Als Helgoland britisch war

  • [Blockierte Grafik: http://www.hna.de/netcontentme…3270_80581_onlineBild.jpg]
    Nur ein kleiner Teil der Ausstellung: Am Sonntag findet ein Briefmarkentauschtag statt. Veranstalter ist der Verein der Briefmarkenfreunde. Im Bild: Vorsitzender Klaus Müller.



    Verein der Briefmarkenfreunde feiert Geburtstag - Tauschtag am Sonntag



    northeim. Klaus Müller hat Geld, viel Geld. Es sind Milliarden, die bei ihm zu Hause herumliegen. Nur: Kaufen kann sich der Northeimer davon nicht viel. Denn die kleinen und großen Scheine stammen aus einer anderen Zeit. Einer Zeit, in der die Menschen noch mit Reichsmark bezahlt haben.


    Diese Geldscheine, aber auch Briefmarken, Münzen und Ansichtskarten, werden am Sonntag, 12. November, im Schützenhaus am Northeimer Mühlenanger zu sehen sein. Von 9 bis 15 Uhr zeigt der Verein der Briefmarken- und Münzfreunde von 1936 Northeim seine Sammlung - und das zum 70. Club-Geburtstag.


    Eingeladen sind Vereine aus ganz Südniedersachsen - aus Goslar, Hildesheim und Hannoversch-Münden. Und: Sie alle bringen ihre Raritäten mit nach Northeim. 150 Jahre alte Briefmarken, Geldscheine aus den zwanziger Jahren und Postkarten, die Northeim im Jahre 1900 zeigen.


    Eine Rarität aus Namibia


    Eine Auswahl von dem, was am Sonntag zu sehen sein wird, zeigt Klaus Müller schon einmal vorab. Er ist Vorsitzender des Northeimer Briefmarkenvereins und sammelt, seit er zehn Jahre alt ist. "Wir zeigen am Sonntag einen Brief aus Namibia. Er ist frankiert mit gleich drei Briefmarken." Eine stamme aus der deutschen Kolonialzeit im Jahre 1884, eine aus der Zeit des Mandatsgebietes 1915 und eine von heute. "Das ist die Geschichte Namibias auf einem Brief", sagt Müller.


    Aber auch die deutsche Geschichte wird thematisiert - natürlich in Form von Briefmarken und Geld. "Wir zeigen eine Marke aus Helgoland, aus einer Zeit, in der die Insel noch britisch war", sagt Müller. Auf der Briefmarke sei daher die englische Königin Viktoria zu sehen.


    Auch Geldscheine aus den zwanziger Jahren werden am Sonntag ausgestellt - darunter viele Scheine aus den Zeiten der Inflation. "Damals gab es 50 Milliarden Markscheine", sagt Müller.


    50 Milliarden-Geldschein


    Und sogar aus Northeim ist einer dabei - ein zehn Milliarden Markschein, ausgestellt vom Northeimer Bankhaus Müller - am 25. Oktober 1923.


    Von der Reichsmark bis zur D-Mark, von der Briefmarke aus der Kolonialzeit bis zur Milleniumsmarke - Besucher können sich die Exponate nicht nur anschauen, sie können sie auch kaufen und tauschen. Nur eine wird in Northeim nicht angeboten - das ist die blaue Mauritius. "Die ist ganz selten", sagt Müller. Nur fünf Stück gäbe es weltweit. Müller: "Der Gouverneur von Mauritius hat sie verschickt, um zu seinem Geburtstag einzuladen." Sie kostet heute eine Million Euro.


    Der Tauschtag findet am Sonntag, 12. November, von 9 bis 15 Uhr im Schützenhaus am Mühlenanger statt. Der Verein der Briefmarken- und Münzfreunde Northeim feiert 70. Geburtstag.





    Zitat

    Quelle / Artikel: