Zwischen Licht und Schatten

  • Seine Bilder gehören in den Museen der Welt zu den Publikumsmagneten. Am 15. Juli 2006 jährt sich der Geburtstag von Rembrandt Hermenszoon van Rijn, der seine Bilder schlicht mit "Rembrandt" unterzeichnete, zum 400. Mal. Dies würdigt nun eine deutsch-niederländische Gemeinschaftsausgabe.


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    Die Gemeinschaftsausgabe mit den Niederlanden würdigt den 400. Geburtstag des Malers Rembrandt. Das Motiv zeigt das Gemälde "Saskia von Uylenburgh" von 1642.



    Seine Gemälde und Zeichnungen beeindrucken. Dies liegt an der plastischen Ausstrahlung der Motive. Rembrandt erreichte dies, indem er die Hintergründe seiner Gemälde sehr dunkel hielt, während er die zentralen Gegenstände hell malte. Die hellen Flächen treten aus dem Dunkel hervor und fesseln die Aufmerksamkeit des Betrachters, als ob sie ein Lichtspot anstrahlt. Selbst Darstellungen alltäglicher Situationen wirken dadurch dramatisch.


    Der Meister beherrschte dieses Spiel mit Licht und Schatten virtuos. Selbst Vincent van Gogh urteilte bewundernd: "Man muss mehrere Male gestorben sein, um derart zu malen." Übernommen hatte Rembrandt diesen Stil vom Malerfürsten Peter Paul Rubens und der Utrechter Schule. Doch er verfeinerte ihn mit eigenen Ideen.


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    Meisterwerke Rembrandts. "Selbstbildnis mit Barett und goldener Kette" von 1654.


    Je nach Epoche galt Rembrandt den einen als tiefsinniger Psychologe, andere sahen in ihm einen religiösen Maler oder schlicht einen grandiosen Handwerker. Rembrandt war ein klassischer Aufsteiger. Jedoch einer, der Reichtum und Ruhm nicht verkraftete und am Ende alles verlor. Er wurde als Sohn eines Müllers in Leiden geboren. Der Vater war Protestant, der Rest der Familie aber war katholisch und damit Teil einer Minderheit, für die eine gute Bildung in den damaligen Niederlanden nicht selbstverständlich war. Dennoch kam der Junge bereits früh mit Vertretern der Oberschicht in Kontakt.


    1620 schrieb er sich gar an der berühmten Universität Leiden ein. Doch schon ein Jahr später verließ er die Hochschule und begann eine künstlerische Ausbildung. Der 15-Jährige lernte bei renommierten Malern, wie Jacob Isaacsz van Swanenburgh und danach beim Amsterdamer Peter Lastmann, der als berühmtester Historienmaler seiner Zeit galt.




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    Die "Nachtwache" wird eines der berühmtesten Gemälde Rembrandts genannt (Aden, Qu´aiti State in Hadhramaut MiNr. 165-168).



    Zusammen mit seinem Freund Jan Lievens gründete er eine eigene Werkstatt. Die jungen Maler wurden zu Senkrechtstartern der niederländischen Kunstszene. Besonders ihre Porträts waren eine sprudelnde Einnahmequelle, die den Künstlern ein ausschweifendes Leben ermöglichte. So lag es nahe, 1631 nach Amsterdam zu ziehen - der führenden Handelsmacht des 17. und 18. Jahrhunderts. Dort ging es für Rembrandt beruflich und gesellschaftlich weiter bergauf.


    Der künstlerische Durchbruch kam mit dem Gruppenporträt "Anatomiestunde des Praelectors Dr. Nicolaes Tulp" von 1632. Das großformatige, 3,59 Meter mal 4,38 Meter messende Gemälde "Die Nachtwache" von 1642 gilt als Höhepunkt seiner frühen Amsterdamer Zeit. Rembrandt unterhielt ein Atelier, in dem viele Maler und Schüler arbeiteten, die Bilder gemeinsam und arbeitsteilig malten. Ein Umstand, der es Kunstkennern damals wie heute erschwert, echte Rembrandts zu identifizieren.



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    Das Saarland, das nach den Zweiten Weltkrieg bis 1957 eigene Briefmarken herausgab, würdigte Rembrandt 1956 mit einem Ersttagsbrief. Er trägt u. a. eine Briefmarke mit einem Porträt von Rembrandts Frau Saskia (MiNr. 377).



    1634 heiratete Rembrandt eine Bürgerstochter aus einer angesehenen Familie: Saskia van Uylenburgh. Sie stand ihm für viele Gemälde Modell. Das Paar bekam vier Kinder, aber nur ihr Sohn Titus erreichte das Erwachsenenalter. Saskia starb schon mit 30 Jahren. Danach ging es mit Rembrandt bergab. Zu glücklosen Liebschaften kam der finanzielle Ruin. Zwar verkauften sich seine Bilder weiterhin sehr gut, dennoch war Rembrandt hoch verschuldet, machte Bankrott, verlor sein Haus samt Inventar und Vermögen. Sohn Titus nahm ihn in seine Kunsthandlung auf, wo er gegen freie Kost und Logis versuchte, seine Schulden "abzuarbeiten".


    Bitterarm starb Rembrandt am 4. Oktober 1669. Das Werk hat jedoch nichts von seinem Glanz eingebüßt und Rembrandts Lebensgeschichte beschäftigt nach wie vor viele Kunsthistoriker. Der französische Künstler Marcel Duchamp vermutete bereits 1915: "Weil Rembrandt nichts von all dem war, was die Nachwelt ihm zugeschrieben hat, bleibt er."



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