Nachgebühr -und was noch ?

  • Hallo,
    die folgende Auslandskarte vom 6. 10. 38 aus Braunschweig nach Meran fiel
    mir jetzt in die Hände. Sie ist mit 3 Rpf unterfrankiert. Deshalb wurde sie mit
    3 Rpf + 67% (2 Rpf) Nachgebühr belegt. Das ist ja auch alles korrekt. In
    Italien ist dann wohl die Nachgebühr mit einer 30 Cnt Portomarke verklebt
    worden.
    Doch jetzt ist da noch ein großer Zettel und ein paar Stempel und hand-
    schriftliche Vermerke sind zu sehen.
    Da ich kein italienisch kann, bitte ich um etwas Hilfe, was mit der Karte noch
    alles geschehen ist. Besten Dank im voraus


    m.w.myname

  • Die Karte wurde nicht in Braunschweig abgeschickt, sondern in Erkerode.
    Neben der Marke befindet sich der Stempel der Poststelle (PST II Land)
    Erkerode über Braunschweig.
    Die Entwertung der Marke erfolgte dann in Braunschweig.


    Z.

  • Die Karte war an einen Gast im Hotel Excelsior in Meran gerichtet.
    Die erhobene Nachgebühr wurde mit einer Portomarke auf einem Gebührenschein (Cartolina Tassata) quittiert.
    Der Gast war bereits abgereist und so wurde die Karte an die Heimatadresse geschickt. In Braunschweig wurde dann 5 Rpf. Nachgebühr erhoben.


    Z.


    Edit:


    Vielleicht wurde auch zunächst in Deutschland der Taxe-Vermerk angebracht,
    dann in Meran kassiert und danach kostenfrei zugestellt?!

  • Hallo Michael,


    ich versuche mal die bisherigen Erkenntnisse zusammenzufassen und zu ergänzen:


    Die Karte wurde mit 12 Pf frankiert in Erkerode abgeschickt.
    Neben der Marke befindet sich der Stempel der Poststelle (PST II Land)
    Erkerode über Braunschweig.
    Die Entwertung der Marke erfolgte dann am 06.10.1938 in Braunschweig 1.


    Der Auslandstarif betrug nicht 12 Pf sondern 15 Pf.
    Daher wurde die Karte mit einem handschriftlichen Vermerk "T" versehen und daneben das Fehlporto von 3 Pf wie im internationalen Verkehr vorgeschrieben umgerechnet in französische Währung als "6 c" vermerkt.


    Die Karte war an einen Gast im Hotel Excelsior in Meran gerichtet.


    Die in Italien zu erhebende Nachgebühr wurde aus den 6 Centimes in französischer Währung in 30 Centesimi in italienischer Währung umgerechnet und mit einer Portomarke auf einem Gebührenschein (Cartolina Tassata) quittiert per Tagesstempel Merano am 08.10.1938.


    Der Gast war bereits abgereist und so wurde die Karte an das Aufgabepostamt Braunschweig 1 zurück geschickt.


    Dort wurde die Adresse des Absenders ermittelt "Am Fallersleber Tor" und die Karte wurde den innerdeutschen Vorschriften entsprechend mit 5 Pf Nachgebühr belegt, worauf ein einzeiliger Stempel des Postamts Braunschweig 1 hinweist!


    Berechnet wurde übrigens das 1,5 fache des Fehlportos, hier also 1,5 x 3 Pf gleich 4,5 Pf, die zu 5 Pf aufgerundet wurden!


    Fazit: ein traumhaft schönes Bedarfsstück "mit Gesicht und Geschichte"!


    Liebe Grüße
    mx5schmidt