Russland Postzensur 1914 - 1917

  • Laut google-Übersetzer ist старший лейтенант nur ein Oberleutnant. Und подполковник ist der Oberstleutnant. In Deutschland wären es 3 Ränge höher (Oberleutnant, Hauptmann, Major, Oberstleutnant). Wie das in Russland ist, weiß ich nicht. Vielleicht klärt northstar das auf.

    Inzwischen habt Ihr die Lösung ja schon gefunden. Ich hätte auch auf Wikipedia verwiesen (ergänzend: https://de.wikipedia.org/wiki/Oberstleutnant und https://ru.wikipedia.org/wiki/Подполковник)

    Libertatem quam peperere maiores digne studeat servare posteritas.

  • Hier habe ich eineninteressanten Brief in die Schweiz. Aufgegeben wurde er am 3.7. 1917 in Riga (Fehleinstellung beim Maschinenstempel?). Hier wurde er auch geprüft und der Zensurstempel Typ 6 des Dwinsker Militärbezirks angebracht. Geprüft wurde er dann erneut am 17.7. in Petrograd (schwacher K2 rückseitig). Verschlossen wurde der Umschlag zunächst mit dem Verschlussstreifen PETROGRADER - MILITÄRZENSUR und dann mit dem Verschlussstreifen MILITÄRZENSUR - P. M. B.. Der erste Streifen war vielleicht schon nicht mehr gültig? Zu dem kamen die Zensurstempel Typ 24, 27 und 36 auf deb Umschlag.

    Weitergeleitet wurde der Brief dann in die Schweiz, wo er erneut geprüft wurde.


    Suche Kaiserreich Russland - insbesondere Punkt-Nummernstempel.

  • Hallo 241264-hsvfan,


    evtl. rühren die zwei verschiedenen Verschlussstreifen daher, dass der Brief zweimal in St. Peterburg geprüft wurde; es sind ja auch zwei Kastenstempel von unterschiedlichen Zensoren abgeschlagen.


    Der ovale Stempel "OUVERT 912 ..." ist ein französischer Zensurstempel.

    Libertatem quam peperere maiores digne studeat servare posteritas.

  • Ich kann mal wieder etwas Neues zeigen. Ganz frisch eingetroffen ist dieser schöne Brief aus Reval, aufgegeben vom spanischen Vizekonsulat am 16.4.1916.

    Vorder- und rückseitig befindet sich der Zensurstempel Typ 4, hier mit den Initialen F. L.. Verschlossen wurde der Brief mit dem Verschlußstreifen Typ 19. Die Größe gibt Speeckaert mit ca. 75 x 45 mm an. Die Größe hier beträgt 77 x 57 mm.


    Suche Kaiserreich Russland - insbesondere Punkt-Nummernstempel.

  • Direkt aus Russland sind einige Zensurbelege frisch eingetroffen.

    Dieser Feldpostbrief vom November (?) 1916 zeigt vorderseitig einen bewaffneten Soldaten. Der Kreisstempel rückseitig ist leider nicht zu lesen, jedoch der rote Einzeiler 'AUS DER AKTIVEN ARMEE' deutet darauf hin. Rückseitig hat der Prüfer die Kontrolle des Briefes handschriftlich bestätigt: Читалъ: - подпрапощникъ Unterschrift (leider unleserlich durxh rauhe Öffnung) - перевелъ: Г. Таммист = Gelesen: Fähnrich Unterschrift - Übersetzt: G. Tammist. Ich hoffe mal, das ich das alles richtig entziffert habe. Wohin der Brief gelaufen ist, kann ich leider nicht sagen. Und warum übersetzt werden musste, deshalb auch nicht. Vielleicht kann northstar da nachhelfen - auch mit dem Slogan auf der Vorderseite?



    Suche Kaiserreich Russland - insbesondere Punkt-Nummernstempel.

  • Ich hoffe mal, das ich das alles richtig entziffert habe. Wohin der Brief gelaufen ist, kann ich leider nicht sagen. Und warum übersetzt werden musste, deshalb auch nicht. Vielleicht kann northstar da nachhelfen - auch mit dem Slogan auf der Vorderseite?

    Ja, das ist fast alles richtig entziffert, kleine Korrektur подпрапощникъ - подпрапорщикъ.


    Der Empfänger des Briefes war ein Herr Jan Alev im Dorf Võõbu? im Gouvernement Estland – über Weißenstein (Paide) / Bezirk Anna. Der Name des Empfängers klingt nicht zwingend russisch und ich nehme an, dass der Brief auch nicht in russischer Sprache verfasst war, sondern evtl. in Estnisch. Und der Zensor konnte kein Estnisch… deshalb die Übersetzung.


    Der Slogan lautet:

    Ты лети в родимый край,

    Там увидишь светлый рай!

    Flieg in das heimatliche Land,

    dort erblickst du das lichte Paradies!

    Libertatem quam peperere maiores digne studeat servare posteritas.

    Einmal editiert, zuletzt von northstar ()

  • Ich denke nicht, denn vor dem, was man ggf. als Võru interpretieren könnte, steht abgekürzt das Wort Dorf (дер.) und der dritte Buchstabe ist eindeutig ein б (b).


    Эстлян[д]ской губерн[ии]

    чер[ез] гор.[од] Вейшенштейнъ

    волост[ь] Анненской

    дер[евня] вебу

    Гн-у Янъ Алевъ


    Es ist allerdings nicht sicher, dass die russische Bezeichnung dieses Dorfs die korrekte Variante ist. Denn die Handschrift sowie die Abweichungen in der Orthographie und die Genitive in der Anschrift, lassen vermuten, dass der Absender Russisch wahrscheinlich eher selten als Schriftsprache gebrauchte, weil beim ihm Russisch nicht die Erstsprache war und/oder er zu einer Bevölkerungsschicht zählte, die nicht so häufig schriftlich kommunizierte.

    Libertatem quam peperere maiores digne studeat servare posteritas.

  • Mit dem nächsten Beleg wird es etwas 'bunt'.

    Aufgegeben wurde die Karte mit Ansicht von Baku in Riga (Bahnpoststempel vom 17.5.16), geprüft in Laisholm und anschließend weitergesendet nach Saratow.

    Zensurstempel ist der seltene Typ 2. Speeckaert hat hier nur die Zensornummern 2 und 4 angegeben.


    Suche Kaiserreich Russland - insbesondere Punkt-Nummernstempel.

  • Aus Wladikawkas konnte ich bereits den Typ 1 und 1A zeigen - Досм. ценз. sowohl mit D.D. als auch mi 2 2 in der zweiten Zeile. Hier kommt nun die Variation ohne die zweite Zeile, wie Speeckaert nicht bekannt ist. Da diese Karte erst im April 1916 geschrieben wurde und die Verwendung einige Monate nach der der beiden anderen Stempeltypen lag, kann dieser als Typ 1B angesehen werden.


    Suche Kaiserreich Russland - insbesondere Punkt-Nummernstempel.

  • Im März zeigte ich eine Postkarte von Kotka mit Zensornummer 1. Heute zeige ich einen Brief (,eider etwas 'angefressen') mit der Zensornummer 9. Der Text des Stempels ist in beiden Fällen gleich, jedoch die Schriftart klar anders.


    Suche Kaiserreich Russland - insbesondere Punkt-Nummernstempel.