1490 - die erste deutsche Postlinie

  • Gegen Ende des 15. Jahrhunderts begann eine Zeit der Umwälzungen: Um 1450 erfand Gutenberg den Buchdruck. Schon zwei Jahre zuvor erhielt Franz von Taxis vom späteren Kaiser Maximilian I. den Befehl, eine Postlinie quer durch Deutschland einzurichten. Sie führte von Innsbruck nach Mechelen, mit einem Posten nach jeweils fünf Meilen.


    Zunächst beförderte sie nur amtliche Briefe, ab spätestens 1506 aber auch private Korrespondenz. Das Postnetz wurde schnell ausgebaut. Bald gingen regelmäßig Botschaften nach Brüssel, Rom und Spanien. Im Jahre 1615 erhob der Kaiser die Familie der Taxis zu Reichspostmeistern. Es entstanden immer neue Postverbindungen, zum Beispiel 1660 von Leipzig nach Hamburg. Mit der Gründung des Deutschen Reiches 1871 wurde eine gemeinsame Reichspost eingeführt, aus der die heutige Deutsche Post hervorging.


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    Quelle:

  • Da gab's wohl auch schon Vorläufer, grad im Sachsen-Handbuch gelesen.
    "Schon 1388 stand Leipzig mit Augsburg in direkter Verbindung... Leipzig sandte Briefboten zu Fuß und zu Pferd nach Nürnberg, Augsburg, Magdeburg, Braunschweig, Hamburg, Cöln an der Spree (dem heutigen Berlin), Dresden, Prag und Wien."


    und


    "Als 1488 Herzog Albrecht, Regent von Meißen, den Oberbefehl über das in den Niederlanden stehende Herr des Kaisers Friedrich III erhielt und dort Statthalter wurde, soll er eigene Boten, zu Fuß und beritten, gehalten haben, die stationsweise seine Schreiben sehr regelmäßig und schnell nach Meißen und Friesland beförderten."


    Gruss Totalo-Flauti

  • Im Buch von Fritz Steinwasser "Berliner Post, Ereignisse und Denkwürdigkeiten seit 1237" Transpress, 1988 habe ich einen weiteren Vorläufer gefunden. Da heisst es ab Seite 16:
    " Noch um das Jahr 1300 regelte die Fuhrmannspost den Informationsaustausch der Berliner und Cöllner Bürger nach Bedarf, wenn zum Nachrichtenversand kein geeigneter Bote bereitstand." Auf Seite 528 kann man lesen: "um 1380 Der Deutsche Ritterorden richtet in Berlin einen Bryffstall (Agentur) seines Post-Stafetten-Dienstes ein." Hier war allerdings eine hohes Porto fällig. "Etwa 20 Golddukaten für die Beförderung eines Briefes von Marienburg bis zum Papst in Rom" (Seite 19). " Also muss der Deutsche Orden bereits eine eigen Botenpost vor Taxis unterhalten haben, wenn auch "etwas" teuer.


    Gruss Totalo-Flauti