Briefmarken von Vater und Sohn

  • Letzte Woche sind neue Sondermarken der Serie «Schweizer Produkte mit Tradition» erschienen. Entworfen wurden die Postwertzeichen von zwei Bremgartern.



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    Die Spalinger Sonderbriefmarken



    Wer in der Schweiz unterwegs ist, trifft immer wieder auf Kreationen von Peter Spalinger. Die Rede ist von der Signaletik der SBB. Sei es das Logo, die Ortstafeln oder aber die Schilder, die den Reisenden den Weg zum Fahrkartenschalter oder zur Toilette zeigen – sie alle wurden vom Bremgarter entworfen.


    Neu werden erneut viele Schweizer mit einer Schöpfung von Peter Spalinger zu tun haben. Der Grafiker hat zusammen mit seinem Sohn die neuen Sondermarken der Serie «Schweizer Produkte mit Tradition» kreiert.


    Wer also in den nächsten Wochen seine Briefe mit 1 Franken oder 1.30 Franken frankiert, kann dies mit einem Bremgarter Werk tun. «Es gibt diese Marken, solange sie vorrätig sind», erläutert Peter Spalinger.


    Gegen den Strom geschwommen


    Wie sind der Vater und sein Sohn zu diesem Sonderauftrag gekommen? Auf Anfrage wurde ihnen beschieden, dass auch sie Vorschläge einreichen dürften. Gesagt, getan. Vater und Sohn Spalinger nahmen am Wettbewerb teil, schickten ein Dutzend Ideen ein.


    Zwei davon machten schliesslich das Rennen. «Das Witzige daran ist», merkt Peter Spalinger an, «dass just die zwei auserkorenen Vorschläge nicht den ursprünglichen Vorgaben an die Wettbewerbsteilnehmer entsprachen.»


    Nick und Peter Spalinger hatten das Motto nämlich wortwörtlich umgesetzt: Auf beiden Marken sieht man einen Hosensack und ein Sackmesser. Auf der 1-Franken-Marke ist es das erste hergestellte Schweizer Offiziersmesser, auf der 1.30-Franken-Marke das neueste.


    Ursprünglich hatte die Schweizerische Post gewollt, dass man auf der einen Marke Ibach sieht, wo die Offiziersmesser-Herstellerin Victorinox ihren Sitz hat, und auf der anderen die Welt. Offensichtlich liessen sich Verantwortlichen durch den wortwörtlich doppelten Spalinger-Vorschlag umstimmen.


    Wie ein Plakat


    Im Grunde, sinniert Peter Spalinger, sei die Gestaltung einer Marke gleich wie die Gestaltung eines Plakats. «Auf beiden Formaten muss man eine klare Aussage machen.» Allerdings hätte man auf der Marke selbstredend viel weniger Platz.


    Das sei eine spezielle Herausforderung, denn das kleinformatige Papierchen müsse ja eine Wirkung erzeugen. Der Grafiker, der schon unzählige Plakate gestaltet hat, musste umdenken. Reizvoll an der Aufgabe fand er zudem, dass eine Briefmarke im Grunde genommen «etwas Überflüssiges ist. Es handelt sich um ein blosses Schmuckelement.»


    Denn eigentlich könnte man als Postkunde schlicht für den Stempel bezahlen. Vielleicht seien die Marken bei Sammlern deshalb so beliebt. In den Jugendjahren war auch Peter Spalinger ein eifriger Markensammler.


    Zweitältestes Messer


    Was ist das Verhältnis von Peter Spalinger zum Schweizer Offiziersmesser? «Ich hatte bereits als Kind eines, das mir gute Dienste leistete, zum Beispiel auf Bergtouren. Später, im Militär, besass ich natürlich auch eines.» Sein aktuelles Offiziersmesser, «ein Tausendsassa mit fast zahllosen Fuktionen», habe er immer zur Hand, wenn er eine Kulisse fürs Kellertehater Bremgarten erstelle.


    Von seinem Grossvater übrigens erbte er das zweitälteste Modell des Offiziermessers. Man sehe ihm sein Alter zwar, an, aber im Prinzip funktioniere es gleich wie die heutigen Victorinox-Modelle.


    Peter Spalinger hat nicht nur für die Post oder die SBB gearbeitet, sondern zum Teil auch das Aussehen von Teilen von Bremgarten geprägt. So hat er beispielsweise die Fassade des Hallenbades und der Stiftung St. Josef gestaltet oder die Tafeln für die Bullingerausstellung entworfen. Von Spalinger stammen auch die überall anzutreffenden Naturschutztafeln.



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