Prüfer gesucht für Übersee "Freistaat Buenos Aires"

  • Hallo, liebe Leute hier :-)


    Ein Bekannter von mir hat mich gebeten, im Internet nach einem versierten Briefmarkenprüfer für das Überesee-Gebiet "Freistaat Buenos Aires" zu suchen.


    Leider konnte ich im WWW nirgends jemanden persönlich auffinden, der dafür zuständig wäre.


    Es handelt sich um einen ungestempelten Briefmarkensatz des "Freistaats Buenos Aires" aus dem Jahre 1858 (Dampfschiff; Pablo Cataldi; Bdr. Cosa de Moneda Buenos Aires; Michel-Nr. 1 bis 6), den mein Bekannter gerne prüfen lassen würde.


    Bei meiner Recherche bin ich hier über dieses Forum gestoßen in der Hoffnung, dass mir jemand evtl. bei der Suche eines seriösen Prüfers behilflich sein könnte.


    Vielleicht könnte mir jemand auch mal genau beschreiben, wie das dann mit solch einer Prüfung vonstatten geht und welche Kosten da auf einen zukommen bzw. was man dann von der jeweiligen Organisation als "Beweis" bekommt. Über den Michel-(Schwanenberger-) Verlag verwies man mich an zwei Organisationen im Ausland: Der "Royal Philatelic Society of London" und an die "American Philateliic Society" mit angeblichen Sitz in New York. Die beiden werd ich im WWW nun ausfindig machen und ebenfalls anschreiben.


    An den "Bund phillatelistischer Prüfer e.V." () habe ich ebenfalls schon gewandt, jedoch konnte mir dort auch keiner weiterhelfen.


    Vielleicht klappts ja nun hier. Würd mich freuen und bedanke mich schon mal im voraus recht herzlich


    Maddin76

  • maddin76:


    Der APS hat seinen Sitz in Bellefonte... - Ansonsten würde ich als allererstes den AIEP kontaktieren: . Dort sind die meissten Prüfer weltweit Mitglied. Unabhängig von sonstigen Prüforganisationen.


    Könntest Du einen Scan der Marken zeigen? Eventuell kann man direkt am Druck erkennen, ob es Fälschungen sind.

    Einmal editiert, zuletzt von Gagrakacka ()

  • Zitat

    Original von Gagrakacka
    maddin76:


    Der APS hat seinen Sitz in Bellefonte... - Ansonsten würde ich als allererstes den AIEP kontaktieren: . Dort sind die meissten Prüfer weltweit Mitglied. Unabhängig von sonstigen Prüforganisationen.


    Könntest Du einen Scan der Marken zeigen? Eventuell kann man direkt am Druck erkennen, ob es Fälschungen sind.



    Hallo Gagrakacka,


    den APS und den AIEP habe ich heute Morgen auch angeschrieben, gleich nachdem ich diesen Beitrag oben verfasst hatte.


    Wegen dem Scan iss das so ne Sache: Laut nem älteren Michel-Katalog hatte der Satz (sofern er echt sein sollte) einen Katalogwert von über 17.000 DM. Und mein Bekannter möchte ihn daher nicht einfach so "hergeben" (issn älterer, skeptischer Mann der Spezies Mensch - sprich Rentner *gg*).


    Aber ich werd gegen Ende kommender Woche nochmal mit ihm reden, ob ich den Satz einscannen darf bei mir hier. Befinde mich ab morgigen Sonntag bis Mittwoch im Ausland, kann daher erst danach reagieren.


    Trotzdem Danke :-)


    Maddin76

  • @maddin:


    Die Wahrscheinlichkeit, dass die Marken falsch sind, ist sehr hoch. Vor allem, wenn sie bisher noch nicht geprüft worden sind. Wie gut kennst Du Dich mit Drucktechniken aus? Kannst Du Buchdruck von Steindruck unterscheiden?

  • Zitat

    Original von Gagrakacka
    @maddin:


    Die Wahrscheinlichkeit, dass die Marken falsch sind, ist sehr hoch. Vor allem, wenn sie bisher noch nicht geprüft worden sind. Wie gut kennst Du Dich mit Drucktechniken aus? Kannst Du Buchdruck von Steindruck unterscheiden?


    Ich hab in meiner Jugendzeit ein bissel Briefmarken gesammelt, allerdings dann zwecks Ausbildung und Beruf etc. nicht mehr weitergemacht. Bin daher absoluter Laie, was bestimmte Drucktechniken anbelangt, WEIL ich mich eben auch nimmer mit der Materie befasst hatte in den letzten Jahren...


    Maddin76

  • @maddin:


    P. Orth "Handbuch aller bekannten Neudrucke staatlicher Postfreimarken, Ganzsachen und Essays nebst Angabe Ihrer Kennzeichen", Düsseldorf, 1907, schreibt folgendes zur Buenos Aires-Ausgabe (etwas gekürzt):


    "Die Freimarken der Ausgabe 1858/59 sind scheinbar zweimal neugedruckt. Nach einer Angabe des argentinischen Philatelisten ..., lieh der dortige Postdirektor im Jahre 1889 die noch vorhandenen Originalholzstöcke ... einem befreundeten Sammler, der damit Neudrucke anfertigte. Andere Neudrucke, ..., rühren von gestohlenen und spätestens Anfang 1893 in Privathände gekommenen Druckstöcken her. Diese Neudrucke kommen auch teilweise mit falschen Entwertungen vor.


    Vermutlich ist der Originalholzstock für den Buchdruck der Originalmarken stereotypisiert, also nicht galvanoplastisch vervielfältigt. Mit Hilfe der beschädigten, gestohlenen Klischees wurden nun lithographische Nachbildungen für den Neudruck genommen, die sog. Neudrucke sind also richtiger Nachdrucke (Fälschungen)."


    Die Marken wurden im Buchdruckverfahren hergestellt, d.h. die erhöhte Fläche wurde eingefärbt und hinterliess sog. Quetschränder bzw. hat sich etwas in das Papier eingepresst. Steindruckmarken sehen dagegen "flach" aus, da hier eingefärbte und farbfreie Stellen auf einer Ebene liegen. Keine Quetschränder.


    Die Neudrucke im Buchdruckverfahren wurden auf weissem, dickem Papier hergestellt.

  • @ Gagrakacka



    Vielen Dank für die wertvolle Information.


    Wie oben schon erwähnt, bin ich ab Mittwoch wieder im Lande und werde dann meinen Bekannten bezüglich eines Scans fragen bzw. ihm diese Information hier mitteilen.


    Maddin76