Zackiger Großtausch

  • Rund 150 Briefmarkensammler waren Samstag im Volkshaus


    WILDAU Mit der Lupe in der Hand werden der Druck, der Stempel und jeder Zacken konzentriert beäugt. Das kleine Stückchen Papier, das die meisten Leute achtlos auf einen Brief oder eine Karte kleben, hat für Briefmarkensammler einen besonderen Wert.


    Am Samstag fand von 9 bis 14 Uhr im Volkshaus Wildau eine große Tauschbörse für Philatelisten statt. Organisiert hatte sie der Verein der Briefmarkenfreunde Wildau. Dessen Vorsitzender Hans-Georg Freitel freute sich, dass nicht nur Teilnehmer aus der Region, sondern auch aus Hamburg, Berlin und Eisenhüttenstadt gekommen waren. "Viele Vereine organisieren keine Großtauschbörsen mehr, weil es zu teuer ist. Wir haben hier in Wildau optimale Vorraussetzungen, weil die Gemeinde das Vereinsleben sehr fördert", erklärte Hans-Georg Freitel.


    Auch einige Händler aus Berlin hatte der Briefmarkenverein eingeladen. Es wurde begutachtet, getauscht, gekauft und verkauft - und immer wieder huschte über die Gesichter ein zufriedenes Lächeln, wenn ein neues Sammlerstück vorsichtig zwischen Folie und Papier geschoben wurde.


    Günter Fahnau gehört seit 40 Jahren zu den Wildauer Briefmarkenfreunden. Der 82-Jährige beschäftigt sich intensiv mit Briefmarken, seitdem er die Sammlung seines Vaters erbte. Wie viele Marken er heute besitzt, kann er nicht sagen. Es sei ein ganzer Schrank voll, meinte Fahnau. Er verriet außerdem: "Ich gebe mittlerweile kein Geld mehr für Briefmarken aus. Die Kataloge sind schon eine kostspielige Angelegenheit. Ich tausche nur noch."


    Bei Gunnar Lehmann sieht die Sache ein wenig anders aus. Der 13-Jährige gehört der Jugendgruppe des Vereins an und möchte sich eine Markensammlung aus der Zeit des Deutschen Reichs aufbauen. "Es gibt dort viele interessante Briefmarken und solch eine Sammlung kann man vervollständigen, während bei Marken aus der BRD beispielsweise immer neue hinzukommen", begründete Gunnar seine Entscheidung. Ganz besonders stolz ist der junge Mann auf seine wertvollste Briefmarke, die immerhin 60 Euro gekostet hat. Diese hat er sich allerdings nicht vom Taschengeld gekauft, sondern bekam sie geschenkt.


    Insgesamt 30 Mitglieder hat der Verein der Briefmarkenfreunde Wildau, zuzüglich der Jugendgruppe. Er existiert seit 1952 und wird im nächsten Frühjahr die 60. Großtauschbörse für Briefmarken organisieren. Freitel ist sich sicher, dass auch dann wieder mindestens 150 Besucher kommen werden.





    Zitat

    Quelle / Artikel: