Warum sind Marken bei ebay so billig?

  • Hallo, ich habe mich heute hier registriert und komme gleich mal mit einer Frage. Ob das hier der richtige Ort ist weiss ich nicht, aber ich muss mich ja auch erst einmal zurecht finden.
    Ich versuche seit einiger Zeit meine Sammlung zu komplettieren.
    Dabei ist mir schon aufgefallen, dass fast alles deutlich unter Katalogwert verkauft wird.
    Das ist mir nichts neues. Der Kat. Wert sagt nicht viel aus, aber ich wunderte mich dann schon, als ich bei Ebay sah, für was für Spotpreise die ersten Marken BRD ab 1949 rausgehen. Die 139 für 10 Euro 111+112 für 9 Euro. Also ist das jetzt alles überhaupt nichts mehr wert?
    Die Artikel waren alle von Shops reingestellt. Also Betrug schließe ich mal aus. Ich selber habe schon einige Zuschlagsmarken für nen Appel und nen Ei erstanden...ebenso ganze Jahrgänge. Natürlich kommt es bei gestempelten Marken auf den Stempel an. Aber schlecht sah das alles in den Auktionen nicht aus..auch die Zähne sind immer sehr gut.


    Vielleicht kann mir ja mal jemand sagen, ob Briefmarken überhaupt noch einen Wert haben, oder ob man jetzt schon BRD 1949-1956 lieber gleich in den Papierkorb schmeisen sollte.

  • Hallo!


    Zitat

    Original von Jan1979
    Die Artikel waren alle von Shops reingestellt. Also Betrug schließe ich mal aus.


    Das ist recht mutig. Natürlich kann man bei ebay sehr gute Schnäppchen machen, aber Vorsicht ist auf jeden Fall geboten. Auch vermeintlich seriöse, bekannte und erfahrene Händler sind schon öfter negativ in dieser Hinsicht aufgefallen.


    Zitat

    Original von Jan1979
    Vielleicht kann mir ja mal jemand sagen, ob Briefmarken überhaupt noch einen Wert haben, oder ob man jetzt schon BRD 1949-1956 lieber gleich in den Papierkorb schmeisen sollte.


    Briefmarken mit ihrem monetären Wert zu betrachten macht in meinen Augen immer weniger Sinn. Die "Aktie des kleinen Mannes" war einmal, und mit den Katalogpreisen lügt man sich auch nur seine Sammlung wertvoll. Letztens habe ich auf einer Börse etliche aktuelle Zuschlagsmarken mit Top-Stempeln abgestaubt, Stückpreis bei 10-15ct.


    Klar kann man immer noch "Schnäppchen" bei Prophila mit sage und schreibe 110% Michel machen ("völlig unterbewertet"), aber allein aufgrund der Masse dürfte ebay der Maßstab für Marktpreise sein (hochwertige Auktionsstücke vielleicht mal ausgenommen). Schönen Gruß an die "Marktpreise" in den Katalogen. Ich suche immer noch jemand, der mir für meinen hunderten selbstklebenden Rosengruß/Kameliengruß/Roter Sand/Rheintal den Katalogpreis bezahlt.


    Auch der Händler dürfte teurer sein, aber da hat man ja die Beratung und die Ansicht der Ware als Bonus.


    Was Katalogpreise angeht: Vergiß sie! Wenn überhaupt taugen sie als Verrechnungseinheit beim Tausch, mit der Realität hat das nichts zu tun.


    Ebay-Preise sind Marktpreise, sowohl für schöne Stücke als auch für Schrott und Fälschungen ;-)


    Grüße,
    db

  • Jan1979:


    Deine Frage kann man nur sehr differenziert beantworten:


    1. Katalogpreise gelten für wirklich einwandfreie Marken (was einwandfrei ist, hängt z.T. von der Ausgabe ab - Hinweise dazu z.B. im Michel-Spezial). Alles was davon abweicht kommt nur noch auf 10-15% des KW.


    2. Für überdurchschnittlich gute Marken musst Du oft 200-300% Michel zahlen. Wenn das reicht. Von 1000 Marken wird aber nur eine diesem Anspruch gerecht.


    3. Du musst bei eBay eine Marke anhand des Scans beurteilen, der oft saumässig ist. Die Beschreibung ist ebenfalls oft sehr hilfreich: Siehe Scan... Wenn der Anbieter jetzt glaubt, dass sich alle auf die Marke stürzen, denn kann ihm nicht geholfen werden. Das hält aber auch die Preise niedrig.


    4. Mittlere bis hochpreisige Ware wird gern und gut gefälscht. Im Verhältnis zu Auktionen, wo überwiegend Fachpublikum zugegen ist, sind die Preise für Schrott auf eBay unglaublich hoch. Andererseits leidet dadurch das Preisniveau für gute Standardwerte, weil viele aus Angst vor Beschiss nur Sicherheitspreise bieten.


    Fazit: Bevor man sein Schnäppchen einsortiert, sollte man sich mit den gängigsten Fälschungsmethoden und den Bewertungskritierien vertraut machen.

  • Mein Stiefvater hat seinerzeit auch zehntausende DM mit Bund in den Sand gesetzt.


    Aktie des kleinen Mannes stimmt schon. Escom oder E.On ist da die Frage...

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.

    Voltaire

    Einmal editiert, zuletzt von Lacplesis ()

  • Kann mich nur Den Vorschreibern anschließen! Aber es ist auch Jahreszeit abhängig. Zur Zeit ist noch Sommer und das ist das Sommerloch. In diesen Monaten nicht verkaufen, sondern nur kaufen.


    Herbst/ Winter kann man besser verkaufen und dann sollte man etwas bessere Stücke reinsetzen!!

  • [quote]Original von Gagrakacka
    Jan1979:


    Deine Frage kann man nur sehr differenziert beantworten:


    1. Katalogpreise gelten für wirklich einwandfreie Marken (was einwandfrei ist, hängt z.T. von der Ausgabe ab - Hinweise dazu z.B. im Michel-Spezial). Alles was davon abweicht kommt nur noch auf 10-15% des KW.


    quote]


    Das dürfte so nur bedingt stimmen, meine Jahrgänge Bund Vollstempel bringen auch nicht mehr als 2 Euro. Und die Marken sind mehr als ausgesucht. Auch die postfrischen Marken sind wirklich postfrisch, also keine Fingerspuren oä. Aber den Preis treibt das auch nicht.
    Ich denke eher das viele erstmal billig kaufen und dann in ein paar Jahren feststellen, daß die Zuschlagsmarken nur schlecht gestempelt waren und dann fangen Sie an die Marken einzeln zu suchen. Ich bezweifle das es wirklich viele Sammlungen Bund/Berlin/DDR mit sauberen Vollstempeln gibt. Alles was ich bei ebay aufgekauft habe, war vielleicht mit max. 10-15 % vollgestempelt, meist weniger.

  • @mgs:


    Vollstempel oder Bedarfsvollstempel? Auch die Zuschlagsmarken mit Bedarfsvollstempeln? Andererseits sind die meissten moderneren Bundmarken durchaus häufig zu haben und die Katalogwerte nur Platzhalter, damit der Handel nicht nichts verdient.


    So gesehen hast Du vollkommen recht, in dem speziellen Fall haben wir bei eBay Marktpreise, die in vielen Fällen weit unter KW liegen.

  • Noch eine abschliessende Bemerkung: Den Michelpreis schau ich mir als allerletztes an. Die Details zur Markenausgabe selbst sind wichtig. Und wer mit Briefmarken ein kleines Vermögen erzielen will, der sollte vorher ein grosses investieren. Am besten drei grosse...

  • @ Gagrakacka


    Natürlich bedarf, alles andere ist ja nun wirklich nicht akzeptabel. Wobei Voll-SSt auch ganz gut gehen.
    Das schlimme ist einfach, daß die JG im Sog des ganzen Mistes mit untergehen. Wobei Ausnahmen die Regel bestätigen, da ich in Ausnahmefällen auch mal das doppelte für einen gestempelten JG bekommen habe. Aber eher viel zu selten.
    Bei DDR ist es aber noch schlimmer, hier sind Vollstempel aus dem Bedarf Goldstaub, weil die Auflagen viel kleiner sind und auf den ganzen Satzbriefen nur Eckstempel drauf sind.