AD < --> Schweden

  • Ich möchte hier einen Brief zeigen, der von Stettin am 25.02.1862 über Hamburg 27.02.1862 nach Stockholm geschickt wurde. Ein Ankunftstempel hat der Brief leider nicht. Auf der Vorderseite ist neben dem Stettin-Stempel ein Franco-Stempel abgeschlagen und ein Tax-Vermerk 7. Auf der Rückseite sind die Stempel von Hamburg27.02.1862 und des Hamburgischen Königlichen Postamtes Schweden. Der Stempel K.S.P.A soll selten sein.

  • Hallo Schnulli,


    wenn mich mein Erinnerungsvermögen nicht völlig täuscht, verblieben Preußen 2 Sgr. von den total bezahlten 7 Sgr. und je 2,5 Sgr. kostete das Seeporto und die Inlandsgebühr in Schweden.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Hallo Schnulli,


    der vorderseitige Ra1-Stempel "Franco" müsste preussischen Ursprungs sein, zumindest ist es kein schwedischer Stempel, bei denen war der Rahmen oval, auch wurde er erst später eingeführt. Auch die Franco Stempel des preussischen PA in Hamburg sahen anders aus, also vermutlich gleich in Stettin abgeschlagen.
    Der rückseitig angebrachte "Hamburg / K.S.P.A. (D.) / 27.2.1862" in schwarz (ARGE 5Rs) ist nicht sehr teuer, steht im Handbuch bei 40,-- €.
    Der Brief wurde wohl aufgrund Eisgangs in der Ostsee über den Dänemarktransit geschickt. Der Wintertransit lief üblicherweise von November bis Anfang April über DK, ansonsten per Postschiff Stralsund-Ystad.
    Beim Porto können Dir sicherlich die "Preussen" weiterhelfen.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallöchen Schnulli,


    es wurde zwar schon alles Wesentliche gesagt, aber trotzdem möchte ich natürlich meinen Senf dazugeben, wenn es sich um Schweden handelt.
    Ich habe mal die Franco-Stempeltypen mit angehängt, die aus Schweden bekannt sind. Es gibt gerahmte und ungerahmte, aber der von Deinem Brief ist, wie Du siehst, nicht dabei.


    Beste Grüße vom Markenfritze



    Quelle des Bildes: Facit Postal VIII, Facit Förlags AB, Västerås, 2009, S.11

  • Markenfritze


    In der Zeit um 1862 dürften Stempel wohl in jeder Ecke bald vorkommen.
    Was mir auffällt, ist dabei, dass der Stempel von Stettin eine sehr ölhaltige Farbe gehabt haben muss. Denn die Ränder sind fettgeträgt im Papier gut zu sehen. Dieses Merkmal hat der Franco-Stempel nicht. Trotzdem kann es sein, dass der Stempel in Preussen abgeschlagen wurde. Oder auch nicht. Bei genauer Betrachtung ist zu sehen, dass die fette rote 7 schwach blau gestrichen ist. Dahinter ist ein Handzeichen oder mit viel Phantasie lese ich daraus auch 7 und 5, also wohl 7,5 Sgr. Dahinter ist dann der Franco-Stempel abgeschlagen. Die blauen Notizen sind wohl in Verbindung mit dem Franco-Stempel zu sehen. Diese können irgendwo auf dem Weg des Briefes gemacht worden sein, z. B. vom Postamt Schwedisch in Hamburg, oder auch bei der Post in Dänemark oder gar in Schweden. Der Stempel könnte der Uddevalla 3 sein. Briefe haben eben oft ein Geheimnis, was sich heute nicht mehr lüften läßt.


    War es eigentlich üblich, dass in Schweden kein Ankuftsstempel abgeschlagen wurde?

  • Zitat

    Original von Schnulli
    ...
    Bei genauer Betrachtung ist zu sehen, dass die fette rote 7 schwach blau gestrichen ist. Dahinter ist ein Handzeichen oder mit viel Phantasie lese ich daraus auch 7 und 5, also wohl 7,5 Sgr. Dahinter ist dann der Franco-Stempel abgeschlagen.
    ...


    Die 7 Sgr. vom Absender zu zahlendes Franko wurde bei der Kontrolle im preußischen Postamt blau gestrichen - ist bei vielen preußischen Franko-Briefen zu sehen, es war eine übliche Vorgehensweise.
    Danach steht in blauer Tinte fr. 5 , dies ist das Weiterfranko für die schwedische Post. Möglicherweise wurde dies in dem preußischen Postamt in Hamburg notiert. Von dort könnte auch gut der Franco-Stempel stammen; in dem Buch von Meyer-Margreth ist ein ähnlicher (gleicher ?) Franco-Stempel für die preußische Post abgebildet.


    Viele Grüße
    Michael

  • Michael D


    Genau so wird es wohl gewesen sein. Dazu passt die Farbe und das Aussehen des rückseitigen Hamburg-Stempels. Im Michel Spezial sind solche Stempel vom Königlich Preussischen Oberpostamt in Hamburg gelistet. Dieser Doppelkeisstempel soll in 27 Varianten von 1848 bis 1863 im Einsatz gewesen sein. Dann ist der Brief in Hamburg also beim Preussischen Oberpostamt angekommen und geprüft worden. Von dort wurde er dann in Hamburg dem Schwedischen Oberpostamt übergeben, die den Brief dann weitergegeben haben über Dännemark bis nach Schweden.