Marken mit maritimen Motiven

  • Briefmarkensammler stellen aus / Katharinenmarkt mit Künstlern


    [Blockierte Grafik: http://www.main-rheiner.de/bilder/160734241.jpg]
    Günter Vay (2.v.r.) und Willi Ebling (r.) schauen sich ein Exponat der Ausstellung im Verwaltungsgebäude der Verbandsgemeinde an.


    OPPENHEIM Jenseits des merkantilen Charakters pocht am Rande des Katharinenmarktes leise, doch vernehmlich ein Herz für künstlerische Ambitionen und Sammlerleidenschaft. Die Besucher konnten sich verschiedene Ausstellungen anschauen.


    Seit fast drei Jahrzehnten präsentieren ambitionierte Laien des lokalen Fotovereins ihre Werke im Sitzungssaal des Renaissance-Rathauses. Augenfällig wandelte sich das Medium im Zuge digitalisierter Aufnahmetechnik. Mag der Betrachter entscheiden, ob am Computer verfremdete Bilddateien noch mit dem ursprünglichen Kamerablick gemeinsame Sache machen können. Beispielsweise demonstrierten analoge wie digitale Fotographien, die anlässlich der Mainzer "Luminale" entstanden, wie nachhaltig sich die Interpretation des Sichtbaren zur Abstraktion hin verschiebt. Freilich konkurrierten auch fast konventionelle Landschaftsimpressionen, Portraits oder Reisedokumente um die Gunst der Betrachter wie der Jury, wenn es um die alljährlich ausgeschriebenen Preise geht.


    Im Rathausfoyer verführten Specksteinskulpturen der Wahl-Köngernheimerin Uschi Geertsen mit ihrer organisch anmutenden Sanftheit. Sinnliche Objekte, geschaffen nach der Sprache der Steine, laden mit ihrer glatten, nur fein strukturierten Oberfläche zu freilich untersagten Berührungen. "Es dauert schon, wenn ich das Naturmaterial betrachte, ehe ich thematische Ideen entwickle", sagt die Bildhauerin.


    In der ehemaligen Katharinenschule lockten Arbeiten in Ölkreide dreier Schülerinnen der Oppenheimer Künstlerin Ellen Wörsdörfer. Ob nun im Unterricht nach berühmten Vorlagen wie Camille Claudels "Büste des jungen Mädchens" Bildkompositionen entstehen oder eine Portraitaufnahme animiert; stets gehen der Interpretation auf Leinwand Skizzen voraus. Aber trotz der strengen Schule, trotz der Liebelei mit markanten "Vorbildern" gelingt es Brigitte Werner, Judith Weiß und Lisa Appel persönliche Stile zu entwickeln.


    Seit 2000 wirbt der Briefmarken-Sammlerverein Oppenheim im VG-Verwaltungsgebäude mit postfrischer oder gestempelter Kleingraphik um Bewunderer. Nun thematisierten die Philatelisten um den Vorsitzenden Edwin Lergenmüller "Lust auf Meer", so dass der Schulterschluss mit der von Willi Ebling geführten Marine Kameradschaft "Rheinblick" sich anbot. Ganzsachen, maritime Motive auf Wertzeichen, Fotografien von Großseglern wie Schiffen der Deutschen Flotte oder Ansichtskarten als Exponate deuten an, dass die Sammler über den gezackten Rand ihrer Marken hinausschauen. Äußerst sorgfällig recherchiert, boten Spezialsammlungen Einblicke in die Historie der Kieler Woche, ins Leben am Rheinstrom, in den Rudersport oder zum Seereisedienst nach Helgoland. Als Ehrengast lobte Dr. Loske seitens des Regionalverbandes Rhein-Main-Nahe die abwechslungsreiche Präsentation, die zeige dass Philatelie ein geistreiches Freizeitvergnügen sei, das auch mit geringen finanziellen Mitteln "gewinnbringend" ausgeübt werden könne.





    Zitat

    Quelle / Artikel: