Stempelfrage eines Neulings

  • Hallo uposta


    wo hat Michael geschrieben, dass sich zwei Handschriften auf der Vorderseite erkennen lassen?


    Ich empfehle Dir dringend, alle Antworten noch einmal in Ruhe durchzulesen!


    Damit möchte ich es belassen und werde sicherlich nicht mehr auf Deine Antworten eingehen...

    Suche Belege von Magdeburg bis 31.12.1867 sowie Belege mit Packkammerstempel

  • Hallo liebe Postgeschichtler des 19. Jahrhunderts,


    als Mensch, der sich vorwiegend mit dem 20. Jahrhundert beschäftigt, verfolge ich aufmerksam Eure Diskussion und erlaube mir, trotz meiner geringen Expertise für diesen Zeitraum einen Hinweis:


    Franco bzw. die hier verwendete Abkürzung könnte in diesem Fall die Lieferbedingung bezeichnen, d.h. frei [Empfänger/Haus/Bestimmungsort]. In der Faktura meine ich zu lesen: „… vermittelst meines Boten frco.“, s. Ausschnitt.


    Hiermit wäre auch die Frage der Beförderungsart des Paketes geklärt, dem in diesem Falle sehr wahrscheinlich auch die Rechnung beigefügt wurde (würde jedenfalls der Praxis eines sparsamen Kaufmanns entsprechen).


    Und wenn man die die Franco-Vermerke auf der Anschriftenseite und der Rechnung vergleicht, so erscheinen die Handschriften identisch.


    Bitte um Eure geschätzten Anmerkungen.

  • Hallo northstar,


    die hs Notiz bezieht sich auf die "Waaren" und zwar die gelieferten "Möbel". Meinst Du wirklich die "Möbel" waren in dem "Paket in Papier"?


    uposta

  • Hallo uposta,


    Ich denke, daß es sich hier nicht um Möbel handelt, sondern um Baumwollwaren für Möbel. Die vierstelligen Artikelnummern sowie die Mengenangaben (gesamt ca. 300 Einheiten, einige 1/4 und 1/2-Einheiten) und Preise (um die 5 Groschen pro Einheit) lassen m.E. auf eine Art „Meterware“ schließen.
    Das Zeichen zwischen der Artikelnummer und der Mengenangabe sollte das Zeichen einer Maßeinheit sein (evtl. Elle?)

    Libertatem quam peperere maiores digne studeat servare posteritas.

  • Zitat

    Original von uposta
    Kannst Du die beiden punktierten Linien eindeutig erkennen?


    Hallo uposta,


    ja, unter den von Hand geschriebenen Worten "meines Boten" jedoch nur fragmentarisch.

    Libertatem quam peperere maiores digne studeat servare posteritas.

  • Zitat

    Original von uposta
    Du hast Dich mit der hs Notiz hinter dem Wort "vermittelst" schon befasst. Meine Vergrößerung verpixelt sehr rasch, als dass ich die beiden punktierten Linien, die obere hinter ", die....." und die untere hinter "vermittelst...." eindeutig erkennen wollen würde. Kannst Du die beiden punktierten Linien eindeutig erkennen?


    Vielleicht kann Don Stefano im Zweifelsfall mal das Original anschauen? Das wäre dann sehr nett.


    Auf der oberen Linie hinter "die" steht kein handschriftlicher Vermerk, unten auf der Linie hinter "vermittelst" erkenne ich "meines B(o)ten. frao."

  • Vorab sei mir eine Klarstellung erlaubt: das Wort „Expertise“ habe ich im Sinne von „Wissen/Erfahrung“ verwendet, nicht im Sinne eines „Gutachtens“. Ich wollte also mit „geringe Expertise“ nicht ausdrücken, ein kleines Gutachten erstellen zu wollen, sondern wollte sagen, daß ich bislang nicht über so viel Wissen und Erfahrung bezüglich der Postgeschichte des 19. Jahrhunderts verfüge.


    Nun zum Inhaltlichen:


    Der Punkt fehlt unbeabsichtigt im Zitat.
    Auch der Punkt an dieser Stelle ändert m.E. nichts daran, daß die Waren per Boten und frei versandt wurden. Zuerst steht die Beförderungsart, danach die Lieferklausel.


    Ich lese:
    Sende Ihnen für Ihre werthe Rechnung und Gefahr die ………………………………………….
    Waaren vermittelst meines Boten. frco. …………………………………..


    Für mich ergibt der vorgedruckte Text einen (grammatikalisch und inhaltlich sinnvollen) Satz, der am Ende nach einer Ergänzung hinsichtlich der Beförderungsart verlangt. Eine Ergänzung am Ende der ersten Zeile bleibt m.E. optional, hier könnte z.B. stehen: am TT.MM.JJ. bestellten oder unten aufgeführten oder…


    Ich habe nicht geschrieben, einen zwingenden Zusammenhang zu sehen. Ich habe geschrieben, daß die Abk. „frco.“ auf der Anschriftenseite und in der Rechnung als von gleicher Hand geschrieben erscheinen. Der Franco-Vermerk auf der Anschriftenseite wurde dementsprechend vom Ersteller der Rechnung aufgebracht, nicht von einem Postbediensteten. Es kann ein inhaltlicher Zusammenhang bestehen, da das Paket per Boten befördert wurde. Es kann auch sein, daß der Brief separat befördert werden sollte oder der Brief separat befördert wurde (wie auch immer; nur m.E. nicht nachweisbar, wie).


    In welcher Reihenfolge die einzelnen Teile des Dokuments abgefasst wurden, ob in „einem Zug“, ob während des Prozesses Änderungen in den Planungen oder Intentionen des Absenders eingetreten sind, wissen wir nicht.

    Libertatem quam peperere maiores digne studeat servare posteritas.

  • Hallo,
    darf ich mich auch kurz einmischen?
    Das kann gut "Sandte" heißen, wobei der Aufstrich des "d" verloren gegangen ist.
    MfG

  • Zitat

    Original von am1937a
    Hallo,
    darf ich mich auch kurz einmischen?
    Das kann gut "Sandte" heißen, wobei der Aufstrich des "d" verloren gegangen ist.
    MfG


    So sehe ich das auch.


    Sandte Ihnen für Ihre werthe Rechnung und Gefahr die ………..…...…………
    ............Waaren vermittelst meines Boten. frco. …………………………………..