Fragen über Fragen...

  • Hi,
    ich bin relativ neu hier und ich weis nichts oder FAST nichts über Briefmarken,
    könnt ihr mir vielleicht ein paar Fragen beantworten?
    Wenn ja dan wäre ich euch sehr dankbar ^^


    Fragen


    1.Welche Briefmarken besitzen einen höheren Wert, Postfrisch oder Gestempelt? (für Sammler, versteht sich...)


    2.Wie teuer ist der Michell Katalog und lohnt es sich so einen anzuschaffen? (gibt es keine Kostelose Alternative?)


    3.Was muss ich bei Briefmarken beachten und wo sollte ich sofort zugreifen?


    4.Gibt es unterschiede (vom Wert her) zwischen den Europäischen, Asiatischen und den Amerikanischen Briefmarken?


    5.Was sind sozusagen die "Top 10 (wer weis auch Top 100 ;) ) der Briefmarken?


    6.Gibt es auch Briefmarken von Historischem Wert? - Wenn ja welche z.B?


    7.Welcher "Jahrgang" ist bei Sammlern besonders Beliebt oder was sind die Beliebtesten "Jahrgänge"?


    8. Welches Thema (bei den Briefmarken) ist Besonders beliebt?


    Danke das wars fürs erst, ich wär euch sehr verbunden wenn ihr mir diese Fragen beantworten könntet, sonst bleib ich ja ewig ein suchender ^^



    MFG


    Die Blaue Mauritius

  • Viele Fragen....und keine ist klar zu beantworten!


    ad 1) Daumenregel: postfrische Stücke sind 50 % teurer als sauber gefalzte nicht entwerte Marken. Bei jungem und billigem Material ist gestempelte Ware fast immer billiger. Aber: Bei einigen Ausgaben sind gestempelte Marken extrem teuer! Insbesondere bei "ziemlich" alten, oder "sehr alten" Marken kann es vorkommen, daß die Marke selbst relativ wertlos, der Stempel jedoch extrem selten und gesucht ist.


    Mein persönliche Anmerkung: Ernstzunehmende Sammler sammeln gestempelt, oder Frankaturen. Postfrisch ist ´was für Spekulanten und Anfänger.


    ad 2) Der Michel-Katalog ist sicher ein guter Einstieg für Anfänger und kostet bei E-Bay gebraucht unter 20 Euro. Man muß auch gar nicht die neueste Ausgabe haben (es sei denn man ist Händler). Spezialliteratur kostet weitaus mehr und ist für Anfänger großteils ungeeignet. Später wirst Du sicher solche Spezialliteratur benötigen (der Michel ist in mancher Hinsicht absolut unzulänglich).


    ad 3) Bei Briefmarken mußt Du nur eines beachten.....Wissen! Fang´ klein an und erarbeite Dir ein Spezialgebiet. Investiere und lese möglichst viel Literatur. Du wirst dann schon sehen, wann es sich auszahlt "schnell zu zugreifen".


    Kleine Anmerkung: größere Posten (Sammlungen, Auktionslose, große E-Bay Lots, [als Anfänger auch Wühlkisten]) zu kaufen, erspart Dir eine riesen Menge Geld. Eine halbe "Länder-Sammlung" bekommt man oft schon um 200 bis 500 Euro in akzeptabler Qualität. Da kann kein Händler mit einzelnen Sätzen, oder Jahrgängen mithalten. Zuerst solltest Du aber sehr geizig sein und lernen bzw. Tauschkumpels suchen und Dir einen Grundstock schenken lassen....Sammler sind spendable Leute, wenn es um Anfänger-Material geht und der "Funke" entzündet werden soll.


    ad 4) Seltene Briefmarken gibt es überall...die Frage ist eher, an welches Material kommt man hierzulande gut ´ran? Ich würde Dir zuerst Europ. Marken an´s Herz legen, weil Dir hierbei sehr viel mehr Leute helfen können.


    ad 5) Top 10....da kannst Du im Internet "googln". Die bisher am teuersten verkaufte Marke ist ein schwedischer Fehlfarbdruck 3 Skilling. Dannach wohl die brit. Guyana. Am Besten Du schaust Dir diesen Link an:


    Die blaue Mauritius ist bei weitem nicht die teuerste Marke...es gibt sogar "relativ" viele davon (hmmmm...ca. 15 bis 30 ???).... manche andere Marke existiert hingegen als Unikat und ist weitaus billiger.
    Ich suche z.B.: eine Österr. 3 Kreuzer Gravurtype 0-0 ....davon soll´s nur an die 1000 Stück geben...eine Gravurtype 2-0 und Gravurtype 0-2...die existieren wohl überhaupt nur mit ca. 100 Stück weltweit....trotzdem werten diese Spezialitäten mit "nur" knapp 1000.-- Euro im Katalog.


    ad 6)...naja...was verstehst Du darunter? Jede Marke hat historischen Wert...sei es wegen dem Motiv auf der Marke und dessen "histor. Hintergrund", sei es wegen dem Ort und Datum der Abstempelung (z.B.: Feldpost im Krieg), sei es wegen der philatelist. wissenschaftl. Aufarbeitung der Plattenzusammenstellung. Einen historischen Wert haben sicher auch Briefe, welche an bekannte Persönlichkeiten geschickt wurden...die Frage ist also nicht so leicht zu beantworten.


    ad 7) Trivial gesagt wohl jene Jahrgänge welche im Michel am höchsten werten. Einen Spezialsammler tangiert dies aber überhaupt nicht....
    Bei mir ist Österr. 1850/54 durchaus erschwinglich, wenn man nach Michel wertet und nur je ein Stück der Hauptnummern sammeln würde....ca. 400 Euro Kat-Preis. 1856 ....davon könnte ich nur träumen, kostet die zinnoberrote Merkur doch an die 55000.-- Euro.


    ad 8) Thema....also ich nehme an, Du meinst eine Motiv-Sammlung? Da werden wohl liebe Hundies und Katzies nebst Schmetterlingen und Olympia ganz vorne liegen. Meine Meinung zu dieser Form des Sammelns: wenn´s Dir Freude macht...nur zu. Ich kann mit so etwas nichts anfangen. Meine Erfahrung ist, daß jene Leute, welche Literatur scheuen, Motiv-Sammlungen bevorzugen (....bitte nicht falsch verstehen...es gibt auch sehr engagierte Motivsammler mit viel Wissen und Erfahrung....aber das sind relativ wenige Leute innerhalb der Motiv-Sammler-Gruppe). Andere Leute bevorzugen Post-Abonements und sammeln nach und nach jeden Jahrgang eines Landes....fade Sache...nicht sehr anspruchsvoll (und zudem teuer). Die meisten fortgeschrittenen Sammler haben meist schon diverse Sammelgebiete und Epochen kennengerlernt bzw. besammelt und beschränkten sich irgendwann auf einen eher kleinen Zeitabschnitt (z.B.: bestimmte Klassikmarken). Daraus können auch Spezialisten werden, welche z.B.: nur Frankaturen bzw. Stempel eines ganz eng begrenzten Gebietes sammeln, oder beforschen. Es muß aber nicht Klassik sein (wobei dieser Zeitabschnitt je nach Land, oder Gebiet, anders definiert wird), auch jüngere, billige, Marken können sehr anspruchvoll sein. Ach ja, es gibt auch noch Parforce-Sammler....also Leute, welche nur eine einzige Sorte Marken sammelt und, aus verschiedenen Gründen, hundertausende Stück genau dieser einen Marke anhäufen.

  • Hallo,


    einiger Deiner Fragen sind schwer zu beantworten, da DU ja Spaß am sammeln haben solltest... "Welcher Jahrgang...." usw..


    Zu Deinen Fragen:
    Frage 1: Es kommt darauf an! Man kann es nicht pauschalisieren! Bei )Infla Deutsches Reich sind die gestempelten Marken teuer(nicht alle, aber fast alle); Bund die Anfangswerte z.B. der Posthorn- Satz, sind postfrisch teuerre wie gestempelt; klassische Ausgaben z.B. Großbritannien sind gefalzt(Falz hinten auf dem Gummi; Falz= kleines Stück Papier oder Pergamin) bzw. postfrisch sehr teuer. Aber es gibt Länder, wo die Klassik ungebraucht sehr günstig ist.


    Also, Du wirst schon merken, das es nicht so einfach ist, ob postfrisch oder gestempelt teurer ist oder nicht. Es kommt auf Dein Sammelgebiet an!


    Frage 2.: Kommt darauf an welchen Michel Katalog Du brauchst. Geh mal zu einem Briefmarkenladen oder unter:
    Du kannst ja auch eine Anfrage hier im Forum reinstellen, ob jemand billig verkauft oder verschenkt!


    Frage 3: Die Marke sollte keine fehler aufweisen. D.h.: keine fehlende Zähne, keine Gummiabschürfungen, dünne Stellen, Einrisse, Knicke oder Fingerabdrücke. Bei Ausgaben die nur postfrisch bewertet werden, solltest Du auf sauberem Gummi achten= keine Falze oder Fingerabdrücke!
    Wann zuschlagen?


    Frage 4.: Keine großen Unterschiede. Achte nur auf die sog. Raubstaaten- das sind Staaten die unmengen an Briefmarken drucken, um das Geld von den Sammlern aus der Tasche zu ziehen. Raubstaaten: zähle ich jetzt nicht alle auf= einige afrik. und arabische Staaten.


    Frage 5.: Top 10?


    Frage 6.: Historischen Wert besitzen komplette Briefe oder besondere Stempel.


    Frage 7.: Es kommt auf Dein Sammelgebiet an!


    Frage 8.. ????


    Kauf Dir zunächst keine Spezialliteratur über Dein Sammelgebiet- fang langsam an. In Deiner Stadt/Leihbibliothek bekommst Du auch Kataloge. Besorge Dir Bücher über das Briefmarkensammeln. Und mach Dir bewußt was Du sammeln möchtest. Sortier Deine Marken und schau dann mal weiter. Bei Auktionen, Tauschtagen, Online- Händler und Foren kannst Du Dich schlau machen.

  • Aber echt lustig, wie sich die Erfahrungen gleichen....


    ....was sollen wir dem "Grünschnabel" noch erzählen?



    Ach ja....Vereine!


    Also mach´ Dir den Spaß und such´ Dir ein paar Vereine in Deiner näheren Umgebung, statte ihnen einen Besuch ab und quatsch´ die Leute an. Du kannst dabei Glück haben und ein paar wirklich nette Menschen kennen lernen, oder (so wie ich) die Sache schnell ad acta legen und dann selbst aktiv werden (Internet / e-mail)....Es ist einfach zeitgemäßer und hat den Vorteil, echte Interessenspartner zu finden...selbst wenn sie hunderte Kilometer weit entfernt sind.

  • Ach ja, Vereine....da habe ich einen Leidensweg hinter mir...hier sind sturre Senioren, die sich nur über Briefautomatisation unterhalten und nichts für die "Jugend" oder fortgeschrittene Sammler machen. Internet ist eine feine Sache und dadurch gute Phila-Freunde kennengelernt. Auch ist der Beitritt in eine ARGE oder Forschungsgemeinschaft sehr hilfreich :ok: :veryhappy:

  • ad Blaue Mauritius:


    Noch ein Tip am Rande: nutze, so wie asmodeus schon meinte, die Foren. Ganz wichtig ist dabei "selbst aktiv zu werden". Man lernt unheimlich viel dabei, wenn man anderen Leuten die Dinge erklären muß (es bedingt nämlich Recherche über das eigene Sammelgebiet hinaus).


    In ca. zwei Monaten hast Du Deinen "Michel" durchgelesen, eine kleine Grundstocksammlung angelegt, hast vielleicht den einen, oder anderen besseren / schlechteren Kauf hinter Dir, kennst schon ein paar Händler, Tauschpartner, Flohmärkte und wirst gerade in die "heiße Phase" der Sammelei eintreten. Spare mit der Kohle!!! In einem Jahr wird Dich vieles von dem angehäuften Material nämlich nicht mehr interessieren...Du bist dann vielleicht schon an der Kippe zum Spezialsammler. Wenn nicht, wirst Du dieses Hobby wohl bald beiseite legen (wie so viele andere auch). Schaffst Du den Sprung zur Spezialisierung...dann schwöre ich Dir, hast Du eines der tollsten Hobbies gefunden, das es gibt!

  • Vielen danke für die tollen antworten Nimrod und asmodeus die haben mir sehr weitergeholfen ^^
    Nun hab ich aber sehr viele Gestempelte Briefmarken... und da ich hauptsächlich Gestempelte Briefmarken sammle/n (möchte) hätte ich eine Frage dazu...


    1. Wie gehe ich vor wenn ich gestempelte Briefmarken z.B von Briefen etc. abnehme?


    2.Muss der ganze Stempeldruck auf der Briefmarke sein?


    3.Meistens ist ja so das der Stempel teilweise nur 1/4 der Briefmarke abdeckt und der rest liegt auf dem Umschlag soll ich die Briefmarke trotzdem abnehmen?


    4.Wie löse ich am besten Briefmarken von Briefen ab? (Ich mach das immer im heisem Wasser)




    MFG


    Die Blaue Mauritius



    PS: So geh gleich in die Stadtbibliothek ^^

  • Sollte die Marke auf der Postsendung eine selbstklebende Briefmarke sein, dann kannst Du sie ablösen, nachdem du sie mit einem Föhn erwärmt hast. Andere Briefmarken löst man meistens nach dem Einweichen in einem Wasserbad ab. Dabei wird der Brief oder die Postkarte aber beschädigt, denn sie quillt auf und die Schrift kann verwischen.


    Wenn das für dich nicht in Frage kommt, dann solltest du die Briefmarke nicht ablösen. Übrigens: Viele Sammler finden komplette Briefe und Postkarten, so genannte Belege, sehr interessant. Im Gegensatz zu den bloßen Marken kann an auf ihnen noch Stempelungen erkennen, die viel über den Postweg des Beleges aussagen.

  • verliert die gestempelte Marke an Wert wenn ich sie vom Brief abnehme?


    Achja ich wollt mal was wissen ich hab eben eine Marke aus dem Jahr 1871 gefunden darauf steht gründung des deutschen reichs der stempelt ist auch von 1871 soweit ich das entziffern konnte, ich bin mir aber nicht sicher ob es wirklich eine Marke aus dem Jahre ist :) vll kann ich sie ja fotografieren (scanner ist kapputt)





    MFG

  • In erster Linie würde ich eine Marke nicht vom Brief lösen. Auf keinen Fall ältere Marken von Briefen und Briefstücken abmachen- dann verliert sie wert!!! Denn jeder Brief erzählt eine Geschichte. Auch neuere Marken würde ich drauf lassen- bis auf die Standardbriefporti, wie z. B.: Briefporto für eimnen einfachen Brief, die kannst Du abmachen, aber einen schönen Beleg mit sauberem Stempelabschlag würde ich als Ganzes erhalten! Auch bei "neueren" Ausgaben gibt es seltene Briefverwendungen. Ich hoffe der Scan ist abgebildet! Hier siehst Du moderne Ausgaben und die Automatenmarken mit den Posthörnern ist eine Spätverwendung und durfte nicht mehr verwendet werden(außer die o,o1 Euro- die ist keine Spätverwendung!)! Alle Posthorn ATM tragen das neue Briefporto von Deutschland.


    Ad: Deutsches Reich: Ist die Marke einfarbig und hat in der Mitte einen farblosen Prägedruck eines Adlers? Um diesen farblosen Prägedruck steht "Deutsche Reichs- Post. Unten steht die Wertangabe- links und rechts stehen Zahlen und in der Mitte zwischen den Zahlen steht Groschen oder Kreuzer. Dann ist es einer der sogenannten: " Brustschilder" Hier gibt es das kleine und große Brustschild.


    Aber besser stellst das Photo in das Forum :DD

  • So nun hab ich mal ein paar Briefmarken fotografiert ich finde sie sehr interesant das sind hauptsächlich amerikanische stücke.
    Wisst ihr ungefähr den Wert der einzelen marken?
    Um die Bilder zu vergrößern einfach draufklicken ^^


    Bilder:
















    So das waren einige ^^
    Aber das sind nicht die einzigsten ich hab vll noch bessere ^^



    MFG