Raubkatzen im Briefmarkenformat

  • Ausstellung der Briefmarkenfreunde – Marianne Ehlers erzählt über ihre Sammlung



    WOLFENBÜTTEL. Selbst auf den zweiten Blick kann man sich kaum vorstellen, dass Marianne Ehlers Raubkatzen faszinieren. Selbst wenn es nur kleine sind. Aber Blicke können täuschen.


    "Alle haben gesammelt", sagt sie. Während andere im Schulalter eigentlich gar nicht recht wissen, warum sie eigentlich Briefmarken sammeln, und sich einem anderen Hobby zuneigen, blieb Marianne Ehlers, die in Königsberg geboren wurde und über Braunschweig schließlich zur Wolfenbüttelerin wurde, bei dem Papierchen mit den Zähnchen. Katzenliebhaberin sei sie damals auch gewesen, erzählt sie zwischen den Tafeln mit den ausgestellten Zeugnissen von Sammlerleidenschaft.


    Erstmals präsentierten die Briefmarkenfreunde Wolfenbüttel eine Ausstellung im Kulturbahnhof: Auf zehn Stellwänden Weihnachtsmarken aus aller Welt, aber auch Postkarten aus dem 19. und 20. Jahrhundert mit Ansichten vom damaligen Wolfenbüttel und mittendrin eben auch Marianne Ehlers mit ihrer Motivsammlung Raubkatzen.


    Und als Katzenliebhaberin sammelte sie damals eben Katzenmotive. Da aber die Motive mit den schnurrigen Haustigern aus aller Welt bald doch überhand nahmen, spezialisierte sie sich auf Raubkatzen. Wie gesagt, kleine Raubkatzen, wie da wären: die Wildkatze, Rohrkatze, Sandkatze, Ozelot, Manul, Schwarzfußkatze oder eine Iriomotkatze. "Jedenfalls keine Pantera", sagt Marianne Ehlers und drückt mit dem biologischen Fachwort aus, dass eben Tiger und Löwe, Gepard und Panther nicht zu ihren Motiven gehören.


    Dafür finden sich auf den Briefmarken aus Kambodscha und Guatemala, aus Japan, der Türkei, Malaysia, Mexiko eben überall aus der Welt Motive all der Raubkatzen, denen man lieber nicht begegnen möchte, auch wenn sie klein sind. Fast aus der ganzen Welt. In Australien nämlich, erläutert die Philatelistin, gebe es keine Katzen. Jedenfalls nicht solche. Und daher fehlen sie der Australischen Post als Motiv.


    Marianne Ehlers Sammlung ist umfangreicher, als sie sie im Kulturbahnhof ausgestellt hat. Über Fachzeitschriften erfährt sie von Neuerscheinungen, auf Tauschbörsen oder bei Händlern direkt erwirbt sie ihre Kätzchen.


    Zu ihrer Sammlung gehören auch Marken, die den Lebensraum der Tiere zeigen, wie beispielsweise ein deutsches Postwerzeichen, das den Naturpark Bayrischen Wald abbildet. Der einzige Luchs auf einer deutschen Briefmarke sei übrigens in der DDR erschienen, berichtet sie. Nur die Grau- und die Borneogoldkatze fehlen ihr noch. "Aber die sind bis jetzt auf keiner Briefmarke in der ganzen Welt abgebildet worden", sagt sie lächelnd.




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