Markante Schönheiten

  • Stolz ragen sie aus der flachen Landschaft heraus und sind vom Meer aus oft schon aus 50 Kilometern Entfernung zu erkennen: Leuchttürme geben Orientierung und sind Symbole der Seefahrt. Am 10. August erscheinen zum dritten Mal zwei Briefmarken der Serie "Leuchttürme". Lesen Sie hier den ersten Teil der spannenden Geschichte über die Riesen der Küste, ihre Funktion und Geschichte. Teil 2 wird in kommenden Ausgabe Ihres Newsletters ebenfalls unter der Rubrik "Vor Ort" vorgestellt.


    Diesmal sind die Bauwerke "Hohe Weg" und "Neuland" auf den neuen Briefmarken der Serie "Leuchttürme" abgebildet. Für das Ehepaar Birgit und Dr. Frank Toussaint sowie ihren Freund Dr. Matthias Hünsch sind die beiden alte Bekannte. Denn die drei Hamburger haben ein gemeinsames Hobby: Leuchttürme.



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    Strahlende Riesen: Die zwei Neuen der Serie "Leuchttürme": "Hohe Weg" und "Neuland" (Erstausgabetag: 10. August 2006).



    Seit 2002 setzen sie sich für den Erhalt ausgemusterter Leuchtfeuer ein. "Früher wurden viele der alten Türme nach der Stilllegung abgerissen, um die Unterhaltungskosten zu sparen", erklärt Frank Toussaint. Mit der Zeit entstand jedoch ein Bewusstsein für die historische Bedeutung der markanten Seezeichen. Viele von ihnen sind heute denkmalgeschützt und werden von Vereinen in Stand gehalten. Matthias Hünsch: "Die Leuchttürme gehören zum maritimen Erbe unserer Kultur und sind aus der Küstenlandschaft nicht wegzudenken. Die Bedeutung zeigt sich auch daran, dass Leuchttürme auf vielen deutschen und internationalen Briefmarken abgebildet sind." Auf ihrer Internetseite () bieten die drei übersichtliche Informationen zu Bauweise, Funktion und Geschichte von über 250 deutschen Leuchttürmen, die sie an Nord- und Ostsee besucht haben.



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    Die bisher in der Serie "Leuchttürme" gewürdigten Seezeichen: "Brunsbüttel Mole 1" (Bund MiNr. 2473), fertig gestellt: 1895, Höhe des Feuers: 11 m. "Westerheversand" (Bund MiNr. 2474), fertig gestellt: 1907, Höhe des Feuers: 40 m. "Greifswalder Oie" (Bund MiNr. 2409), fertig gestellt: 1855, Höhe des Feuers: 39 m. "Roter Sand" (Bund MiNr. 2410), fertig gestellt: 1885, Höhe des Feuers: 28 m.



    So nahmen sie auch den auf einer der Neuausgaben gewürdigten Leuchtturm "Neuland" in Augenschein. Er steht auf dem Festland nahe der Gemeinde Behrensdorf bei Kiel und dient dem Schiffsverkehr in der Hohwachter Bucht. Für die störungsfreie Funktion der Lichtanlage in der mehr als acht Meter hohen eisernen Haube auf der Turmspitze sorgten bis 1982 zwei Leuchtturmwärter. Sie wohnten in den Häusern neben dem Sockel des Turms.


    Auch der zweite aktuell gewürdigte Leuchtturm war Ziel einer Reise. Doch das war etwas schwieriger, denn "Hohe Weg" steht mitten im Wattenmeer vor der Mündung der Weser. Also stachen die drei mit ihrem Segelboot in See. Das Leuchtfeuer "Hohe Weg" zählt zu den ältesten Türmen in der Nordsee. Seit 1856 warnt er die in der nahe verlaufenden Fahrrinne passierenden Schiffe vor der tückischen Sandbank, auf der er steht. Sie ist bei Flut überspült und nicht zu erkennen. Der sandig weiche Standort dürfte den Planern Kopfzerbrechen bereitet haben. Doch sie fanden eine Lösung: 120 Pfähle wurden in den Wattboden gerammt, um dem 36 Meter hohen Koloss eine feste Basis zu sichern. Die Bauarbeiten dauerten insgesamt 15 Monate. Dann konnte das vorher dort betriebene Feuerschiff seine Position verlassen und Leuchtturmwärter übernahmen die Aufgabe. Bis 1973, als auch auf "Hohe Weg" automatische Anlagen die schwere, einsame Arbeit übernahmen. Der letzte Leuchtturmwärter quittierte 1998 in Stralsund den Dienst.



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    Der Beleg von 1981 zeigt den Leuchtturm "Alte Weser", der auch auf einer Dauerserienmarke abgebildet ist (Bund MiNr. 848).



    Werden Leuchttürme bald überflüssig? Birgit Toussaint findet eine klare Antwort: "Sicherlich nicht, denn auch heute erfüllen die Leuchttürme bedeutende Funktionen!" Neben der nach wie vor wichtigen Aussendung von Lichtsignalen ermitteln viele Türme meteorologische Daten und den Wasserstand; Spezialgeräte messen die Luftfeuchtigkeit und schalten bei Nebel automatisch Nebelhörner ein. Radaranlagen auf einigen Leuchtturmspitzen (siehe "Hohe Weg" und "Alte Weser") schicken ihre Daten zu den Kontrollzentren. Dort überwachen Lotsen vor den Bildschirmen den Schiffsverkehr und können bei Bedarf eingreifen. Kurzum: Leuchttürme werden weiterhin zur Seefahrt und damit zum typischen Bild der Küste gehören - so wie seit mehreren tausend Jahren.




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