Abgestempelt und eingeordnet

  • Stadel Markensammler mit Medaillenchancen


    Abgestempelt und eingeordnet


    Mit seinen Exponaten hat Ernst Schmid bereits Gross-Vermeil, eine Zwischenstufe von Silber und Gold, gewonnen. An der Briefmarkenausstellung in Baden hofft er nun auf die Goldmedaille.


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    Einige Stücke seiner Sammlung sind dem Philatelisten Ernst Schmid besonders ans Herz gewachsen. (van)

    Eine Briefmarke misst zwar meist nur 25 mal 30 Millimeter, kann jedoch die Geschichte eines ganzen Landes widerspiegeln. Deshalb fasziniert sie auch den Philatelisten Ernst Schmid aus Windlach. Schon als kleiner Knabe hat Schmid von seinem Bruder sein erstes Briefmarkenalbum erhalten. «Im Album waren aber nur schlechte Marken», sagt Schmid. Trotzdem weckte dieses Album sein Interesse an Briefmarken. Es war der Beginn einer grossen Leidenschaft.
    Über Jahre hinweg kaufte Schmid seine Marken an verschiedenen Auktionen und Börsen in Europa und der Schweiz. «Man muss vom Typ her schon ein Sammler sein», so Schmid zu seinem Hobby. Das Briefmarkensammeln sei sehr zeitintensiv. «Die Sammler sind darum eher Leute im reiferen Alter», sagt der Rentner. Er selbst habe auch erst seit seiner Pensionierung richtig Zeit dafür. «Und ich schaue halt weniger Fernsehen», fügt er an.


    Ein bisschen mehr Anstand
    Eines seiner liebsten Stücke ist ein Kuvert an das «Wohllöbliche Zunftgericht» in Stadel, das aus dem Jahr 1849 stammt. «Solch seltene Stücke lagere ich zur Sicherheit aber extern», so Schmid.
    Schmid sammelt aber nicht nur historische Briefmarken. Zum Jubiläum der Post hat Schmid eine eigene Briefmarke von sich und seiner Frau anfertigen lassen. «Diese Marke verwenden wir nun bei speziellen Gelegenheiten», sagt er.
    Neben den Briefmarken besitzt Schmid auch historische Briefe. Einige davon hat er vom Altdeutschen ins Neudeutsche übersetzt. Die Schrift habe er mit Hilfe seiner Tante und im Selbststudium lesen gelernt. Verborgene Geheimnisse hat er aber bisher nicht entdeckt. «Zum Teil schrieben die Leute ganz banale Sachen», so Schmid. Früher war es auch üblich, Anreden wie «Wohllöblicher Herr» zu verwenden. «Man hatte wohl noch ein bisschen mehr Anstand als heute», sagt Schmid lachend.


    Postwesen des Bezirkes Dielsdorf
    An der Nationalen Briefmarkenausstellung in Baden stellt Schmid nun drei Exponate aus. In der Kategorie der Postgeschichte und der Philatelistischen Literatur stellt er die Geschichte des Bezirkes Dielsdorf dar. Gezeigt werden Abstempelungen aller Poststellen des Bezirkes und die Entstehung und Entwicklung des örtlichen Postwesens.
    In der Kategorie der Thematischen Philatelie widmet sich der Landwirt dem Thema Landwirtschaft. Das Exponat erzählt die Geschichte der landwirtschaftlichen Entwicklung mit Briefmarken, Stempeln und Belegen aus der ganzen Welt. «Ich kann den Betrachtern mit den Briefmarken einen anderen Zugang zum Thema Landwirtschaft ermöglichen», so Schmid. Beim Erstellen des Exponates habe er stets auf sein Fachwissen als Landwirt zurückgreifen können.



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