Der beste Kunde aus "down under"

  • Deutsch-Australier Lothar Huber bestellt jede der neuen Briefmarken der Philatelie Weiden


    Weiden. (kä) Der beste Kunde der Philatelie Weiden sitzt eine Weltreise entfernt. In Melbourne, Australien. Der deutschstämmige Lothar Huber ist an Sammelleidenschaft kaum zu überbieten. Er hat sie alle: sämtliche Briefmarken, die seit 1949 in Deutschland erschienen sind. Abertausende gezackte Kunstwerke hat er gesammelt. Und monatlich werden es mehr: Der 69-Jährige bestellt bei den Weidenern stets die neuesten Marken.


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    Der wahl-Australier Lothar Huber, hier vor einem Regal mit seinen Schätzen, bleibt der alten Heimat verbunden - mit Briefmarken. (Bild: privat)


    800.000 Philatelisten aus dem In- und Ausland werden vom Philateliezentrum am Brandweiher regelmäßig mit jeder neu erschienenen Briefmarke versorgt. Dazu kommen etwa 200.000 Einzelbesteller und 100.000 Business-Kunden, die ihrer Geschäftskorrespondenz mit Sondermarken das gewissen Etwas aufdrücken.


    Trotzdem ist Lothar Huber etwas besonderes. "Unser entferntester Kunde", bestätigt Pressesprecher Erwin Nier, den soviel Sammelleidenschaft auch persönlich begeistert. Für eine Serie ihres Servicemagazins haben die Medienmänner der Post Kontakt mit dem Australier aufgenommen: "Er spricht so gut wie kein Wort Deutsch."


    1960 ausgewandert


    1960 wanderte Lothar Huber auf den fünften Kontinent aus. Schon vor zehn Jahren gründete der gebürtige Schwarzwälder die Bond Imaging PTY Ltd, heute eines der größten digitalen Fotolabore in Australien für professionelle Produkt- und Personenfotografie. "Briefmarken aus Deutschland zu sammeln, diese Idee hat meinen inneren Nerv irgendwie berührt. Sicherlich auch wegen meiner Herkunft, eine Affinität zu Deutschland ist immer noch vorhanden", verriet der Kunde. Neben bundesrepublikanischen Philatelie-Schätzen sammelt Huber auch die kleinen, papierenen Kunstwerke seiner neuen Heimat Australien.


    Lothar Huber hat sich, anders als andere Sammler, nicht auf bestimmte Marken spezialisiert. Er ordert an Briefmarken alles, was die Philatelie Weiden ins Angebot nimmt. "Mittlerweile müssen es wohl tausende und abertausende Marken sein." Seine Sammlung nennt er bescheiden "fairly comprehensive", "einigermaßen umfassend", gibt aber auch gerne zu, dass er die in Deutschland erschienenen Briefmarken von 1949 bis heute nahezu komplett hat, ebenso die Marken aus den, wie es Huber nennt, "war times", "Kriegszeiten", von 1936 bis 1945. Zu Hause stehen bei Huber "hunderte und hunderte Alben".


    Das Philateliezentrum Weiden versorgt den Sammler aus "down under" seit 1994 mit Briefmarken. "Meine Verwandten in Deutschland sind irgendwann in Streik getreten und haben sich geweigert, mir wieder und wieder Briefmarken zu schicken", berichtete der Australier lachend. Seitdem bestellt er in Weiden.


    Apropos Sammelleidenschaft: Was meinen denn Familie und Freunde zu Hubers Hobby? "Es ist eine Freude, die ich mir ganz alleine erfülle.Manchmal trifft man jemanden, der ebenfalls an meiner Sammlung oder an Briefmarken interessiert ist, aber eigentlich ist es schon ein ganz persönliches, eigenes Hobby." Ist ein Ende in Sicht? "Kaum. Solange mich Weiden weiter so prompt versorgt, werde ich mit dem Sammeln sicher nicht so bald aufhören. " Seinen Sammlerstolz kann man am Telefon heraushören, versichert Nier, selbst um den halben Globus herum.



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