Hilfe bei Stempellot von 1867

  • Liebe Sammlerfreunde!


    Könnt Ihr mir bei der Bestimmung der Abstempelungen weiterhelfen ?


    Bei der ersten Briefmarke ist der Orts- oder Stadtname POZSONY 4/4/1870 (PUZSONY ()angebracht, sofern ich ihn richtig erlesen habe, leider konnte ich in meiner Spezialliteratur v. Klein nichts finden. Auf der Rückseite des Briefstückes wurde die Nr. 6163c vermerkt ???)


    Bei der 2. Briefmarke handelt es sich um eine Abstempelung von Laibach. Vielleicht könnt Ihr mir etwas über die Stempelart bzw. dessen Bewertung sagen!


    Bei der 3. Briefmarke handelt es sich um die Nr. 4051 d oder e (nach Klein) - RAGUSA/DUBROVNIK. Hier bin ich mir nicht sicher ob es ein f-Stempel oder ff-Stempel ist.


    Die letzte Briefmarke ist entweder eine 5745 b oder c (Klein-Nr.) - Wien 11 Habsburggasse/Habsburgergasse. Es ist ein Doppelkreisstempel (Farbe blau) mit Jahreszahl und Expedition.


    Liebe Grüße - Berni17


    :hilfe:

  • Hallo Berni17,


    zur 3. Marke : f (18 - 20 mm) ff (16 - 18 mm), ich würde sagen es ist ein f.


    zur 4. Marke : es handelt sich um den Stempel Mü 5745b


    zur 1. Marke: die 1867er Ausgabe war bis 31.7.1871 auch in Ugarn frankaturgültig. Dafür gibt es von Edwin Müller ein eigenes Stempelhandbuch, das ich aber nicht besitze.


    zur 2. Marke: ?( bin ich auch überfragt.


    gruß obelix.fg

  • Hallo,


    POZSONY ist der ungarische Name für Pressburg - oder heute Bratislava auf Slowakisch - die Müller Nummer ist 6163 c (5 Pkte.). Diesen Stempel gibts auch schon auf der 5. Ausgabe, dort wertet er ziemlich viel, nämlich 340 Punkte. Der Grund dafür ist, dass der Stempel Pozsony erst 1867 - also mit dem Österreichisch Ungarischen Ausgleich ausgegeben worden ist. Vor dem Ausgleich wurde ausschliesslich die deutsche Version PRESSBURG verwendet und die 5. Ausgabe (Doppeladler im Oval mit weiter Zähnung) war immerhin bis 1869 gültig. Also wenn Du diesen Stempel auf der 5. Ausgabe siehst - zugreifen !! :-) Auf der 67er Ausgabe ist er häufig - soweit ungarische Stempel auf dieser Ausgabe überhaupt als häufig bezeichnet werden können. Pressburg - Pozsony - Bratislava war übrigens lange Zeit ungarische Haupt- und Krönungsstadt.


    Der nächste ist ein Rekommandationsstempel mit Ortsangabe Laibach, ich habe momentan nur den ersten Teil von Klein greifbar und diese Stempel sind im zweiten, generell sind die Reco Stempel natürlich ein bisserl seltener als die normalen Ortsstempel jedoch Laibach ist häufig. Aber das abgebildete Stück ist ein wunderschönes Luxusstück. In dieser Qualität ist der Stempel wiederum relativ selten.


    Beste Grüße

  • Hallo philatelikus!


    Danke für deine ausführlichen Informationen. In der Zwischenzeit hab ich mir von Müller das Handbuch über die Poststempel auf der Freimarkenausgabe 1867 von Österreich und Ungarn - Teil Ungarn (Nachdruck 1981) beschafft und konnte gleich meine Frage zu den Stempel POZSONY beantworten.


    Gestern (19/9) habe ich mich in Wien über die Reco-Stempel erkundigt und musste feststellen, dass das Handbuch von Klein, 1. und 2. Teil aus den 60-iger und 70-iger Jahren vergriffen ist.


    Weiters bin ich beim Inhaber eines Briefmarkenhaus im 1. Wr. Gemeindebezirk mit meinen Fragen bezüglich der Rekommandationsstempel auf wenig Gegenliebe gestoßen.


    Aber zum Glück gibt´s ja jemanden wie dich, der dafür Verständnis hat.


    :dankeschoen:

  • Hallo Berni17,


    der Wilhelm Klein Katalog von 2001 den du hast ist eine Neubearbeitung der Klein Kataloge aus den 60/70 jahren. Alle Stempel die in den original Klein-Katalogen enthalten sind findest du auch in der überarbeiteten Fassung von Herrn Rieger.
    Die Adresse des Herrn Rieger kannst du im Ersten Band Teil 1 (dünnes Buch auf Seite 2 unten finden, er wohnt übrigens auch in Wien. Mach eine Kopie und schick sie ihm. Vielleicht hast du ja einen bis jetzt noch nicht katalogisierten Stempel.
    Es besteht auch die Möglichkeit den Stempelabschalg an den


    Verband Österreichischer Philatalistenvereine unter dem Kennwort "ARGE KLEIN"


    zu schicken. Die Adresse findest du im selben Buch auf Seite 9. Die können dir bestimmt auch bei der Umrechnung von Punkte in Bares weiterhelfen. Ich konnte dafür noch keine befriedigende Auskunft erhalten.


    gruß, obelix.fg

  • Hallo Berni17,


    im Büro hab ich auch den 2. Band zur Verfügung: Es ist der Stempel Nr. 6205 nach Klein und mit 35 Punkten einer der häufigsten Recostempel mit Ortsangabe. Aber die Qualität machts aus und die ist beim abgebildeten Stück super.


    Diese komplexe Verschachteltheit von Seltenheit und Erhaltungszustand eines Stempels kombiniert mit der Beliebtheit in der Sammlergunst und garniert mit der Bewertung des Auftretens bei Marken einer bestimmten Ausgabe macht deutlich, warum die Autoren von Stempelkatalogen nach einem Punktesystem bewerten. Die Punkte sollen nämlich nur Relationen herstellen und keine Preisbewertung vornehmen. Abgesehen davon, dass Punkte keiner Inflation und keiner Währungsumstellung angepasst werden müssen.


    Ich kann also schon die Antwort auf die Frage geben, was denn die Punkte in Barem wert seien: Es kommt darauf an ....


    Es gibt auf diese Frage nur Antwort für jedes individuelle Stück und dabei nicht danebenzuhauen ist gar nicht so einfach.


    Beste Grüße