Plattenfehler und Anderes

  • 1/8 Plattenfehler


    Als ich meinen ersten registrierten Plattenfehler (=PF) entdeckte - die SAAR MiNr. 90 III - war bei mir das Goldgräberfieber ausgebrochen! Naja, "Gold" ist leicht übertrieben, aber die Entdeckerfreude ist die gleiche.
    Wenn auf einem Hunderterbogen immer nur auf Feld 73 eine Marke steht, die nicht ganz so ausgefallen ist, wie sich Auftraggeber, Entwerfer und Drucker vorgestellt haben, dann ist dies doch eine größere Seltenheit als die restlichen 99 Marken, war meine Überlegung.


    Als Beispiel soll hier die MiNr 233 mit der PF-Bezeichnung I (Feld 33) dienen: "gebrochener Arm", besonders leicht zu erkennen; viele PF verlangen zum Auffinden eine gute Lupe.


    Vor allem in Krisenzeiten häufen sich PF, wenn mangelhafte Druckmaschinen, Papiere, abgenudelte Platten und Hektik ganz zwangsläufig Fehler provozieren. Sie ziehen sich entweder durch eine ganze Auflage oder durch sog. Teilauflagen.
    Heutzutage muss man schon lange suchen, um einen "grünen Punkt im Schilf" zu entdecken - die Druckverfahren wurden perfektioniert, die Kontrollen in der Regel ebenso.

  • 2/8Druckzufälligkeiten


    Alle Marken mit Mängeln, die nicht z.B. im MICHEL oder SCHANTL registriert sind, fallen unter die Bezeichnung "Druckzufälligkeiten" und finden nicht so große Anerkennung (und Katalogpreise), sammelwürdig (und darauf kommt´s an) sind sie allemal, denn im Grunde genommen sind sie noch viel seltener als Plattenfehler, da sie sich in der Regel nicht wiederholen; es sei denn, ein genau gleicher Fehler taucht ein zweites Mal auf, dann haben wir es wohl wieder mit einem PF zu tun.


    Verursacht werden Druckzufälligkeiten durch Staub oder Fussel beim Druck, manchmal durch Knicke im Bogen.


    Eine solche Druckzufälligkeit sei hier gezeigt: A.H. mit Pferdeschwanz...

  • 3/8Gestaltungsfehler


    Für eine gewisse Heiterkeit und Schadenfreude sorgen auch immer wieder Gestaltungsfehler einer Marke, die durch alle Kontrollen vor Drucklegung gerutscht ist und nun am Schalter Zeugnis für Pfusch ablegt.


    Beispiel "Gabühr bezahlt", oder Scheitel von Thomas Mann auf der falschen Seite, oder die neue Dreiecksmarke ÖSTERRREICH mit 3 R

  • 4/8Aufdruckfehler


    Ebenfalls in den Spezial-Katalogen registriert finden sich Aufdruckfehler; die Urmarke ist zwar üblicherweise tadelsfrei, aber der angeordnete Auf- oder Überdruck ging daneben - weil ein Druckbogen falsch eingelegt wurde, die Maschine noch nicht korrekt eingestellt war oder eine falsche Farbe verwendet wurde.
    Manchmal lief ein Druckbogen auch zweimal durch die Maschine, oder rückseitig.

  • 8/8Nicht Verausgabte


    In der Postgeschichte kommt es immer wieder vor, dass Marken entworfen und gedruckt, aber dann aus Genehmigungs- oder Politikgründen nicht verausgabt werden.
    Auch hinter solchen Exemplaren jagen die Sammler natürlich her!


    Zuletzt:
    Das Feld "Plattenfehler und Anderes" ist natürlich noch viel reicher; es wären noch aufzuzählen:
    Wasserzeichen-Abarten, Geschnittenes statt gezähnt, versetzte Markenbilder, Firmenlochungen, retuschierte Marken, ausgefallene Zahnlöcher bzw. Zähnungsabarten, Farbfehldrucke, Private machwerke (inkl. Lokalpost), Andreaskreuze, Mustermarken, Stempelvarianten, farblich unkenntlich gemachte Marken (Postkriege), ATM-Abarten - -
    und das ist sicher noch nicht alles!


    Es regt um ähnliche Beispiele an der mit voller Absicht so genannte Abarten-Hannes

  • Ja, da hat unser lieber Hannes wieder
    aus dem vollen geschöpft :]


    Prima Sache, gerne mehr

    Suche immer Berlinstempel auf Marken und Belegen, Bitte alles anbieten

  • Zu erwähnen wären auch die Briefmarken, die auf der falschen Seite bedruckt wurden, also auf der gummierten Seite. Diese Marken gehören unter die Kategorie Abarten. Das kommt bei fast allen Briefmarken vor, bei Bogenmarken, Rollenmarken oder Automatenmarken.


    Auf dem Scan eine ATM, die auf der Gummiseite bedruckt wurde. Da wurde die Papierrolle falsch in den Automaten eingelegt.


    Links die "normale" Seite, rechts auf Gummiseite gedruckt.


    Gruss
    Afredolino

  • Wer erfolgreich auf Plattenfehler-Suche gehen möchte, dem empfehle ich die 1850/54 Ausgaben von Ö. + L&V. Bei manchen Platten ist es geradezu schwierig, eine Marke, ohne Plattenfehler zu finden.


    Hier ist ein relativ großer Plattenfehler einer 15 Centesimi Type I dargestellt (Fleck im linken Adlerflügel). Er wird im Ferchenbauer als Plattenfehler Nr. 9 gelistet.


    Stempelfehler kommen gelegentlich auch vor. Hier bei einer 6 Kreuzer Type III Platte B. "Feb" wurde verkehrt eingesetzt.

  • Gestern unter den Marken habe ich ein moeglicherweise fehl gedruckte marke gefunden!!! Ist es ein Druck fehler ? Sie konnen oben 4 und darunter 3 quadratische weisse flecken sehen! Ich habe ja keine grosse erfahrung wie Euch! Ich bitte the Briefmarkengotter zur Sache!
    Vielen Dank

  • Hi Zacki,


    haste nen Deutschland-Katalog? Dann kuck mal nach dem Druckverfahren. Das sollte Deine Frage eigentlich beantworten. Zumindest dass es kein Linienbruch sein kann... :D Der Rest erjibt sich danne von selbst.


    Gruss!


    mockmock

  • Ja hab ich.
    Hab jetzt auch mal gesucht, nur leider ist mein Wissen noch nicht so weit, sammle ja noch keine 30 Jahre!!


    Ein kleiner Tip noch für mich ? ? :-)

    Sammelgebiet: Bund, Berlin, DDR, San Marino, Aland, GG, DR, B & M