• Hallo zusammen,


    nach Dänemark und Finnland nun also Norwegen, mal gucken ob wir nicht auch hier ein bischen Aktivität reinbringen können.


    Norwegen ist, allen gegenläufigen Bemühungen der norwegischen Post zum Trotz, immer noch ein recht seriöses Sammelgebiet. Um nicht in Neuausgaben zu ertrinken habe ich mich vor Jahren auf die Zeit bis 1957 beschränkt (Tod König Haakons VII).


    Aber egal, alles was mit Norwegen zu tun hat ist erlaubt. Postsendungen, Marken, Stempel, Polarpost. Hauptsache Norwegen.


    Absolut empfehlenswert ist für alle, die sich mit den Marken Norwegens beschäftigen oder beschäftigen wollen der Norgeskatalog, der vom Osloer Philatelist Klubb herausgegeben wird. Wer bislang nur den Michel kennt, dem werden die Augen übergehen. In Norwegen sind übrigends die Qualitätsansprüche wesentlich härter als bei uns. Werde da gelegentlich aml einen Beitrag schreiben.


    Ich mache mal den Anfang mit einer Vertreterkarte, die in den 90er Jahren mit der Bahnpost nach Sandefjord befördert wurde. Frankiert mit 3 Öre (NK 66, Mi. 54A)


    Viele Grüße
    DKKW

  • 1855 - meine Nummer 1 von Norwegen mit einem schön zentriert sitzenden Dreikreis Stempel 360


    ... dasselbe "problem" wie bei finnland - keine literatur über die abstempelungen von norwegen, obwohl es auch von diesem land wunderschöne stempelformen gibt ....

  • Hallo mannaro,


    ich muss gleich in die Arbeit, aber ich werde heute abend mal was zur Norwegen Literatur einstellen, da gibt es schon was nur verirren sich die Bücher selten nach Deutschland bzw. Österreich.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Da kann ich mal helfen.


    Facit ist ein Katalog eines schwedischen Hauses.


    Laut Facit ist der 3Kreis Stempel mit der Nr 360 dem Ort Maaso (o mit dem Schrägstrich drin) zuzuordnen. als Bewertung hat der Katalog RR angegeben. RR= Rarität


    Laut Facit : - unknown


    1 common
    2 somewhat more unusual
    3 unusual
    4 very unusaual
    5 rare
    6 very rare
    7 rarity


    Zum Vergleich : 43,44 Christianssund hat die Bewertung 1
    181 Lillehammer 1

    *BRD,Berlin,Reich,Schweiz,Benelux*


    **Ansichtskarten und Stempel von Dortmund und Hamburg und Amrum gesucht **

  • Hallo zusammen,


    ich hatte in meinem ersten Beitrag geschrieben, dass die Qualitätsanforderungen in Norwegen erheblich höher sind als in Deutschland. Ich will hier einmal in lockerer Folge einige Beispiele bringen:
    Luksus - Prakt


    Die beiden höchsten Qualitätsstufen in Norwegen, teilweise nur an Details zu unterscheiden:
    Luksus: Absolut perfekt, NK1 mindestens 1,5mm Rand an allen Seiten, gezähnte Marken perfekte Zähnung ohne jede Zahnverkürzung, perfekt zentriert, perfekt aufsitzender Vollstempel.
    Prakt: NK1 der Schnitt darf an einer Seite minimal unter 1,5mm Breite bleiben, Zähnung absolut perfekt, Zentrierung: eine minimale Abweichung nach einer Seite möglich, aufrechter Vollstempel.


    Die von mir gezeigten Marken dürften der Einstufung Prakt genügen, ob sie Luksus sind vermag ich nicht zu sagen.


    Zu den Preisen: Für Marken in Luksus spielt der Katalogpreis (Norgeskatalog) keine Rolle. Um diese Stücke raufen sich auf norwegischen Auktionen die Bieter. Auch für Praktkvalitet muss man Preise deutlich oberhalb der Katalognotiz zahlen (besonders bei "billigen" Marken).


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    hier mal wieder ein Beleg, bevor ich mich in meinem nächsten Beitrag wieder den Qualitätseinstufungen für norwegische Marken zuwende.


    Diesmal zeige ich eine eingeschriebene Drucksache von Porsgrund nach Christiania (alter Name für Oslo) vom 13. II. 02.
    Porto für eine Inlandsdrucksache bis 20g: 3 Öre (1.10.1907 - 30.6.1917) vorher nur bis 15g Gewicht.
    Einschreibegebühr 10 Öre (1.1.1877 - 30.6.1917)
    Portogerecht frankiert mit NK 75 und NK 77.


    Eingeschriebene Drucksachen sind selten, von Norwegen aber nicht so selten wie von Dänemark. Ich habe mich immer gefragt, wozu in aller Welt verschickt man eine Drucksache als Einschreiben. Dann fand ich einen Drucksachenumschlag mit Inhalt, es handelte sich um die Einladung zur Hauptversammlung einer Aktiengesellschaft. Die Firma konnte mit dem Einlieferungsschein nachweisen, dass alle Aktionäre schriftlich und fristgerecht eingeladen wurden!


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo DKKW


    Die Drucksache finde ich toll :)


    Ein Bild von der Geschäft



    Die Gebr. Hallen war eigentlich Gerbern, aber bekannt durch ein Geschäft mit Handschuhen. Weltbekannt in Oslo :)


    Viele Grüsse
    Nils

  • Hallo Nils,


    nein, dieses Forum kannte ich bislang nicht. Sieht auf den ersten Blick so aus, als wären durchaus interessante Beiträge dabei. Ich werde den Link mal unter meinen Favoriten abspeichern.


    Leider habe ich die letzten beiden Jahre meine Aufmerksamkeit schon aus finanziellen Gründen weitgehend auf Dänemark Våbentypen sowie meine postgeschichtlichen Sammlungen "DK <-> Ostasien via Sibirien" und "Postscheine des Königreichs Dänemark und der Herzogtümer" konzentrieren müssen. Ich habe leider keinen Goldesel im Keller.


    Viele Grüße
    Klaus (DKKW)

  • Hallo -steppenwolf,


    die sind beide ausgesprochen hübsch und durchaus begehrt. So etwas wird auf norwegischen Auktionen als Einzellos angeboten. Eine motivgleiche Karte (aber ziemlich vollgeschrieben) wurde bei der letzten Engers frimerker für NOK 440 zugeschlagen (+18% Aufgeld).


    Mit so schönen AK Motiven kann ich nicht dienen, da das Interesse doch eher der Frankatur und/oder Stempel gilt. Hier eine AK vom Ausflugslokal Frognersæteren am Holmenkollen oberhalb Kristiania (Oslo). In den Schiffsbriefkasten geworfen und bei der Ankunft in Dänemark mit dem Landungsstempel "Fra Norge" entwertet.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    heute die Fortsetzung Qualitätseinstufungen in Norwegen, diesmal die dritthöchste Qualitätsstufe: Prima.


    Prima ist in Norwegen immer noch eine Qualitätsstufe über der Katalognotiz im Norgeskatalog.
    NK1 sollte Ränder mit einer Mindestbreite 1,3mm haben, die Zentrierung der übrigen Marken darf etwas nach zwei Seiten abweichen. Die Zähnung sollte nahezu perfekt sein, eine kleine Zahnverkürzung ist akzeptabel, wenn alles andere überdurchschnittlich ist. Der Stempel sollte weitegehend komplett abgeschlagen und klar lesbar sein.


    Meine hier gezeigten Beispiele dürften der Einstufung Prima entsprechen, einige davon würden in Deutschland wohl als "Luxus" oder mindestens "Kabinett" angepriesen werden.


    Auf norwegischen Auktionen kommt man, wenn keine besonderen Stempel, Plattentypen, etc. dazukommen, mit Preis rund um den Katalogwert zum Zuge.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    heute mein dritter Beitrag zu Qualitätsanforderungen Norwegen. Laut Norgeskatalog als "Normalmerker" bezeichnet.
    Die Zentrierung soll gut sein, bei manchen Ausgaben können größere Abweichungen toleriert werden. NK1 sollte mindestens 1,3mm breite Ränder aufweisen. Die Zähnung sollte gleichmässig sein. Der Stempel soll klar, sauber und deutlich sein. Ort und Datum (zeitgerecht) sollten identifizierbar sein.


    Auf Auktionen bekommt man diese Qualität zu ca. 30 - 50% der Katalognotiz.


    Alles was diesen Anforderungen nicht entspricht, bringt deutlich weniger also maximal 10% des Katalogwertes.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    Warenproben machen immer Spass, denn sie sind meist unscheinbar, tragen billige Frankaturen und sind, insbesondere auf Auslandssendungen "schweineselten"


    Hier ein Probenkuvert aus Christiania nach Gottne in Schweden aus dem Jahr 1902. Frankiert mit 10 Öre Posthorn Antiqua, NK 77IIx. Der Werbetext auf der Rückseite übrigens schwedisch, nicht norwegisch. Im Jahr 1902 waren Norwegen und Schweden noch in Personalunion miteinander verbunden. Die Union wurde 1905 von Seiten Norwegens nach Volksabstimmung aufgelöst (99,5% votierten für die Unabhängigkeit. Quelle: Wikipedia)


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    mein heutiger Beitrag ist verhältnismässig modern. Eine Drucksache in die Schweiz nach St. Gallen, die in Moss am 19.12.1958 aufgegeben wurde. Portogerecht mit 25 Öre frankiert. Das Auslandsdrucksachenporto je 50g Gewicht betrug 25 Öre vom 1.1.56 bis 31.3.59. Außerdem sind zwei Julmarken des norwegischen Tuberkulosefonds sowie eine Julmarke der norwegischen Seemannsmission aufgeklebt.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    die Briefmarkenausgaben Norwegens unter deutscher Besetzung sind ziemlich "schwierig" Ungebraucht bzw. postfrisch sind die allermeisten Marken kein Problem. Viele Ausgaben, insbesondere die Propagandaausgaben des Quisling-Regimes sind echt gestempelt selten. Diese Ausgaben wurden von den allermeisten Norwegern boykottiert.
    Das berühmte V-Zeichen, das von Winston Churchill als Zeichen britischen Durchhaltewillens verwendet wurde, fand vielfache Nachahmung bei norwegischen Widerständlern. Insbesondere auch als Grafitti an Wänden und auf Straßen (siehe NK 335, Mi. 280).
    Um dem entgegenzuwirken beschloss die Quisling-Regierung eine Überdruckausgabe der Dauerserie Posthorn/Löwe mit einem V für Viktoria, also als Umdeutung des V-Symbols zum Siegeszeichen des Nationalsozialismus.
    Die Marken wurden am 1. 8. 1941 herausgegeben und bis zum 29. 11. 1941 an den Postschaltern verkauft. Ihre Frankaturgültigkeit verloren die Marken am 1.4.1944.
    Die 50 Öre Marken mit Wz. sind gebraucht wie ungebraucht schwierig und sollten nur kompetent geprüft erworben werden. Die 20 und 25 Öre Marken mit Wasserzeichen sind nur aus Restbeständen in wenigen Exemplaren bekannt. Gestempelt immer falsch!!!


    Hier ein Brief der "Deutschen Monatshefte in Norwegen" bezeichnenderweise an das Hauptarchiv der NSDAP in München vom 25.10.41. Entwertet mit dem "passenden" V-Maschinenstempel von Oslo.


    Ein richtiger Norweger hätte sich vermutlich eher die Hand abgehackt als diese Propaganda-Marken der Quisling-Regierung zu verwenden.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    heute mal wieder etwas älteres: Ein Einschreiben/Rückschein aus dem Jahr 1885.
    Der Brief wurde am 18.2.1885 in Elverum abgeschickt und trägt rückseitig das Siegel der Postaabnerie Elverum. Frankiert mit einem Paar der 10 Öre Marke Ausgabe 1882/85 (21 mm stereotypi) NK 43a.
    Handschriftlich: "Recommanderes" sowie "Recepisse medfølger"
    R-Stempel mit handschriftlicher R-Nummern 25 von Elverum und 42 von Christiania. Der Poststempel (Ankunftstempel?) auf der Rückseite ist völlig unleserlich.
    Porto: 10 Öre je 15g Gewicht (1.1.1877 - 30.9.1907, dann je 20g Gewicht bis 30.6.1919). Die Einschriebegebühr betrug ebenfalls 10 Öre (1.1.1877 - 30.6.1917). Die Rückscheingebühr war auf dem Rückschein zu verkleben und betrug 5 Öre (1.1.1877 - 30.6.1888)
    Quelle: Aune, Norske Innenrikske Porto - Takster & Gebyrer 1877 - 1995


    Viele Grüße
    DKKW