Zeitzeugen gesucht: Deutsch-deutscher Briefwechsel

  • Fünfzehn Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung ist Vieles aus dieser Zeit entsorgt. Dazu gehören auch Briefe, die in den 40 Jahren der Teilung über die Grenze gewechselt wurden. Sie zu sammeln, zu bewahren und für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen, hat sich das Museum für Kommunikation Berlin zur Aufgabe gemacht.
    Bei den Schriftstücken handelt es sich um wichtige Dokumente der Kommunikations- und Zeitgeschichte, an denen bereits heute ein reges Interesse besteht. Sie erlauben nicht nur die Rekonstruktion historischer Zusammenhänge, sondern ermöglichen darüber hinaus, einen wichtigen Ausschnitt deutscher Geschichte aus der Perspektive der betroffenen Menschen zugänglich zu machen.
    Waren die politischen Beziehungen zwischen Ost- und Westdeutschland vor allem durch Abgrenzung und spannungsgeladene Kommunikation gekennzeichnet, bemühten sich jenseits der „großen Politik“ viele Menschen, ihre Beziehungen zu Freunden und Angehörigen im anderen Teil Deutschlands weiterzuführen. Eines der wichtigsten Medien, um trotz räumlicher und ideologischer Grenzen den Kontakt zu halten, war das Briefeschreiben. Der Briefkontakt erlaubte den Menschen, ein Gefühl von Gemeinschaft aufrecht zu erhalten und immer wieder neu zu schaffen, während die nationale und kulturelle Zusammengehörigkeit beider Seiten im politischen Diskurs zunehmend hinterfragt wurde.
    Für die Realisierung des Projektes sucht das Berliner Museum für Kommunikation Zeitzeugen, die selbst Briefkontakte in den anderen Teil Deutschlands pflegten, diese Briefe bis heute aufbewahrt haben und bereit sind, sie dem Museum zur Verfügung zu stellen. Wer sich von seinen Briefen trennen kann oder diese zumindest leihweise für Kopien zur Verfügung stellen möchte, kann diese ab sofort dienstags bis freitags in der Zeit von 9 bis 17 Uhr übergeben: Museum für Kommunikation Berlin, Bibliothek/Archiv, Leipziger Straße 16, 10117 Berlin, Telefon 030 / 202 94-303, Fax -111.



    Quelle: