Russland Postzensur 1914 - 1917

  • Weiter geht es mit einer Karte vom Mai 1915 mit Stempel des 39. Feldpostamtes. Gegründet wurde das Feldpostamt in Irkutsk für die 6. Sibirische Armee. Zu dieser Zeit befand sich das Feldpostamt als Teil der 2. Armee in Sochaczew (Polen) an der Nordwestfront.

    Auf der Karte sind der Zensurstempel GEPRÜFT. - Miltärzensor, - Leutnant (hier hätte der Prüfer wohl noch unterschreiben sollen?) sowie der Stempel Kommunikationsdiensttruppe des 11. Sibirischen Regiments Ihrer Majestät Maria Theodorowna.

    Die Karte war zunächst nach Moskau adressiert und wurde dann nach Taschkent weitergeleitet.


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  • Fortsetzten möchte ich mit einer Karte von 1916 aus Reval. Den Zensurstempel listet Speeckaert unter nicht zugeordneten Stempeln - von Richter für 1915 gemeldet. Als Nebenstempelbefindet sich ein Wappenstempel 'Von der aktiven Armee' auf der Karte.


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  • Einen interessanten, bei Speeckaert nicht geführten Stempel kann ich auf dem nächsten Beleg zeigen.

    Der frühe Brief vom 22. August 1914 wurde am Bahnhof in Charkow aufgegeben und lief nach Stockholm. Beim Zensurstempel wurde der Name des Prüfers S.I. KUTSCHUK geschwärzt. Möglicherweise hat hier ein anderer Zensor den Stempel verwendet?


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  • Als nächstes zeige ich einen Brief aus Golbstadt nach Stockholm (Januar 1915). Der Ort liegt im Gebiet Simferopol (Krim). Auf dem Brief befinden sich zwei Zensurstempel in unterschiedlichen Farbtönen, die ich beide bei Speeckaert nicht gefunden habe. Zunächst Geöffnet Militärzensur im Doppelrahmen auf der Rückseite. Diesen Stempel vermute ich aus Charkow. Vorderseitig dann Geöffnet Militärzensur E. G..... (die Faksimile-Unterschrift ist leider nur schwach). Bei diesem Stempel glaube ich, das er aus Odessa stammt. Vielleicht erfahre ich noch mehr.


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  • Im April 1915 prüfte Oberstleutnant Lebaschow einen Brief in Noworossiisk in die Schweiz. Speeckaert listet den Zensurstempel unter Typ 7 im zweiten Nachtrag. In dem dort gezeigten Stempel fehlen jedoch im Rang die Buchstaben Под, so das der Mann somit als Oberstbezeichnet wurde. Dieses hätte durchaus auffallen können, da bei ihm der Rang полковникъ mit einem kleinen statt großen Buchstaben anfängt. Zu dem ist der Stempel bei Speeckaert nur im November 1915 gelistet. Er kommt nur sehr selten vor.


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  • Toller Brief aus Mogiljew vom Juni 1917. Die Stadt gehörte als Gebietshauptstadt zum Militärbezirk Minsk.

    Vorderseitg befindet sich in rot der Einschreibestempel, der aussieht, als handelte es sich um einen Rollenstempel. Weiß jemand, ob es sowas gab?

    Rückseitig befinden sich dann alle Zensurmerkmale. Zunächst drei verschiedene Stempel - Typ 43 mit der Zensornummer 154, Typ 36 sowie der Typ 32 mit der Zensornummer 10. Letzterer dürfte in Minsk, die anderen beiden in Mogiljew verwendet worden sein. Außerdem wurde der R-Brief in Minsk mit dem Verschlußstreifen Typ 49 wieder verschlossen.

    Für den Verschlußstreifen gibt Speeckaert die Farben, rosa, grau und gelb an.


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  • Vorderseitg befindet sich in rot der Einschreibestempel, der aussieht, als handelte es sich um einen Rollenstempel. Weiß jemand, ob es sowas gab?

    Das sieht nach einem Stempel eines Annahmeautomaten für Einschreiben aus! In Natura habe ich so einen Stempel von St. Petersburg bisher nur in der Sammlung von Lev Ratner gesehen.

    Libertatem quam peperere maiores digne studeat servare posteritas.

  • Brief aus Paris über Petrograd nach Odessa? Vorderseitig zu sehen der eher häufige Typ 9 aus Petrograd. In Odessa wurde dann erneut geprüft. Verwendet wurde hier der Typ 8, der sich auf der Rückseite befindet. Außerdem hat der Zensor sein Kürzel hinterlassen. Verschlossen wurde der Brief dann mit einer für Odessa typischen Klammer. Rückseitig ist neben dem Maschinenstempel von Odessa zu dem der Tagesstempel von Kapreschty oder Floreschty zu sehen.


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  • Heute zeige ich eine Karte aufgegeben am Feldpostamt 218. Die Karte lief nach Achmat. Speeckaert zeigt den Stempel im 1. Nachtrag mit Datum vom Dezember 1915 in violett. Der violette Д.Ц. und kann nicht zugeordnet werden. Im Text sind einige Abschnitte geschwärzt, ebenso der Text der Ansichtskarte. Kann es sich hier um Grosny handeln?


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  • Das Feldpostamt 218 war der 9. Armee zugeordnet. Diese war an der Nahtstelle zwischen Südwestfront und Rumänischer Front eingesetzt - später der Rumänischen Front zugeordnet. Letzter bekannter Standort war Girleu im Gebiet Jassy/Rumänien. Daher auch die rumänische Bildpostkarte.

    Der Empfänger war in Achmat/Saratow ansässig. Die Zensur ДЦ ist der Typ 15 Saratow im selben Nachtrag in dem die Feldpostzensur 218 aufgeführt ist. Es handelt sich also um Aufgabe- und Eingangszensur.