Russland Postzensur 1914 - 1917

  • Russische amtliche Postkarte von einem tschechischen KuK Soldaten. Zensuriert in Odessa mit dem gebogenen Typ 9B und einem unbekannten Initialen Stempel M.Wil. des Zensors. Ansonsten sind aus diesem Zensurort ausschließlich Paraphenstempel bekannt.

  • Mit Initialen kann ich auch dienen. Karte aus Alatyr nach Ungarn vom Oktober 1914. Der D.Z.-Stempel im Rahmen ist der Typ 2 von Moskau. Und die Initialen A.M. aus Alatyr? Speeckaert hat den frühesten Stempel aus Alatyr auf den Oktober 1915 datiert.


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  • Heute zeige ich den Zensurstempel Typ 6 von Armeeeinheiten: Geprüft Militärzensur - 2. Reserve-Infantriebataillon - Nr. 1. sowie dem daneben gesetzten Stempel 2. Res. Inf.-Bat. - ...... Fähnrichschule. Den linken Teil des Stempels kann ich leider nicht lesen. Der Inhalt datiert den Brief auf den 13. September 1915.


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  • Bei der vorherigen Karte spricht alles für Alatyr.

    KuK Vordruck aus Kasan nach Österreich beide Zensuren sind im Speeckaert unbekannt, darunter auch ein Initialen Stempel die allerdings aus diesem Zensurort durchaus bekannt sind, jedoch in einer nicht typischen Größe.

  • Hallo Russland Postzensur Freunde,:bier:


    auch von mir zwischendrin einmal wieder ein großes Kompliment für Euere akribische Forschungsarbeit


    Ich weiß, was dies bedeutet :), ich spreche aus Erfahrung, nur vom anderen Ufer !


    Macht weiter so, interessierte Sammler, wie ich, werden immer mitlesen und begeistert sein :!:


    Sammlergrüße von

    Wolle

  • Dank an Wolle. Das eine Menge Interessierter mitlesen, sieht man auch an den Likes. Komplimente und Likes animieren dazu, weiter zu machen. Es ist nicht nur eine Mühe, sondern macht ja auch Spaß. Und das ist letztendlich die Hauptsache.

    Bei der Zensur aus Kasan gehe ich von einem Stempel aus, da das Kästchen mit den Initialen hier parallel und mittig zum großen sitzt.

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  • Du liegst richtig mit deiner Vermutung!

    Eine russ. Bildpostkarte des Klosters in Tschistopol/Kasan mit der Zensur nach Speeckaert Typ 9 und Typ 18. Der (die) Stempel wurden zweimal aufgedrückt, die Verschiebung ist identisch - also ein Stempel!



    Bei Zeiten mache ich dir mal eine Aufstellung der Typen in Verbindung mit den Initialen Stempeln. Da gibt es reichlich.

    Hier noch ein Exemplar der Verbindung zwischen dem unbekannten Typ und dem Initial S.O.L. allerdings 7 Monate später aus 9.17


    Es gibt sie aber auch einzeln - zumindest teilweise.

    Auf der russischen Ganzsache ist was los...es wird ein russ. Kriegsgefangener in einem dt. Lager gesucht. Zu unserem Thema sind die russischen Zensuren von Interesse,

    Der Typ 7, hier aus 9.15 und nicht erst ab 6.16 und ein Initialen Stempel M.G.W. der nicht gelistet ist. Die einzelnen kommen allem Anschein nach in 1915 vor, die "Kombi-Stempel" ab Mitte 1916.

  • Russische Ganzsache aus Krementschug/Poltawa dort mit stummen Stempel (Tarnstempel) versehen. Von dort zur Zensur nach Petrograd - Typ ist unbekannt, an einen russischen Kriegsgefangenen im dt. Lager Zerbst in Sachsen-Anhalt. Rückseitig Lagerzensur Zerbst.

  • Auch aus 1914 ist diese Karte aus Orgiew. Sie ist ebenfalls mit einem D.Z.-Stempel, hier in schwarz eher ungewöhnlich, versehen. Den Stempel hat Speeckaert ebenfalls nicht gelistet. Eine Zuordnung ist schwierig. Speeckaert hat aus Orgiew keinen Stempel verzeichnet. Laut einem Artikel von A. Epstein gab es dort aber eine Zensurstelle. Der nächst größere Ort ist am sonsten Kischinew. Aber auch andere Orte wären natürlich denkbar.


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  • Kriegsgefangenenkorrespondenz eines Oberleutnants auf russischer amtlicher Postkarte des Post und Telegraphendistriktes Kasan. Geschrieben in Simbirsk im Juli 1915. Der Zensurstempel ist mit diesem Zensor (S.P. Schabelski) nicht abgebildet sowie der Verwendungszeitraum erweitert. Speeckaert verweist auf Richter der in den Germania Berichten wohl die ersten Beschreibungen zum Thema russische Zensur des 1. Weltkriegs verfasst hat.

  • Von dem Zensor S.P. Schabelski aus Simbirsk ist ein weiterer Stempel bekannt. Gelistet ist er unter Typ 3. Er unterscheidet sich durch das erste Wort "Вскрыто"= geöffnet anstatt wie vorher gezeigt "Просмотрено" = geprüft. Dieser ist nur von diesem Prüfer bekannt.

  • Etwa ein halbes Jahr nach den Zensurstempeln mit Initialen der Prüfer wurden sie ausgetauscht. Nunmehr sind Nummern, die für Außenstehende Anonymität vermittelten im Umlauf.

    Russischer Kriegsgefangenenvordruck herausgegeben von der Moskauer Hauptpostverwaltung 1915, aus Simbirsk mit Typ 4 nach Speeckaert (Nr. 20 statt Initial). Geschrieben von einem reichsdeutschen Arzt der im örtlichen Spital tätig war an seine Eltern in Saarunion - zwei Orte rechts und links der Saar die unter deutscher Herrschaft ab 1871 zusammengefasst wurden.

  • Und hier wiederum die Variante mit dem ersten Wort "Вскрыто"= geöffnet anstatt wie vorher gezeigt "Просмотрено" = geprüft. Diesmal mit der Nr. 20 und keinem Prüfernamen.

    Russ. Postkarte aus Simbirsk mit Typ 6 in schwarz (Speeckaert unbekannt). Da durch die Nummer anonymisiert wurden zusätzlich Stempel mit Kürzeln des Prüfers abgeschlagen - hier "B.N.M" (Typ 12).

    Da sich die reichsdeutsche Führung ihrer Untertanen in den Randgebieten - hier Elsass nie gänzlich sicher war wurden diese Sendungen vor Ort überprüft. "Kriegsgefangenensendung Geprüft, Strassburg".