BAJA und PESTH auf einer Marke

  • Ich stelle Euch hier ein Abstempelungskurriosum vor, das ich kürzlich erstanden habe.


    Die Marke ist eine Mi 3 Type III Platte B mit etwas übersättigtem Druck und Randdruck. Unten wurde die Marke gerissen und nicht geschnitten.


    Das Spezielle an der Marke ist allerdings die Abstempelung: 2 verschiedene Stempel und zwar einer von PESTH und einer von BAJA jeweils vom 21.1.


    Doppelstempelungen findet man ansonsten bei recommandierten Briefen und dabei etwa für Wien ab 1957 in roter Farbe, dabei gibt es allerdings eine Differenz bei den Daten. Kam diese Abstempelung auf ein rekommandiertes Schreiben - liegen Baja und Pesth nahe genug für eine Tageszustellung?


    Hat von Euch jemand eine Erklärung für die Doppelabstempelung?


    Danke Wien13

  • Baja - Pesth sind 156km. Ganz ordentlich für eine Tageszustellung. Baja liegt aber auch an der Donau. Dampfschiff?

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    Voltaire

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  • Da wien13 auch jetzt aktiv ist, kann ich es wagen, eine alte Frage von ihm zu beantworten.
    Auf dem Bild kann ich nicht erkennen, dass auch der Stempel von Pest das Datum 21/1 trägt.
    Ist zwar nicht entscheidend, aber bei gleichem Datum müsste manches zusammengespielt haben (Postlauf).
    Nach meiner Mainung stammt die Marke von einem Retour-Recepisse (Rückschein), auf dem sich ein weiterer 3 kr Wert befand.
    Auf diesen Formularen finden sich zu dieser Zeit meist Doppelenrtwertungen,
    d.h. bei der Aufgabe des Reko-Briefes und bei der Rücksendung.
    In Ungarn ist eine Doppeöabstempelung auf Rekobriefen nicht gebräuchlich.

  • sehr gute Erklärung - dann müssen natürlich einige Tage dazwischen liegen ...


    Ich habe mir die Marke gerade nochmal unter der Lupe angeschaut - beim Pesth Stempel ist das Datum nicht wirklich eindeutig. Würde jetzt eher zu 31.1. tendieren.


    Würde dies heißen, dass am 21.1. in BAJA Reko Brief aufgegeben wurde und die Recepisse dann am 31.1. auch in Pesth gestempelt wurde, da Zustellung damit bestätigt wird?

  • Bei den Daten BAJA 21/1 und Pest 31/1 heißt das:
    Aufgabe am 21/1 in Baja, Ankunft in Pest nicht festzustellen, Übernahme des Rekobriefes wird vom Adressaten am Rezepisse mit Datum und Unterschrift bestätigt.
    Recepisse wird am 31/1 von Pest nach Baja retourniert.

  • Wäre es nicht möglich, dass der Brief, auf dem die Marke klebte, als Abzugsbrief behandelt wurde, und, nachdem der Adressat am Bestimmungsort nicht auszumitteln war, man ihn nach- oder weitersandte und dabei, wie ich es bei Österreich schon oft gesehen habe, die Marke als Zeichen der Nachsendung mit dem Ortsstempel erneut bedruckte?


    Das würde auch die 10 Tage Unterschied erklären.


    Beste Grüsse von bayern klassisch

  • Eine fachlioche Dislussion gewinnt nichts durch Einstreuen von Fachbegriffen, die mit dem Thema überhaupt nichts zu tun haben.
    Abzugsbrief: Ein mit der Beförderungsgebühe "belasteter" Brief konnte vom Abgabepostamt nicht zugestellt werden. (Adressat unbekannt, verstorben, verzogen etc.) Der Brief ging entweder an das Aufgabepostamt zurück, welches dann für die Bezahlung der Gebühr zu sorgen hatte oder der Brief wurde nachgesendet und das "neue" Abgabepostamt wurde mit der Gebühr belastet.
    In beiden Fällen hatte das ursprüngliche Abgabepostamt in seinem Einlaufprotokoll /Tagesabrechnung die einzuhebende Gebühr vermerkt und musste sie nun "IN ABZUG BRINGEN"=rückverrechnen.
    Daraus ergibt sich, dass ein Abzugsbrief nie ein frankierter Brief sein kann, da ja die Beförderungsgebühr erst einzuheben ist !.
    (Es ist auch ein Begriff aus der Vorphila).
    In der Philatelie kann man nie sagen "Das gibt es nicht", aber ich habe noch keinen Brief der österreichischen Postverwaltung gesehen, bei dem anläßlich einer Nachsendung das bereits entwertetet Postwertzeichen nochmals mit dem Ortstempel versehen wurde. Üblicherweise erfolgte in einem solchen Fall die Anbringung des Ortsstempels auf der Rückseite.
    Datumsunterschied ist völlig unerheblich, da am Stempel von Pest das Tagesdatum nicht festzustellen ist.