Wikinger postalisch unter der Lupe

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    Bereitet seine philatelistischen Themen systematisch auf: Sammler Heinrich Welschhoff.



    Haithabu – Heinrich Welschhoff aus Glücksburg hat eine Leidenschaft für kleine papierne Schönheiten: Er liebt Briefmarken. Er sammelt sie thematisch, um Historie zu illustrieren. Fünf Jahre hat er an der Geschichte der Wikinger gearbeitet. Ab Dienstag zeigt das Wikinger Museum Haithabu diesen bunten Bilderbogen. Sammler bekommen am 1. August einen Briefumschlag mit Sonderstempel. Wikingerschiffe, Runensteine und Ornamente, die man von Schmuckstücken aus 8. bis 11. Jahrhundert kennt, dürfen natürlich nicht fehlen als Motive in der internationalen Sammlung von Heinrich Welschhoff. Doch wer glaubt, der Sozialpädagoge im Ruhestand habe einfach nur zusammengetragen, was mit dem Leben der Nordmänner zu tun hat und auf Postwertzeichen verewigt ist, der irrt gewaltig.
    Systematisch hat der Philatelist gesucht und gefunden, was die Wikinger-Ära postalisch darstellt. Von Besuchen in Dänemark und anderen Ländern im Ostseeraum hat er viele der Exponate mitgebracht. Aber auch eine Reise in die Normandie, wo die Wikinger ebenfalls Spuren hinterließen "gönnte" sich der heute 68-Jährige bei seinen Nachforschungen. Selbst in Sizilien fand er Einzelstücke.


    Die Fahndungsarbeit ist gut durchdacht und geplant. "Vorher setze ich mich mit anderen Sammlern in Verbindung und lote aus, was es in der Region möglicherweise bei Briefmarkenbörsen zu holen gibt", berichtet er. Darunter sind dann mit Glück auch so genante Maximalkarten: Von der Post herausgegebene Karten, auf denen Marke, Kartenmotiv und Stempel dasselbe Motiv tragen – besonders begehrte Stücke.


    Für die Ausstellung vor den Toren Schleswigs hat er Poststempel, Marken, Maximalkarten auf 84 DINA4-Blättern nach Unterthemen zusammengestellt. Welschhoff: "Zum Beispiel habe ich den Bereich Raub- und Handelzüge aufgegriffen. Oder die Rolle der Wikinger als Entdecker und Siedler." Ein anderes Kapitel sind die Götter, die von den Wikingern verehrt wurden, die Christianisierung der Stämme und der baldige Untergang ihrer Kultur. Kunsthandwerk, Schiffe, Waffen sind andere Schwerpunkte. Alles ist mit erläuternden Texten versehen. "Es geht mir nicht darum, dass die Besucher nur hübsche kleine Marken, die teilweise sehr selten sind, zu sehen bekommen", sagt er. "Ich möchte, dass sich immer ein roter Faden durch eines meiner Briefmarken-Themen zieht."


    Meist erschließt sich der Glücksburger mehrere Themen parallel. In Dresden zeigt er jetzt auch eine Hans-Christian-Andersen-Sammlung. Das Thema Galionsfiguren ist gerade in der Entstehung und "wäre vielleicht eine schöne Ergänzung für ein Schifffahrtsmuseum". Möwen und Seeschwalben sind bereits fertig im Ordner. An Engel und Lichtgestalten, "ein sehr anspruchsvolles Thema, wie ich gemerkt habe", hat sich Welschhoff ebenfalls herangewagt.


    Die Schau im Wikingermuseum eröffnet am Dienstag, 1. August, um 10 Uhr. Einen Briefumschlag mit dem Motiv der neuen Wikingerhäuser und einem Schmuckornament-Stempel der Post AG gibt es nur an diesem Tag bis 17 Uhr. Der Verein Schleswiger Briefmarkensammler, in dem Welschhoff Mitglied ist, hat diese Aktion initiiert.


    "Runenstein, Thorshammer, Drachenboot – Wikinger-Motive auf Briefmarken", 1. August bis 1. Oktober, Wikinger Museum Haithabu an der B76 kurz vor Schleswig; täglich 9 bis 17 Uhr geöffnet.




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