügung standen. Auf eine überaus positive Resonanz fiel die Ankündigung, dass gegen Jahresende die wesentlichen Teile aus dem Band 1 des Michel Deutschland-Spezial-Kataloges auf Englisch erscheinen werden. Nicht nur die Mitglieder der German Philatelic Society, eine Vereinigung von über 1300 Deutschland-Sammlern, zeigten sich hoch erfreut über diese Nachricht. Auch viele weitere, nicht in dieser Vereinigung organisierte Sammler informierten sich am MICHEL-Stand über die Produktpalette an Katalogen und nahmen die Information über den künftigen Spezialkatalog auf Englisch begierig auf. Eine Reihe von ihnen wollte den Band gleich bestellen und bezahlen! Dies ist als ein besonderes Zeichen zu werten am hohen Bedarf an Spezialliteratur in englischer Sprache über deutsche Briefmarken.Und oft wurde die Frage gestellt, wann denn mit dem Erscheinen eines weiteren Spezialkataloges in Englisch zu rechnen sei, der die Ausgaben nach 1945 enthält.


    Die acht Messetage waren für alle Bereiche der Philatelie ein großer Erfolg. Hier wurde geschickt Werbung für dieses Hobby betrieben. 85.000 Besucher sind ein deutliches Zeichen, dass die Philatelie einen hohen Stellenwert in den Vereinigten Staaten von Amerika besitzt.



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