Russland Postzensur 1914 - 1917

  • Ansichtskarte aus Petrograd vom April 1916 nach Kopenhagen. Zur Verwendung kamen der Zensurstempel Typ 15 sowie ein weiterer Stempel in rot zu überprüfen - Militärzensur. Letzteren habe ich bei Speeckaert mal wieder nicht gefunden.


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  • Mit 20 Kopeken korrekt freigemachtes Einschreiben vom 11.12.1914 aus Tambow, gelaufen über die Zensurstelle Moskau nach Zürich. Verwendet wurden die Zensurstempel Typ 2 und Typ 15.


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  • Moin 241264hsv-fan,


    na mit der Art und Weise die Marken rückseitig zu verkleben hat der Absender es den Zensoren nicht gerade leicht gemacht :D


    Ein schöner Beleg.


    Viele Grüße

    DKKW

  • Heute zeige ich zwei Karten an die selbe Adresse in Brasilien. Die erste Karte ist vom Januar 1917 aus Staraja Uschiza, die zweite ist mit handschriftlicher Entwertung ohne Datum. Beide Karten liefen zunächst über die Zensurstelle Odessa und danach über die von Petrograd. In Odessa kamen jeweils der Typ 17 zu Einsatz, in Petrogard wurden die Typen 24 und 27 verwendet. Auf der ersten Karte wurde auch der Typ 34 abgeschlagen. In diesem Fall ist es der Buchstabe "I", welcher bei Speeckaert nicht erwähnt wird.


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  • Ich dachte mir schon, das dir die Karten - besonders wegen der Destination - gefallen.

    Bei dieser Karte sitzt die Empfängerin nicht so fern, aber für mich spielt das ja keine Rolle. Hier ging es von Nowouzensk nach Polen aufs Schloss Peterwitz.

    Zensurstempel aus Samara konnte ich schon einige zeigen, auch fünfzeilige Stempel wie dem auf dieser Kriegsgefangenenkarte. Die Vielfalt alleine dieser Stempel ist jedoch sehr groß. Bei dem Zensurstempel auf dieser Karte handelt es sich eindeutig um den Typ 38. Speeckaert nennt nur die Zensornummer '119', hier ist es die '117'. Ein Vergleich dieser beiden zeigt minimale Unterschiede - Versatz 'No. 117' sowie der Zeilen.


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  • Moin 241264hsv-fan,


    stimmt, ich habe bislang nur zwei Briefe nach Brasilien.


    Schloß Peterwitz bei Frankenstein gehört wie Du schreibst heute zu Polen. Peterwitz heißt heute Stoszowice, interssanterweise nach der Adelsfamilie Stosch der das Schloss im frühen Mittelalter gehörte. Frankenstein war und ist Kreisstadt in Niederschlesien, heißt heute Zabkowice .


    Viele Grüße

    DKKW

  • Karte aus Bolowsk (Gebiet Witebsk) nach Halbe ins Gefangenenlager. Zunächst einmal habe ich den Ort BOLOWSK auf keiner Karte gefunden. :(

    Auf der Karte sind zwei verschiedene Zensurstempel zu sehen. Der Typ 70 aus Petrograd ist sehr häufig und macht keine Probleme. Jedoch konnte ich den zweiten, dreizeiligen Zensurstempel nicht zuordnen: GEPRÜFT - MILITÄRZENSUR - _ _ _ _ _.


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  • Moin 241264hsv-fan,


    möglicherweise Balvu muiza in Lettland, russisch Bolowsk (deutsch: Bolwen). Das Gouvernement Witebsk grenzte früher an Livland und Teile des heutigen Lettlands gehörten zu Witebsk.


    Viele Grüße

    DKKW

  • Besten Dank! Das könnte durchaus passen. Der Zensurstempel dürfte aus dem Baltikum kommen. Er gleicht zwar dem Typ 7 von Riga, ist jedoch größer als der von Speeckaert abgebildete.

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  • Noch ein Beleg aus Livland, genauer gesagt Marienburg. Dieser ist, wie häufiger vorkommend, mit einem Satz der Kriegshilfe (1. Ausgabe, unterschiedliche Zähnung) frankiert. Passend dazu drei Vignetten Hilfe für die Veteranen und Opfer des Krieges. Geprüft wurde im März 1915 in Petrograd. Zensurstempel ist der Typ 7 sowie das Siegel Typ 43.


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  • Hallo zusammen,


    all zu viele Paketkarten haben wir hier noch nicht zu Gesicht bekommen. Deshalb habe ich auch zugeschlagen als sich die Möglichkeit ergab, denn bei mir ist es die erste Paketkarte in meiner Zensurpostsamlung.


    Da störten mich dann auch nicht die Einrisse im Formular oder die Tatsache dass der Zensurpoststempel Type 15 ( Nr. 306) der 1. Ekspeditatia Petrograd die häufigste Zensurpoststempeltype Petrograds wenn nicht ganz Russlands darstellt.


    Das Wertpaket wurde in Ekaterinoslav (heute Dnipro, Ukraine) am 10.3.16 (jul. Kalender) aufgegeben und lief nach Stockhom.


    Frankiert mit 1R Staatswappen 1910 (Mi. 77Bxb, mit Kreideaufdruck) und 4 Kop, Romanow 1913 (Mi. 85).


    Viele Grüße

    DKKW

  • Portogerecht frankierte Ansichtskarte (Kremlmauer mit Spasski-Tor), gesendet aus Saratow (8.2.1915) nach Paris. Geprüft wurde in Petrograd. Zensurstempel sind der Typ 3 und der Typ 7. Vom Typ 7 gibt es die Zensornummern bis '68', von denen Speeckaert 47 Stück (inklusive Nachträge listet). Hier zeige ich die Nr. '61', die nicht aufgeführt ist.


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  • Eine Art mehrseitiger Kartenbrief nach Petrograd ohne Datum. Vorderseitig befindet sich ein Kreisstempel 'OBERARZT - 2. Sibirischer G. A. Gr. M. Amur ...'. Wegen der Abkürzungen kann ich diesen z.Z. nicht klären. Die rückseitige Marke ist mit einem stummen Vierring-Stempel entwertet, welcher meiner Meinung nach zu mehreren Orten passen könnte. Nebengesetzt ist ein Zensurstempel des Zensors "KORZJUKOW". Gefunden habe ich den bei Speeckaert nicht.


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  • Moin 241264hsv-fan,


    es gab mal vor vielen Jahren ein Handbuch über die Stempel der Kriegsgefangenenlager in Russland während des 1. Weltkrieges. Ich hatte mir das Buch mal aus der Münchner Bibliothek ausgeliehen aber da war für mein Sammelgebiet nichts drin, also auch keine Kopie angefertigt. Eventuell in der Hamburger Bibilothek ausleihbar oder mit etwas Glück antiquarisch zu kaufen.


    Ich gehe davon aus, dass es der Stempel eines Lagerarztes war.


    Viele Grüße

    DKKW

  • Hallo zusammen,


    ich konnte die Abkürzung dechiffrieren:

    2-й Сибирский генерал-адъютанта графа Муравьева-Амурского стрелковый полк


    2. Sibirisches Generaladjutant Graf Murawjow-Amurski-Schützenregiment


    Die Einheit des Oberarztes war nach diesem Herrn benannt:

    https://de.wikipedia.org/wiki/…jewitsch_Murawjow-Amurski

  • Das -й adjektiviert die Zahl, so wie im Englischen bei 2nd oder wie der Punkt (2.) im Deutschen.

    Wenn wir ganz genau hinsehen, erkennen wir im Stempel 2-ой, also die vollständige Adjektivendung. In der Praxis gibt es die Lang- und die Kurzversion.