Landkreis Görlitz/Schlesien

  • Hallo zusammen,


    heute geht es wieder auf das östliche Neisseufer nach Thielitz.


    Der Ort ist eine wendische Siedlung gewesen, auf dem Weinberg wurden Reste einer auf das Jahr 800 zurückgehenden Höhenburg ausgegraben. Im Zuge der Ostkolonisation wurde die wendische Bevölkerung verdrängt. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1408 als Deelitz, der Ortsname entwickelt sich über Telitz und Telcz zu Thiellitz. Der alte sorbische Name lautete Delic. Obwohl eindeutig slawischen Ursprungs blieb der historische Ortsname auch im Dritten Reich unangetastet.


    Das Naturbad Thielitzer Mühle mit Gastwirtschaft und Wirtsgarten wurden ein beliebtes Ziel der Wochenendausflügler aus Görlitz. Der Gasthof brannte 1927 ab und wurde 1929 neu errichtet. Der Gasthof existiert noch heute und wurde nach 2000 umfassend saniert.


    Das Dorf fiel 1945 an Polen und heisst heute Tylice. Es gehört zur Gmina Zgorcelec.


    Einwohnerentwicklung:
    1874: 440 Einwohner
    1910: 315 Einwohner (inkl. Gutsbezirk)
    1939: 284 Einwohner
    2009: 545 Einwohner (als Tylice)



    Meine beiden Karten zeigen genau diesen Gasthof, einmal vor und einmal nach dem Brand. Eine Karte mit einer Ortsansicht ist mir noch nicht untergekommen. Auch die beiden schon häufig empfohlenen polnisch/deutschen homepages chwila.com und glogow.pl zeigen alte Ansichten des Wirtshauses.




    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    wir bleiben auf dem östlichen Neisseufer denn heute geht es um die Ortschaft Troitschendorf.


    Wie so häufig bei den heute zu Polen gehörenden Orten bin ich auf polnische homepages angewiesen was es für mich, der ich der polnischen Sprache nicht mächtig bin, nicht gerade leichter macht.


    Troitschendorf war wohl eine Gründung der deutschen Ostkolonisation durch die die ansässige slawische Bevölkerung durch deutsche Zuwanderer verdrängt bzw. kulturell überfremdet wurde. Erstmals urkundlich erwähnt der Ort als Troschendorf im Jahr 1359. Ende des 14. Jahrhunderts wurde der Ort als Schenkung dem Görlitzer Heilig Geist-Spital vermacht. Eine Besonderheit des Ortes waren die Kirchenbücher. Diese reichten bis 1607, also bis vor die Zeit des dreissigjährigen Krieges zurück. Ob der Ort von der Kriegswirren verschont blieb oder aber der Pfarrer nur ein besonders gutes Versteck gefunden hatte entzieht sich meiner Kenntnis. Die sorbische Bezeichnung des Ortes war Trosecy.


    Troitschendorf fiel, da östlich der Neisse gelegen, 1945 an Polen und gehört heute unter dem Namen Trójca zur Gmina Zgorcelec.


    Wie in diesem thread üblich verweise ich auf die beiden polnisch/deutschen homepages chwila.com und glogow.pl:


    Einwohnerentwicklung:
    1874: 790 Einwohner
    1910: 916 Einwohner
    1939: 911 Einwohner
    2008: 612 Einwohner (als Trójca)


    Ich habe leider nur eine Mehrbild-Karte aus Troitschendorf die im Jahr 1914 in Leopoldshain abgestempelt wurde. Sie zeigt verschiedene Ansichten des Ortes, u. a. die Kirche, die Schule, die Molkerei und die Villa Schwarze. ZUdem die Warenhandlung Brückner. Diese hatte wohl die Karten bestellt und vertrieben.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    wir bleiben weiterhin auf dem östlichen Neisseufer, heute möchte ich über das Dorf Wendisch-Ossig berichten.


    Der Ort wurde im Jahr 1385 erstmals als Ozzek urkundlich erwähnt, der Name leitet sich wohl vom slawischen Wort für hacken (im Sinne von roden) ab. Bereits kurze Zeit später wird der Ort mit dem Zusatz "Wendisch" genannt. z.B. Wendisch-Ozzek im Jahr 1414. Im Jahr 1463 wurde das Dorf Besitz des Görlitzer Stadtrates. Während der sogenannten Bierfehde zwischen Görlitz und Zittau im Jahr 1491 wurde das Dorf schwer in Mitleidenschaft gezogen.


    Wendisch Ossig fiel 1815 mit großen Teilen der Oberlausitz an Preussen und wurde mit dem Kreis Görlitz Teil der preussischen Provinz (Nieder-)Schlesien. Im Jahr 1937 wurde der Ortsname germanisiert, aus Wendisch-Ossig wurde Warnsdorf (Vermutlich nach der oberlausitzer Adelsfamilie von Warnsdorf). 1945 fiel der Ort an Polen und heisst seitdem Osiek Luzycki. Osiek Luzycki gehört heute zur Gmina Zgorcelec.


    Einwohnerentwicklung:
    1874: 507 Einwohner
    1910: 428 Einwohner (inkl. Gutsbezirk)
    1939: 472 Einwohner (als Warnsdorf)
    2006: 330 Einwohner (als Osiek Luzycki)


    Wie üblich der Verweis auf die beiden polnisch/deutschen homepages chwila.com und glogow.pl mit alten und neuen Bildern des Ortes.


    Ich zeige drei Karten aus den Jahren 1899, 1911 und 1921. Alle drei Karten sind auch auf der homepage chwila.com zu sehen.
    1899: Farblithographie mit Ortsansicht, Gasthof, Kirche, Schule und Pfarramt
    1911: Mehrbildphotokarte mit Dorfplatz, Gasthof, Kirche, Schule und Pfarramt
    1921: Mehrbildphotokarte mit Kirche, Schule und Gasthof (Gerichtskretscham)
    Alle drei Karten wurden im benachbarten Nikrisch (später Hagenwerder) abgestempelt.


    Karten mit der Bezeichnung Warnsdorf Kr. Görlitz sind mir noch nicht untergekommen (nicht zu verwechseln mit Warnsdorf in Tschechien).


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    mit Riesenschritten nähern wir uns dem Ende des Alphabets und damit der Reise durch den Landkreis Görlitz in den Grenzen von 1938.


    Der (vorerst) vorletzte Ort meine Rundreise ist das heute zur Gemeinde Neisseaue gehörende Dorf Zentendorf. Leider sind die Hinweise im Internet sehr dürftig, trotzdem konnte ich einige Fakten zusammentragen.


    Der Ort wurde offenbar 1390 als Cenetindorf erstmals urkundlich erwähnt. Der Name mächte später einige Ändungen durch, u.a. Czentendorff (1416), Zenttendorff (1533) bis sich schließlich im Jahr 1791 die Bezeichnung Zentendorf durchsetzte.


    Das Dorf ist ein Strassenangerdorf, dies und auch das Fehlen einer sorbischen Ortsbezeichnung deutet auf eine Besiedelung im Zuge der deutschen Ostkolonisation hin.


    Das Dorf gehörte ab 1553 zum Rittergut Särchen, im Jahr 1589 ging der Besitz an den Rat der Stadt Görlitz über. Von 1635 bis 1815 gehört Zentendorf zu Sachsen, nach dem Wiener Kongress kam Zentendorf zu Preussen.


    Im Jahr 1950 wurde Zentendorf nach Deschka eingemeindet, diese ging 1999 in der Gemeinde Neisseaue auf.


    Einwohnerentwicklung:
    1825: 228 Einwohner
    1871: 232 Einwohner
    1910: 311 Einwohner (inkl. Gutsbezirk)
    1939: 266 Einwohner
    2008: 167 Einwohner (als Ortsteil von Neisseaue)


    Ich habe nur eine einzige ungelaufene Mehrbildkarte von Zentendorf. Leider gibt es vom westlich der Neisse gelegenen Teil der Lausitz keine mit chwila.com oder glogow.pl vergleichbaren homepages auf die ich verweisen könnte.


    Meine Karte zeigt den Gerichtskretscham, die ev. Schule, das Altersheim und die Eisenbahnbrücke. Diese wird übrigens derzeit durch einen Neubau ersetzt, da die abgebildete Brücke inzwischen völlig marode war. Damit die neue Brücke fristgerecht im Sommer 2015 fertig wird, wird sie von Polen errichtet, die PKP übernimmt auch die bislang fehlende Elektrifizierung der Strecke bis auf die deutsche Seite. Die Weiterführung der Elektrifizierung der Strecke auf deutscher Seite wird aufgrund von Planungsproblemen nicht fristgerecht fertig werden :oneien:


    Das ist übrigens kein typisch ostdeutsches Problem, der Brennerbasistunnel wird von Italien und Österreich auch schneller fertig gestellt werden als die Zulaufstrecken in Bayern, hier ist man nämlich über Voruntersuchungen noch nicht hinaus gekommen.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    heute bringe ich meine Rundwanderung durch den Landkreis Görlitz in dn Grenzen von 1938 zu einem vorläufigen Ende. Zum Abschluss berichte ich über das Dorf Zodel, das heute zur Gemeinde Neisseaue gehört.


    Zodel wurde als Zcodel erstmals im Jahr 1325 urkundlich erwähnt, vermutlich leitet sich der Name vom altslawischen "sodlo" Siedlung ab (slawisches l mit Querstrich, in etwa wie ein w gesprochen). Der Ort gehörte zunächst zur Familie von Penzig. Auch die Ortsanlage als Rundling spricht für einen slawischen Ursprung. Die heutige obersorbische Bezeichnung ist Zadzel (erneut mit slawischem l mit Querstrich). Trotz des slawischen Namensursprungs wird der Ortsname auch nach 1937 beibehalten.


    Die Kirche von Zodel geht ebenfalls auf das 14. Jahrhundert zurück, ab 1445 ist Zodel als Rittergut belegt.
    Zodel wird in den napoleonischen Kriegen mehrfach geplündert, auch in den Kämpfen gegen Ende des 2. Weltkrieges kommt es zu schweren Zerstörungen. Im Jahr 1995 schliessen sich die Orte Groß-Krauscha, Kaltwasser und Zodel zur Gemeinde Neisseaue zusammen.


    Bevölkerungsentwicklung:
    1825 : 589
    1871 : 704
    1905 : 733
    1939 : 841
    1964 : 825
    1990 : 677
    2008 : 590


    Ich zeige zwei Mehrbildkarten von Zodel.
    Zunächst eine 1902 in Penzig abgestempelte Karte nach Jaromer in Böhmen, sie zeigt Büchner Gasthaus, das Schloss, die Dorfstrasse und die Schule.
    Dann eine ungelaufene Karte mt Kirche, Dorfstraße (nahezu gleiche Perspektive wie auf Karte 1) und ebenfalls die Schule.


    Viele Grüße
    DKKW


    P.S.: In lockerer Folge werde ich künfig einige Neueingänge von bislang nicht gezeigten Orten präsentieren.

  • Hallo zusammen,


    in meinem schon etwas länger zurückliegenden letzten Beitrag in diesem thread hatte ich versprochen in lockerer Folge Neueingänge zu präsentieren.


    Heute will ich damit beginnen und ein ungelaufene Karte aus Deutsch-Ossig zu präsentieren. Dieser westlich der Neisse gelegene Ort (südlich der Stadt Görlitz) fiel noch kurz vor der Wiedervereinigung dem Braunkohlentagebau zum Opfer und wurde 1988 "entsiedelt"


    Karten von Deutsch-Ossig werden immer wieder mal angeboten, ich habe erst zwei da ich nicht bereit bin jeden Preis zu zahlen.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    am 5.6.14, also vor gut einem Jahr, habe ich einige Ansichtskarten aus Kohlfurt gezeigt. Inzwischen ist einiges dazugekommen. Diese Karten möchte ich heute präsentieren.


    Karte 1: Der Bahnhof Kohlfurt, 1912 nach Königshütte gelaufen
    Karte 2: Mehrbildkarte mit Ansichten von Kohlfurt, dem Hammerteich und dem Turm am Könnteberg
    Karte 3: Kohlfurt-Dorf, 1926 nach Görlitz gelaufen
    Karte4: Görlitzer Heide, u.a. mit Turm und Forstamt Könnteberg, 1901 nach Görlitz gelaufen


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo Vichy,


    je genau. Es handelt sich um das Kohlfurt (heute poln. Wegliniec) mit ca. 3.000 Einwohnern. Kohlfurt war ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt, deshalb der große Bahnhof. Hier verzweigte sich die von Görlitz kommende Bahnstrecke in die beiden Hauptbahnen nach Breslau (über Liegnitz) und Waldenburg (über Hirschberg). Außerdem führten Strecken nach Torgau (über Hoyerswerda) und Sommerfeld (an der Strecke Berlin - Liegnitz - Breslau).


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    beim Ortsnamen Lichtenberg müssten eigentlich jedem Preussen-Sammler sofort die Tränen kommen. Am 1.9.1858 wurde hier eine Postanstalt eingerichtet, der der Nummernstempel 1965 zugeteilt wurde. Dieser Nummernstempel gehört zu den selteneren Stempeln Preussens.


    Auch bei den Postkarten musste ich lange suchen. Nun kann ich zwei Karten präsentieren.


    a) eine ungelaufene Karte mit Ansichten der Försterei, des Gerichtskretschams, der Weberei, der Kirche und des Kriegerdenkmals


    b) eine Feldpostkarte aus dem Jahr 1917 mit Ansichten der Schule, Paul's Bäckerei, der Kirche und des Gerichtskretschams.


    Den verwendeten KGS von Lichtenberg kann ich vom 1.3.1912 bis zum 4.6.17 nachweisen.


    Die Einwohnerzahl ging in der Zeit über die mir Zahlen zur Verfügung stehen immer weiter zurück:
    1874: 423 Einwohner
    1910: 375 Einwohner
    1939: 355 Einwohner
    aktuell: 219 Einwohner (wikipedia, ohne Jahreszahl)


    Wie üblich kann ich auf die beiden polnischen Seiten chwila.com und glogow.pl mit alten und neuen Bildern des Ortes verweisen:


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    unweit von dem im letzten Beitrag beschriebenen Lichtenberg liegt das kleine oberlausitzer Dorf Lauterbach (heute polnisch: Gozdanin, sorbisch: Bystrica). Gemäß Pätzolds Gemeinde- und Ortslexikon aus dem Jahre 1911 wurde die Post von Lichtenberg aus bestellt.


    Auch in Lauterbach müssen wir über die Jahrzehnte hinweg einen kontinuierlichen Bevölkerungsrückgang feststellen:


    1874: 206 Einwohner
    1910: 182 Einwohner
    1939: 176 Einwohner
    aktuell: 116 Einwohner (wikipedia, ohne Jahresangabe)


    Über diesen kleinen Ort berichten die bereits häufig zitierten polnischen homepages:


    Die von mir gezeigte Postkarte mit einer Ansicht des Gasthofs zum Waldfrieden ist auch auf der oben genannten homepage glogow.pl zu sehen. Die 5 Pfg. Germania Marke ist mit dem KGS Lichtenberg 27.5.12 entwertet. Die Stempelkonturen sind so scharf, dass man meinen möchte, der Stempel wäre noch nicht lange im Gebrauch.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    und gleich noch eine Karte von einem Ort, den ich im ersten Durchgang noch nicht präsentieren konnte, nämlich Nieder Bielau.


    Als ich die Karte erhielt bin ich erst mal erschrocken, die Karte trägt ein einen unleserlichen Bahnpoststempel Aschersleben - ...., das ist Sachsen-Anhalt und nicht die Lausitz. Gab es etwa ein zweites Nieder Bielau? Ein Blick in Ritters Ortslexikon beruhigte mich, das einzige Nieder Bielau lag im Kreis Görlitz. Beim Studium der polnischen homepage glogow.pl fand ich die Karte auch abgebildet, also alles in Butter.


    Nieder Bielau, am östlichen Neisseufer gelegen, gehört heute zu Polen und heißt jetzt Bielawa Dolna. Nieder Bielau geht auf eine sorbische Siedlung namens Bielawa zurück. In alten Urkunden finden sich folgende spätere Namen vor: Windischin Bele, Windischebiele, Wendisch Biela.


    Nieder Bielau gehört vor dem zweiten Weltkrieg zu den prosperierenden Gemeinden, von der Vertreibung der deutschen Bevölkerung erholte sich der Ort aufgrund seiner Grenzlandlage nicht mehr, siehe Einwohnerentwicklung:


    1874: 973 Einwohner
    1910: 1.052 Einwohner
    1939: 1.439 Einwohner
    aktuell: 298 Einwohner (als Teil der Gmyna Piensk)


    Nieder Bielau hatte früher eine eigene Postagentur.


    links:


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    und wieder eine Postkarte aus einem Ort, der mir bislang noch fehlte. Es handelt sich um das heute zur Gemeinde Vierkirchen gehörende Dorf Melaune. Um so verblüffender, da Melaune nicht nur der heutige Verwaltungssitz der Gemeinde ist, sondern nach Pätzolds Orts- und Gemeindelexikon aus dem Jahr 1911 eine Postagentur hatte, die für die Post der umliegenden Dörfer Dittmannsdorf, Döbschütz, Meuselwitz, Prachenau und Tetta zuständig war. Zumindest aus den drei letztgenannten Dörfern konnte ich bereits Ansichtskarten präsentieren.


    Melaune ist ein Ort mit slawischen Wurzeln. Der Name ist wohl von mirowe = Ort des Friedens abzuleiten. Der slawische Name Merowe ist aus dem Jahr 1239 überliefert. Der Ortsname entwickelte sich über Meraw, Melaw zu Melaune.


    Die ursprünglich slawische Bevölkerung wurde durch deutsche Zuwanderer im Rahmen der Ostkolonisation verdrängt bzw. kulturell überfremdet. Die sorbische Sprache ist seit Ende des 19. Jahrhunderts im Ort endgültig ausgestorben.


    Die Bevölkerungwsentwicklung zeigt eher eine abwärts gerichtete Tendenz:
    1825: 329 Einwohner
    1874: 423 Einwohner
    1910: 340 Einwohner
    1939: 342 Einwohner
    2008: 313 Einwohner


    Meine ungelaufene Karte zeigt verschiedene Ansichten des Dorfes. Neben einer Totalansicht des Dorfes sehen wir die Kirche, das Pfarrhaus, die Schule sowie die Fahrrad- und Materialwarenhandlung G. Burkhardt.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    passend zu meinem letzten Beitrag über das Dorf Melaune möchte ich heute zwei Karten aus Meuselwitz zeigen. Melaune war (zumindest um 1910) die für Meuselwitz zuständige Poststation. Insgesamt gab es in Deutschland drei Orte dieses Namens.


    Wie der Name schon vermuten lässt, geht Meuselwitz auf slawische Ursprünge zurück. Ich habe aber keine Deutung des alten Namens Muzlawiz (aus dem Jahr 1238) gefunden. Über Musilwicz, Musselwicz und Mewselwicz entwickelte sich der heutige Ortsname Meuselwitz der auch den Germanisierungswahn der Nazis überstand.
    Der Ort wurde 1994 nach Reichenbach/Oberlausitz eingemeindet. Auch dieser Ort weist einen stetigen Rückgang der Einwohnerzahl auf.


    Einwohnerentwicklung:
    1825: 364 Einwohner
    1884: 517 Einwohner
    1910: 415 Einwohner
    1939: 378 Einwohner
    2014: 205 Einwohner


    Meine beiden Karten zeigen als Mehrbildkarten verschiedene Ansichten des Dorfes. Die Farbkarte aus dem Jahr 1909 ist auch im Postamt Melaune abgestempelt worden. Die Farblithographie aus dem Jahr 1907 ist auch ein postgeschichtliches Kleinod. Die Karte konnte am Zielort Radebeul nicht zugestellt werden. Es wurde ein hektographierte Zetttel aufgeklebt, auf dem alle Postboten abzeichneten, dass ihnen der Empfängername unbekannt sei. Am 24.11.07 ging die Karte zurück nach Meuselwitz.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    hier ging mir eine schöne Farb-Litho-Karte aus Königshain aus dem Jahr 1899 ins Netz. Mit einigen anderen Angeboten aus teils noch nicht gezeigten Orten hatte ich weniger Glück, die Preise erreichten Höhen die nicht nicht mehr bereit bin zu zahlen.


    Meine mit einer 5 Pfg. Krone/Adler Marke frankierte Marke lief von Königshain nach Muskau. Die Marke wurde mit dem KGS von Königshain (Oberlausitz) 11.6.99 entwertet. Als Ankunftstempel wurde der Kreisstempel von Muskau a vom 11.6.99 abgeschlagen. Den KGS von Königshain kann ich bis 1917 nachweisen.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    nach ewig langer Zeit kann ich wieder mal eine neue Ansichtskarte aus dem Landkreis Görlitz zeigen. Es handelt sich um eine Karte aus Hohkirch, aus diesem Ort hatte ich bereits auf der ersten Seite dieses threads zwei Karten zeigen können.


    Zitat

    Original von DKKW
    In Ritters Ortlexikon aus dem Jahr 1874 findet man die Gemeinde noch unter der Bezeichnung Hochkirch. Ob es sich hierbei um einen Druckfehler oder eine spätere Namensänderung handelt, entzieht sich meiner Kenntnis. Im Gemeindeverzeichnis von 1908 findet man bereits den Namen Hohkirch.
    Damals hatte der Ort 420 Einwohner. Bis zum Jahr 1939 ging die Bevölkerungszahl auf 355 Einwohner zurück. Heute zählt der zur Gmina Zgorcelec Ort noch 108 Einwohner.


    Der wohl bekannteste Hohkirchner war der Schauspieler Viktor de Kowa, mit bürgerlichem Namen Victor Kowalczyk (1904-1973).


    Die heute gezeigte Karte ist eine Mehrbildkarte aus dem Jahr 1913, Hohkirch heisst heute übrigens Przesieczany.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    auch in diesem thread konnte ich seit über einem halben Jahr nichts Neues präsentieren.


    Jetzt ging mir eine sehr schöne aber nicht ganz billige Farb -Lithographie aus Döbschütz aus dem Jahr 1902 ins Netz.


    Döbschütz hatte 1905 gerade mal 292 Einwohner und gehört somit zu den kleinsten Dörfern aus dem Landkreis die ich mit Karte belegen kann.


    Der Ort ist slawischen Ursprungs und wurde 1280 als Dobswicz urkundlich erwähnt. Auch die Dorfanlage als Rundling weist auf slawische Ursprünge hin. Auf wikipedia heisst es vornehm, dass die ursprünglich slawische Siedlung im Zuge der deutschen Ostkolonisation übernommen worden ist. Im Klartext, die angestammten slawischen Bewohner wurden aus ihrer Heimat vertrieben.


    Im Jahr 1815 kam Döbschütz im Landkreis Görlitz zur preussischen Provinz Niederschlesien. Nach dem 2. Weltkrieg fiel der westlich der Neisse gelegene Teil Niederschlesiens wieder an Sachsen.


    Sieht man einmal von den frühen Nachkriegsjahren ab, als Döbschütz Flüchtlinge und Vertriebene aus den Ostgebieten aufnahm so ist die Bevölkerungsentwicklung in den vergangenen Jahrzehnten stark rückläufig. Im Jahr 1961 wurde Döbschütz nach Melaune eingemeindet die ihrerseits im jahr 1994 in der Gemeinde Vierkirchen aufging.


    Ich zeige eine Farblitho-Mehrbildkarte aus dem Jahr 1902. Sei zeigt neben verschiedenen Ortsansichten allein drei Gasthöfe!


    Die Karte war eine Einladung zur Kirmes und lief nach Mengelsdorf bei Reichenbach. Beim Postamt Reichenbach wurde die Karte auch postalisch abgefertigt. Die 5 pfg. Germania wurde mit dem KGS "Reichenbach *(Oberlausitz)* 4.10.02 2-3N" entwertet.


    Viele Grüße
    DKKW