Werbestempel--akzeptabel?

  • Als ich mich als "Neuer" so mit den verschiedenen Funktionen der Webseite vertraut gemacht habe, bin ich ueber einen Link auch auf die persoenliche Webseite von Coki gestossen. Dort gibt es einen wirklichen interessanten Artikel zum kontroversen Thema Stempelqualität. Ich reproduziere mal den Link hier:
    Regt tatsächlich etwas zum Nachdenken an.


    Meine Einstellung zum "Rundstempel" hat sich ziemlich geändert seitdem ich in den USA lebe. Rundstempel auf Marken aus Bedarf existieren praktisch nicht. Also entweder gewoehnt man sich an den Killerstempel, oder man ist gezwungen auf Gefaelligkeitsstempel umzusteigen. Eigentlich wollte ich eine kleine Umfrage zu dem Thema starten. Habe ich aber nicht hingekriegt. Immer wenn ich den Umfrageeditor mit "Umfrage erstellen" nach dem Eintrag aller Daten geschlossen habe, waren die Eintragungen weg, aber eine Umfrage hat sich nicht materialisiert. Nun ja, ich werde es schon rauskriegen mit der Zeit.


    Vielleicht teilt Ihr mir Eure Ansicht also so mit, hier die vorgesehene Frage und Antwortmoeglichkeiten:


    Eine ansonsten einwandfreie aktuelle Europaeische Sondermarke aus der Tagespost mit einer Entwertung mit typischen Maschinenwerbestempel ist . . .


    1. Leider Schrott und gehoert in den Muelleimer.
    2. Nichts fuer mich, aber Tauschmaterial fuer jemanden der geringere Qualitaetsanforderungen hat.
    3. Sammelwuerdig fuer meine Sammlung bis ich was besseres finde.
    4. Einwandfrei und sammelwuerdig, weil zeitgerecht entwertet aus echtem Bedarf.
    5. Ich sammele Schmuck-Ersttagsblaetter der Deutschen Bundespost und Numisbriefe und verstehe die Frage nicht.


    Uebrigens, hat die US Post jetzt (in 2006) flächendeckend neue "Inkjet" Entwertungen eingeführt. Die sind wirklich grässlich. Also, ich sehne mich schon nach dem guten alten "Killer" mit Welle und Werbezusatz zurueck. Es ist eben alles relativ . . .

  • Ahhh... eines meines Lieblingsthemen. ;)
    Ich denke der Artikel weisst schon auf meine Grundhaltung hin.


    Man sollte sich aber im klaren sein, worauf es im Einzelfall ankommen muss.


    Lose Infla-Marken z.B. MÜSSEN einen sauberen Rundstempel haben, da einfach zu sehr fälschungsgefährdet.
    Bei vielen anderen Ausgaben sehe ich es nicht als zwingend an. Meine Bund '75-'93 besteht aus einer Mischung allerlei Stempel, vom bekannten Versandstellenaufdurck bis zu leicht verschmierten Wellenstempeln. Hat einen ganz eigenen Charme.


    Daher würde ich voraussichtlich bei deiner Eurpoamarke mit einem Wellenstempel leben können, solange die Marke nicht komplett verschmiert ist und nichts erkannt werden kann.


    Gruss,


    Coki

  • Bei meinem Sammelgebiet Großbritannien, gibt es sehr viele Entwertungen mit dem sog. Killerstempel. Bezieht sich eher auf die Victoriaausgaben. Solche Stücke nehme ich ohne Probleme in meiner Sammlung auf. Saubere Orts- Datumstempel sind seltener und werden höher bewertet.
    Siehe Marke- sehr schöner Stempel und 100 % Aufschlag. Bei dieser Marke sehr selten.

  • Der passende Ausdruck "Killerstempel" veranlasst mich, hier mal die Marke einzustellen, die ich heute eingeordnet habe: Deutsche Abstimmungsgebiete (Allenstein) Michel-Nr.27 a (oder b).
    Der Stempel sieht doch aus, als wäre jemand mit dem profilierten Schuh darauf getreten!
    Kann mir einer der geneigten Leser Näheres dazu sagen?


    MfG (Abarten-)Hannes

  • Also, ich habe mal den Namen dieses Threads vom offenbar missverstaendlichen "Killerstempel" in "Werbestempel--akzeptabel?" umgeaendert. Ich muss mich doch dagegen wehren, wenn mein Thread so brutal gehijackt wird. :D


    OK, mich interessiert Eure Einstellung zu modernen Europaeischen Sondermarken --ihr koennt Euch hier irgendein Land vorstellen-- absolut einwandfrei, aber leider entwertet mit landestypischen Werbestempel oder Welle. Ist eine solche Marke sammelwuerdig in Eueren Augen? Warum, warum nicht? Gilt das grundsaetzlich oder nur fuer bestimmte Laender, Zeitraeume? Ein paar Antwortmoeglichkeiten als Denkanstoss gibt es im ersten Beitrag dieses Threads.

  • Wie schon geschrieben: Bei den Ausgaben der Victoriaära gab es keine Werbeeinsätze. Da gab es die Nummerstempel bzw. Nummerstempel gepaart mit einem Orts- Datumstempel. Es gab auch den Malteserkreuzstempel.


    Bei den Königsausgaben gibt es Werbe-, Flaggen- und Patriotenstempel, aber auch nur Strichstempel- die ersten Maschinstempel. Diese gestempelten Marken nehme ich in meine Sammlung auf. GB hat nicht immer gut gestempelt. Klar suche ich schöne Rundstempel- siehe Markenbeispiel weiter oben.


    Diese Abstempelung ist für mich vollwertig, obwohl ich einen schönen Rundstempel bevorzuge.

  • Ich sammel die Landestypische Stempelung. Wie du schon richtig angemerkt hast, von manchen Ländern gibt es kaum Tagesstempel bei Usa,Canada,Australien z.b.


    Ergo: Ich nehm auch "Killer"stempel bzw. Werbestempel in meine Sammlung- austauschen wenn man nen besseren findet, kann man immer noch :) .

    *BRD,Berlin,Reich,Schweiz,Benelux*


    **Ansichtskarten und Stempel von Dortmund und Hamburg und Amrum gesucht **

  • Zitat

    Original von Carolina Pegleg
    Also, ich habe mal den Namen dieses Threads vom offenbar missverstaendlichen "Killerstempel" in "Werbestempel--akzeptabel?" umgeaendert. Ich muss mich doch dagegen wehren, wenn mein Thread so brutal gehijackt wird. :D


    OK, mich interessiert Eure Einstellung zu modernen Europaeischen Sondermarken --ihr koennt Euch hier irgendein Land vorstellen-- absolut einwandfrei, aber leider entwertet mit landestypischen Werbestempel oder Welle. Ist eine solche Marke sammelwuerdig in Eueren Augen? Warum, warum nicht? Gilt das grundsaetzlich oder nur fuer bestimmte Laender, Zeitraeume? Ein paar Antwortmoeglichkeiten als Denkanstoss gibt es im ersten Beitrag dieses Threads.


    OK...also moderne europäische Sondermarken (ab welchem Jahr?)
    ich nehm mal 2000


    In meiner aller Welt Spaßsammlung will ich eine Marke von jedem Land die das Land zeigt also egal was oder ob ein Stempel draufbappt


    Bund nur lesbare Stempel...dazu gehören natürlich auch Sonder und Werbestempel...letzerer ist meistens auf Papier neben der Marke, Reine Wellenstempel auf der Marke kommen nich in meine Sammlung sondern in die Kiste für die Jugendgruppe.


    Berlin nur lesbare Berlinstempel...also alles andere inclu. Wellenstempel kriegt die Jugendgruppe

  • RE: Werbestempel--akzeptabel?


    Meine Antwort dazu lautet:
    "Einwandfei und sammelwürdig, weil zeitgerecht entwertet aus echtem Bedarf".


    Wie häufig Werbe- bzw. Wellenstempel in meinen Sammlungen vorkommen hängt davon ab, wie diese Stempel grundsätzlich aufgebaut sind.


    In Ländern wie der Schweiz, Deutschland oder Österreich ist der Werbe- bez. Wellenteil in den meisten Fällen links vom Rundstempel. Dadurch kommen reine Wellenstempel seltener in meinen Sammlungen vor. Ansätze des Wellen- bzw. Werbeteils auf den Marken kommen häufiger vor, und stören mich überhaupt nicht.


    Bei meinen Marken aus Australien kommen Wellen- bzw. Werbestempel sehr häufig vor. Das liegt einfach daran, dass die Stempel hier anders Aufgebaut sind. Der Werbe- bzw. Wellenteil ist rechts vom Rundstempel, so wie es auch in den USA der Fall ist.

  • Bisher scheinen sich ja hier alle ziemlich einig zu sein und bei modernem Material jedenfalls (Teil-) Werbestempel als vollwertig zu akkzeptieren. Interessant, denn irgendwie schien mir das bisher immer die Mindermeinung zu sein. Ich bin mir naemlich nicht sicher, ob es tatsaechlich einen Markt fuer Marken gibt, die auch nur den Hauch eines Werbestempels besitzen -- selbst wenn dies die typische Entwertung ist. Waehrend man die Werbestempelentwertung als hervorragendes Indiz fuer den echten Bedarf, garantiert keine Gefaelligkeitsentwertung, und frei von philatelistischer Mache, hochreden kann, habe ich es kaum erlebt, dass in der Praxis Marken mit (Teil-) Werbestempel tatsaechlich von irgendjemandem gekauft wuerden -- und zwar egal zu welchem Prozentsatz vom Katalog. Bevor ich den Faden etwas weiterspinne, ware es schoen, wenn ich noch ein paar Meinungen beommen koennte, wie Ihr die Stempelanforderungen denn fuer Euer Sammelgebiet seht.

  • Zitat

    Original von obelix.fg
    RE: Werbestempel--akzeptabel?



    Bei meinen Marken aus Australien kommen Wellen- bzw. Werbestempel sehr häufig vor. Das liegt einfach daran, dass die Stempel hier anders Aufgebaut sind. Der Werbe- bzw. Wellenteil ist rechts vom Rundstempel, so wie es auch in den USA der Fall ist.


    Vielen Dank fuer die Bilder. Ich finde, wenn man sich die zwei australischen Saetze anschaut, sind zwei Dinge bemerkenswert: 1. Das ansprechende Markendesign; 2. die Werbestempelentwertung scheint die Aesthetik nicht zu beintraechtigen. Dieselbe Entwertung auf 80er Jahre Schweiz wuerde einen total stoeren. Was das philatelistische Auge gewoehnt ist, macht offenbar viel aus.


    Ich freue mich im uebrigen auf diese Weise zu erfahren, dass Du Australien sammelst. Ich sammele auch Australien, habe da keine grossen Spitzen, es ist aber eine Sammlung, die mir viel Freude bereitet. Ich werde da vielleicht mal ein neues Thema zur Promotion dieses Sammelgebietes starten . . ..

  • Hallo Carolina Pegleg,


    meine Australiensammlung befindet sich noch im Anfangsstadium. Zur Zeit ist es noch so, dass ich mehr Fotos (ca. 1100) als Briefmarken (ca. 800) von bzw. aus Australien habe. Aber zurück zu den Abstempelungen auf Briefmarken.


    Welch Stempel als Sammelwürdig angesehen werden war und ist nicht zuletzt auch eine Modeerscheinung bzw. hängt auch davon ab was in den Katalogen als sammelnswert angepriesen wird.


    Vor dem 2. Weltkrieg war es noch en vogue, dass der Stempel nach Möglichkeit nur über eine Ecke der Briefmarke abgeschalgen war, damit der Sammler seine Marken nach Möglichkeit so unberührt wie möglich betrachten konnte (für viele Sammler war eine postfrische bzw. ungebrauchte Sammlung weit jenseits des leistbaren). Heute sollte nach Möglichkeit ein sauberer vollständiger Orts(tages)Stempel auf der Briefmarke sein. Und wenn man sich den heutigen Stand der Technik anschaut, e-mail und Bilder (mit immer besserer Auflösung) verschicken per Handy, vielleicht sind echt gelaufene Briefmarken in 20 Jahren eine Rarität und nur ein Werbe- bzw Wellenansatz gibt mir die Gewissheit, dass die Briefmarke echt gelaufen ist. Und da ich mich Modeströmungen nicht unterwerfen möchte, sammle ich wie es mir gefällt.


    Hier noch ein paar Werbe- bzw. Wellenstempel aus dem Sammelgebiet Deutschland (siehe Anhang rechts)

  • Ich sammle alle Stempel.
    1. am liebsten wenn ich Ort und Datum lesen kann
    2. in meiner Berlin Sammlung nur von Berliner Bezirken
    3. unleserliche Stempel (u.a. Wellen) behalt ich als Lückenfüller es sei denn es sind Landestypische Stempel (Killer)


    Werbestempel haben ihren eigenen Charme wie man unten sehen kann.

    Einmal editiert, zuletzt von saschJohn ()

  • Besonders die Anfänge der Maschinenstempel ist sehr interessant und es gibt sehr gesuchte Stempel.


    Man kann die Entwicklungsgeschichte dieser Stempel gut dokumentieren.


    Im ersten Scan ist ein sog. "Bickerdike" Maschinenstempel. Es gibt verschiedene Ausführungen von diesem Stempel.


    Im zweiten Scan ist eine "Columbia" v. single impression machines 1901-1921. Hier gibt es auch versch. Ausführungen.

  • Zitat

    Original von Carolina Pegleg
    Bisher scheinen sich ja hier alle ziemlich einig zu sein und bei modernem Material jedenfalls (Teil-) Werbestempel als vollwertig zu akkzeptieren. Interessant, denn irgendwie schien mir das bisher immer die Mindermeinung zu sein. Ich bin mir naemlich nicht sicher, ob es tatsaechlich einen Markt fuer Marken gibt, die auch nur den Hauch eines Werbestempels besitzen -- selbst wenn dies die typische Entwertung ist. Waehrend man die Werbestempelentwertung als hervorragendes Indiz fuer den echten Bedarf, garantiert keine Gefaelligkeitsentwertung, und frei von philatelistischer Mache, hochreden kann, habe ich es kaum erlebt, dass in der Praxis Marken mit (Teil-) Werbestempel tatsaechlich von irgendjemandem gekauft wuerden -- und zwar egal zu welchem Prozentsatz vom Katalog. Bevor ich den Faden etwas weiterspinne, ware es schoen, wenn ich noch ein paar Meinungen beommen koennte, wie Ihr die Stempelanforderungen denn fuer Euer Sammelgebiet seht.


    Das Problem ist, bei dieser Fragestellung geht es wieder in den Bereich Kommerz und weniger in den Bereich Philatelie. Aus philatelistischen Geschichtspunkten sehe ich bei der Masse nur einen geringen Unterschied zwischen Werbe- und Rundstempel.


    Bei einer Kommerzialisierung der Sammlung (-> sprich, was ist sie Wert) wirken ganz andere Aspekte auf die Einschätzung. Marken mit einem Wellenstempel hat so ziemlich jeder in seiner Sammlung. Die sind Massenware und wenn man sie nicht hat, einfach eine der hinterhergeschmissenen Sammlungen oder Kiloware kaufen, und schon ist das Problem gelöst. Sauber rundgestempelte Marken sind inzwischen Usus auf dem Markt und das hat ganz einfache Gründe.
    1. Ist die Nachfrage praktisch eingebrochen -> im Vergleich zu vor zwanzig Jahren ist Massenhaft Material auf dem Markt
    2. Selbst früher sehr teures Material, das schwer erhältlich war, gibt es heute für ein paar Euros (sehe ich jede Woche bei meiner Kirchentagssammlung).


    Folge -> Es gibt eine Marktbereinigung, indem man einfach die Qualitätanforderungen hochschraubt. Beispiele hierfür sind die Vollrundgestempelte Bund-Sammlungen und die Berlin-Sammlung nur mit Berliner Stempel. Sowas gab es vor 20 Jahren nur selten, weil die Masse der Sammler sowas nicht leisten konnten.
    Daher haben Marken mit Werbestempel praktisch keinen Marktwert mehr.


    Und hier bin ich auch eigen. Wenn ich Geld für eine Marke zahle, dann will ich möglichst die beste Qualität haben. Wenn ich etwas Tausche, dann sehe ich es erst einmal halb so wild und nehme auch ohne Probleme je nach Sammlungsaufbau Marken mit Werbestempel (wie zb. bei meiner Alle Welt Sammlung).


    Gruss,


    Coki

  • Eigentlich ist ja alles gesagt worden. Coki hat den Kommerz
    in´s Spiel gebracht, der allerdings einen entscheidene Rolle
    spielt.
    Werbe oder Wellenstempel kann man schon in die Sammlung
    aufnehmen, aber nur bis eine Rundgestempelte vorbeikommt.
    Es ist auch kaum eine Chance diese Marken zu Tauschen,
    geschweige denn, zu verkaufen.
    Ich gehe regelmäßig zu Tauschtagen, da sind nur Rundstempel
    gefragt.
    Z.B. Berlinmarken ohne Berlinstempel kann man getrost in die
    Tonne treten, wie man so schön sagt. Traurig aber wahr
    Ebenso DDR Marken, die ohne Rundstempel wertlos sind
    Einen Unterschied mache ich bei Briefen oder Briefausschnitten, wo
    der gesamte Stempel zu sehen ist.
    Als Beispiel der Australienbrief.
    Die rechte Marke lose wäre höchstens ein Lückenfüller, aber so als
    Einheit für mich OK


    PS.obelix.fg, Carolina Pegleg
    Wir könne uns ja mal wegen Australien kurzschließen