"Bayern-Marke" erzielte 47 000 Euro bei Briefmarken-Auktion

  • Erbitterte Kämpfe um Sammlungen


    "Bayern-Marke" erzielte 47 000 Euro bei Briefmarken-Auktion


    WIESBADEN Zweimal im Jahr veranstaltet das Auktionshaus Heinrich Köhler seine viertägigen Briefmarken-Auktionen. Die 325. Versteigerung lockte wieder Bieter aus aller Welt in die Kurhauskolonnaden. Knapp 7000 "Lose", wie die Angebote genannt werden, kamen diesmal unter den Hammer.


    Unaufgeregt verliest der Auktionator Katalognummern und Gebote. Mit seiner Gelassenheit täuscht Michael Hilbertz über die Spannung im Publikum hinweg. Bis zu 2000 Teilnehmer beteiligen sich regelmäßig, weiß Geschäftsführer Dieter Michelson. Dafür müssen sie nicht unbedingt persönlich erscheinen. Manche Interessenten reichen ihr Höchstgebot vorher schriftlich ein, für sie übernimmt der Auktionator stellvertretend die Aufgabe des Mitbietens. Wer nicht persönlich anwesend sein kann, hat außerdem die Möglichkeit, telefonisch in das Geschehen einzugreifen. Doch einigen Philatelisten scheint für ihr Hobby kein Weg zu weit zu sein.


    Die weiteste Anreise hat ein Sammler aus Australien auf sich genommen. Während die weniger wertvollen Stücke schon mal links liegen gelassen werden, rufen einige der Raritäten heiße Kämpfe hervor. "Gerade bei den Sammlungen haben sich die Bieter diesmal richtige Schlachten geliefert", berichtet Michelson, der das Auktionshaus seit dem Jahr 2001 leitet.


    Die besonders bei Händlern beliebten Gesamt-Angebote erzielen dadurch hohe Preise. Das traditionsreiche, auf Briefmarken spezialisierte Wiesbadener Auktionshaus mit Weltruf versteigert die Briefmarken im Kundenauftrag und ist mit einer Provision am Gewinn beteiligt. "Wir sind sehr zufrieden", kommentiert Michelson den Verlauf der 325. Auktion lächelnd.


    Spitzenpreise für LoseAuch Einzellose wechseln zu Traumergebnissen ihren Besitzer. Eine besondere Rarität ist die "Bayern-Marke" mit dem Nennwert von 20 Mark, die mit dem nachträglichen Aufdruck "Sarre" im Jahr 1920 im Saargebiet verkauft wurde. Sie ist eine von weltweit nur 16 Exemplaren. Den im Katalog als Schätzpreis ausgewiesenen Betrag von 35 000 Euro treiben die Bieter auf die schwindelnde Höhe von 47 000 Euro.


    Etwas preisgünstiger ist dagegen die "One Penny Black" zu haben. Die erste Briefmarke der Welt war am 6. Mai 1840, ihrem Erscheinungsdatum, auf einem Brief an einen Mister Roberts in Burnley verschickt worden.


    Dieser besondere Ersttagsbrief ist seinem Ersteigerer mehr als das Doppelte des Schätzpreises von 10 000 Euro wert: 22 000 Euro bezahlt er, um ihn seiner Sammlung hinzuzufügen.



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