• @ Woermi


    Kannst Du mir die scans auch schicken? Oder hier posten? Kein Kaufinteresse, aber zur Dokumentation fuer mich. Vielen Dank.


    @ Tafkaj


    Traurige Zerstoerung fur zwei Stueck Masenware. Hat man eben frueher nicht drauf geachtet. Auch ein weiterer Beweis dafuer, das philatelistisches Rundumwissen wichtig ist, damit nicht aus Unkenntnis interessante Sachen zerstoert werden.


    @ Gagrakacka

    Zitat

    Original von Gagrakacka
    Infla-Berlin hat eine Broschüre zu den Bickerdykes. Dazu kommt, dass einige Flaggeneinsätze sehr selten sind. In Sindelfingen habe ich eine Variante gesehen, nach der der Sammler 10 Jahre gesucht hat.


    Vielen Dank fuer den --wie ueblich-- ausgesprochen hilfreichen Hinweis. Ich werde mich mal um die Broschure bemuehen.


    Zu den Flaggenstempeln im allgemeinen noch, auch im Hinblick auf Seltenheit: Es handelt sich um Maschinenstempel, die wurden zu der Zeit nur in groesseren Orten verwendet, wo das Postaufkommen die Investition rechtfertigte. Die ersten Bickerdykes wurden 1898 versuchshalber in Betrieb genommen, ab 1901 dann mit dem Flaggeneinsatz, Letztverwendung der Flaggen bis 1915. Die jahrelange Verwendung dieser Stempel in groesseren Orten sollte eigentlich "massenhaftes" Material garantieren. Ist aber nicht so.


    Der rechte Teil des Stempels mit der Flagge (auf englisch "Killer") blieb immer unveraendert. Der linke Teil, der eigentliche Stempel, (auf englisch "Dial", faellt mir auf deutsch jetzt nicht ein) war austauschbar, alleine schon weil ja Datum und Uhrzeit eingestellt werden mussten. Hier kommen dann die "Varianten" ins Spiel, wenn das Dial beschaedigt und ausgetauscht wurde. Das Dial wurde selbstverstaendlich auch ausgetauscht, wenn die Maschine verlagert und in einem anderen Ort eingesetzt wurde. Es gibt also mehr Verwendungsorte als Maschinen.


    Ausserdem gibt es dann bei Maschinenstempel auch noch was ich als "Abarten" bezeichnen will: Kopfstehende Datumseinsaetze, fehlende Jahresangaben etc. Entstanden zumeist aufgrund menschlichen Versehens. Ich persoenlich meine nicht, dass man sowas auch noch sammeln muss, aber das ist persoenlicher Geschmack.


    Wenn man sich auf die Verwendungsorte und die technisch bedingten Wechsel des Dials beschraenkt, soll es insgesamt also diese 33 Stempeltypen geben. Wenn ein Dial vielleicht besonders kurzlebig war, kann es vielleicht eine Raritaet geben, nach der man 10 Jahre suchen muss. Die Beobachtung von gagrakacka insoweit ueberrascht mich aber doch. Ich wuerde denken, dass man sich diese Stempel mit etwas Geduld noch relativ einfach zusammen sammeln kann.

  • woermi:


    Sorry, habe den Band nicht. Für´s eine Sammelgebiet zu modern, für´s andere zu alt... Ich hatte nur anhand der Fahnen auf die Maschinen geschlossen. Sollte man nicht unbedingt machen =D

  • @ asmodeus
    Korrekt 1897 ging's mit den Bickerdikes in England los. Ich sehe schon bei GB kann man Dir nichts neues erzaehlen.


    Ich glaube die letzten 2-3 Beitrage waren vielleicht etwas verwirrend. Zur Klarstellung: Es gibt die Krone und Posthorn Flaggen und auch den markanten Killer mit Wellenlinien unterbrochen von horizontalen Linien von Bickerdike und Columbia Maschinen. Die sind aber anhand des sehr unterschiedlichen Dials (Stempelkopf) leicht auseinander zu halten. Ich poste mal hier einen Link zu einer Webseite, die ich gefunden habe, die die Stempelabschlaege beider Maschinentypen fuer die Berliner Stempel zeigt.



    Wenn man weiss, wo man hingucken muss, kann man die nicht verwechseln.


    Ich bin jetzt im uebrigen auch zu Bickerdike (und nicht Bickerdyke) uebergewechselt. Ich habe in meiner Literatur beide Schreibweisen. Mit "Y" haeufiger als mit "I", aber in der deutschen Literatur ist alles mit "I", also wer weiss. Der Hersteller der Maschinen, John Brooks Young, hat Kanada in 1901 verlassen und ist wohl nach Deutschland uebergesiedelt. Vielleicht wurde ja der Name der Maschinen verdeutscht?? Jedenfalls wurden die Bickerdikes ab 1901 (denke ich) in Karlsruhe hergestellt. Die letzten Maschinen in 1905 (vgl. Bild aus Heft 41 gepostet von gagrakacka). In Gebrauch waren sie aber noch eine ganze Zeit.

  • Zitat

    Ich bin jetzt im uebrigen auch zu Bickerdike (und nicht Bickerdyke) uebergewechselt. Ich habe in meiner Literatur beide Schreibweisen. Mit "Y" haeufiger als mit "I", aber in der deutschen Literatur ist alles mit "I", also wer weiss. Der Hersteller der Maschinen, John Brooks Young, hat Kanada in 1901 verlassen und ist wohl nach Deutschland uebergesiedelt. Vielleicht wurde ja der Name der Maschinen verdeutscht?? Jedenfalls wurden die Bickerdikes ab 1901 (denke ich) in Karlsruhe hergestellt. Die letzten Maschinen in 1905 (vgl. Bild aus Heft 41 gepostet von gagrakacka). In Gebrauch waren sie aber noch eine ganze Zeit.


    In meinen englischen Stempelbüchern wird es auch mit "i" geschrieben.

  • @ Gagrakacka


    Schoenes Stueck. Sieht wie ein "International" Stempel aus (International Postal Machine Co.) und zu diesem Hersteller habe ich fast keine ergaenzende Literatur. Es ist jedenfalls kein Stempel des Ausstellungspostamtes. Die Weltausstellung in St. Louis war vom 30. April bis 30. November 1904. Das hast Du ja schon bemerkt.


    Es ist offenscichtlich ein Werbestempel zu diesem Anlass. Das Stempeldatum aus 1902 deutet darauf hin, dass da schon einige Zeit im vorhinein Werbung gemacht wurde. Aufgrund der langen Verwendungszeit also wohl keine "Raritaet", aber eben trotzdem ein schoens Stueck. Fruehe Slogan Maschinenstempel dieser Art, insbesondere zu den diversen Ausstellungen, werden schon gerne gesammelt, da zu der Zeit noch nicht fuer alles und jedes Werbung mit besonderen Maschinenstempeln gemacht wurde. Diese Stempel haben auch den Reiz des Serienstempels. Du kannst die Maschinennummer "7" im Stempel erkennen und in spezialisierter Literatur koennte man nachschauen welche Nummern es da sonst noch gibt. Literatur ist eben alles. Ueber jeden 08/15 Beleg gibt es mit der entsprechenden Literatur doch noch etwas Interessantes zu sagen.


    Hier noch ein Link zu einer ebay Auktion mit demselben Stempel mit Maschinennummer "5". Der Stempel ist da insgesamt etwas klarer abgeschlagen.


    Vielen Dank fuer's Zeigen.

  • @carolina_pegleg:


    Das Standardwerk für Expo-Stempel ist m.W. der "Bomar": - zur Zeit wird an der dritten Ausgabe gearbeitet, das kann aber wohl noch ein paar Monate dauern, bis die rauskommt. Das ist ein Feld, das in Europa (oder besser gesagt: Deutschland) so nicht gesammelt wird bzw. nur eine Randexistenz führt.

  • Vielen Dank fuer den Link zum "Bomar". Jim Mehrer, postal-history.com, hatten wir glaube ich in dem Beitrag zu postgeschichtlichen online Haendlern nicht erwaehnt. Der hat auch ein grosses Angebot zur Postgeschichte allerdings schon sehr USA-betont. Das Angebot spricht mich persoenlich aufgrund der Praesentation nicht an: endlose Listen von Abkuerzungen ohne Abbildungen. Da macht mir das Einkaufen keinen Spass. Preissystem ist auch verwirrend. Vollkommen anders sein Literaturangebot. Das ist absolute Spitzenklasse. Und Literatur habe ich da schon gekauft. Unproblematische Abwicklung.


    Natuerlich, als ich gesagt hatte, dass Stempel mit Thematik der amerikanischen Weltausstellungen "schon gerne" gesammelt werden, hatte ich nicht wirklich an Deutschland gedacht. Natuerlich ist das auch hier sicherlich kein "main stream" Gebiet, aber es gibt immerhin offenbar soviele Interesse, dass Briefe mit "exhibition" Stempeln auf ebay.com auch so angeboten werden.


    Ich kann mir vorstellen, dass in Deutschland-Oesterreich-Schweiz aufgrund Rundstempelfixierung vieles nicht als interessant wahrgenommen und weggeworfen wurde/wird. Die Frankaturen sind ja zumeist absolute Massenware. In diesem Zusammenhang, und weil es mir gerade so einfaellt: Kein Mensch sammelt Maschinenstempel als Briefausschnitte. Die koennt ihr gleich in die Muelltonne werfen. Wenn ich manchmal --zum Glueck selten-- "Sammlungen" von "schoen" ausgeschnittenen Stempeln sehe, fehlen mir ob der Zerstoerung die Worte.

  • @carolina_pegleg:


    Bei Jim Mehrer hatte ich auch schon Bücher gekauft, aber mein "Stammdealer" für US-Literatur ist eigentlich Leonard Hartmann in Kentucky.


    Die Ausstellungsstempel gibt es in Deutschland schon, aber m.W. hat daraus noch niemand ein eigenes Sammelgebiet geschaffen. Schreib ein Buch darüber, und Du hast einen Leitfaden für andere Sammler. Ohne entsprechende Literatur ist es immer schwer.