Hepburn-Rarität erzielt Weltrekord

  • Der neue Besitzer der Audrey-Hepburn-Briefmarke kommt aus Glehn. Dieses einzige bekannte Eckrandstück erzielte am Freitag bei der Auktion im Düsseldorfer Hotel Nikko einen Weltrekord : Das Exemplar ging für 135 000 Euro in den Besitz des Finanzdienstleisters „SJB FondsSkyline“ über.


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    Kann seit Freitag die philatelistische Neuheitensensation sein Eigen nennen: der Glehner Gerd Bennewirtz, geschäftsführender „SJB“-Gesellschafter.


    Die Philatelisten-Welt steht Kopf: Seit Freitag befindet sich das einzige bekannte Eckrandstück der seltensten unverausgabten Nachkriegsmarke Deutschlands im Besitz des Glehner Finanzdienstleisters „SJB FondsSkyline“, das vom geschäftsführenden Gesellschafter Gerd Bennewirtz geleitet wird. Seine Frau Gabi, Assistentin der Geschäftsleitung, erhielt am Freitag im Düsseldorfer Aktionshaus Felzmann für 135 000 Euro den Zuschlag. Während Gerd Bennewirtz geschäftlich in Frankfurt weilte, kam die junge Frau im Hotel Nikko ganz gehörig ins Schwitzen. Die Fachwelt staunte nicht schlecht: Um 14 Uhr betrug der Ausruf für die Audrey- Hepburn-Briefmarke 50 000 Euro. Um 14.17 Uhr löste sich dann die Spannung. „Der enorm hohe Zuschlag stellt einen wahrhaftigen Weltrekord dar“, kommentierte Axel Dörrbach, Kaufmännischer Leiter des Felzmann-Auktionshauses, gegenüber der NGZ den selbst für ihn atemberaubenden Vorgang.


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    Audrey Hepburn als Wertzeichen: eine Rarität, die Freitag als unverausgabte Wohlfahrtsmarke den Weltrekordpreis von 135 000 Euro erzielte.


    „Die Spannung war kaum auszuhalten. Selbst ich hatte feuchte Hände“, verriet Dörrbach. „Noch nie hat eine Marke, die weniger als zehn Jahre alt ist, einen derartigen Preis erzielt.“ „Diese Briefmarke ist eine philatelistische Neuheitensensation“, freute sich auch Gerd Bennewirtz. „Unter den Unverausgabten durchbricht sie alle in der deutschen Philatelie bekannten Preisgrenzen“, erklärte dann auch der 43-Jährige, der sich Freitag Abend hochzufrieden in seinem Chefsessel in seinem Büro an der Bachstraße zurücklehnte. Passion und Profession ihres Geschäftsführers verbinden den neuen Besitzer „SJB FondsSkyline“ mit der Philatelie. Seit seinem achten Lebensjahr ist Gerd Bennewirtz - zunächst unter der fachlichen Anleitung seines Opas - leidenschaftlicher Briefmarkensammler. Seit Mitte der 90er Jahre nutzte der Glehner Unternehmer sein Spezialwissen auch beruflich in der Vermögensberatung.


    „Die SJB bietet ihren Kunden seit 1989 Portfolios nach persönlichem Geschmack. Darin befinden sich vor allem Wertpapiere wie Investmentfonds und unternehmerische Beteiligungen wie Immobilien und Schiffe, aber eben auch Wein, Kunstgegenstände, Oldtimer, exklusive Möbel und auch Briefmarken“, so Dr. Georg Wolf zur Philosophie des Unternehmens. „Eine solch individuelle Aufteilung macht das Portfolio stabil“, weiß SJB-Mitarbeiter Wolf aus seiner beruflichen Erfahrung. Zudem hegt er die Hoffnung: „Eine solche Marke kann eine Sogwirkung auf den deutschen Briefmarkenmarkt ausüben.“ Fest steht jetzt schon, dass individuelle Kunden bei Beratungsgesprächen die Briefmarkensensation mit dem Konterfei der amerikanischen Diva - mit Hut und Zigarettenspitze - auch anschauen dürfen.


    Allerdings wird die Hepburn-Marke nicht ständig im Büro zu bestaunen sein. Sie wird - nach der Übergabe durch das Auktionshaus - ihren Stammplatz in einem Tresor in einem Geldinstitut haben. „Schließlich wollen wir keine ungebetenen Gäste anziehen“, erklärte Wolf vorausschauend. Ob die Weltrekord-Marke in Kleinmachnow am 11. Februar 04 abgestempelt und vom so genannten Prüfpapst Hans-Georg Schlegel mit dem Prädikat „einwandfrei“ beurteilt wurde, schon bald wieder zum Verkauf ansteht, ist ungewiss. „Zunächst soll das Wertobjekt als Werbeträger genutzt werden“, so Wolf weiter. Was macht diese Briefmarke so wertvoll?


    Laut Axel Dörrbach existiert sie nur drei Mal. Ursprünglich war diese Briefmarke 2001 für eine fünfteilige Wohlfahrtsserie mit dem Titel „Schauspieler“ von der Deutschen Post vorgesehen. Laut Dörrbach waren bereits 1,4 Millionen Exemplare gedruckt. Bevor sie in den Verkauf gehen konnten, wurde von einem der Hepburn-Söhne - er fand seine Mutter „zu kokett“ dargestellt - eine einstweilige Verfügung gegen die Deutsche Post erwirkt. Das Ergebnis: Der gesamte Bestand musste vernichtet werden. Dennoch gelangten drei Stücke in Umlauf, die seit ihrer Neuentdeckung unter Philatelisten höchste Wertschätzung genießen.



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