Luftfeldpost aus Norwegen 1942??

  • Servus!


    Ich habe folgendes Problem.
    Der unten abgebildete Feldpostbrief ist vom 17.8.42, er gehört zur Flufhafen Betriebs Kompanie 4 des Kampfgeschwaders 30.
    Das seltsame ist, dass der Brief eine Luftfeldpost Marke hat. Die Luftpost würde in Skandinavien aber erst im September 1943 eingeführt.
    Die Einheit befand sich zwar mal an der Ostfront aber nur bis Ende April 1942. Der "Umzug" hat wohl kaum 4 Monate gedauert!


    Meine Vermutung: Der Soldat hatte noch Lupo Marken von der Ostfront und hat diese dann in Norwegen benutzt, obwohl es noch leinen Luftpostdienst gab. Könnte das hinkommen?
    Hätte da dann nicht ein Vermerkt auf dem Brief sein müssen, sowas wie Einheit nimmt nicht am Luftpostverkehr teil????
    Was meint ihr?


    daflocki007

  • Darf ich mal ganz doof fragen, wie die Post sonst vom Flughafen Banak weggekommen sein soll?


    Oder ist das egal? Wenn kein Luftdienst dann keine Zulassungsmarke, egal ob Luftpost?

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.

    Voltaire

    Einmal editiert, zuletzt von Lacplesis ()

  • Ich kann deine Frage nachvollziehen, muß aber gestehen, dass ich die Antwort nicht weiß!


    Ich gehe aber davon aus, dass man in Skandinavien die Wahl hatte, zwischen Luftfeldpost und normaler Feldpost. Zumindest habe ích Briefe von Einheiten in Skandinavien, die nicht mit Lupo Marken versehen sind. (Ob das im Osten auch so war??)
    Was genau meinst du mit Luftdienst? Soweit ich weiß, wurde die Luftfeldpost aus Skandinavien immer mit zivilen Maschienen befördert! Egal ob vor oder nach der Lupo Marken Einführung.


    Leider hilft das nicht bei meiner Frage.
    Ich kann allerdings nun einen falsch eingestellten Stempel ausschließen, da der Brief sonst mit 2 Marken frankiert hätte werden müssen.


    Ich favorisiere immer noch meine Vermutung aus meinem 1. Beitrag.


    daflocki007

  • Meine Anmerkung bezog sich darauf, das es von da weg ja keine Landverbindung nach Süden (weder nach Norwegen, noch nach Finnland, nur ins neutrale Schweden) gab und Schiffsverbinungen waren relativ gefährlich, langwierig und bestimmt nicht grade regelmäßig.
    Also hatte man nördlich des Streckenausbauendes der Polarbahn wohl nicht wirklich die Wahl zwischen Luft- und Normal-Feldpost.

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.

    Voltaire

  • Aus einem anderen Zeitraum.


    Als die Hubschrauber uns mit Nachschub usw. lieferten, wurden von uns aus Briefe an die H-S Besatzung überreicht, mit der Bitte diese weiter zu befordern. Die Briefe waren naturlich unfrankiert. Oben durften wir auch kein Vermerk wie "On Active Service" schreiben.


    Die Belege sind trotzdem doch angekommen. Mal mit Briefmarken versehen, mal mit Freistempler eines Hauptquartiers.


    Das Ort dieses Geschehens war Kroatien als Teile der Nato Truppen mit Kroatischen Kampfverbänden tätig waren.


    Eine Landverbindung haben wir doch gehabt, aber die Postkästchen im Kampfgebiet blieben ungeleert. Denn die Postler haben entweder mitgekämpft, oder hatten sich davon gemacht, jeder nach Lust und Laune.


    mfG


    Nigel

  • Wenn ich über Weihnachten genug Zeit habe, werd ich mich dem Thema mal zuwenden, sofern sonst niemand was dazu weiß.


    Mir ist aber noch was aufgefallen. Die Einehit gehörte ja zur Luftwaffe. Warum ist dann der Feldpostnummer kein L vorangestellt?
    Hab auch mal nachgesehen, ob die Nummer vielleicht 20773 (was meint ihr??) lautet, ist aber auch eine Einheit der Luftwaffe.


    daflocki007

  • Vielleicht mache ich einen Denkfehler, aber Banak hat doch eine Landverbindung nach Finnland (oder sind Straßen gemeint?). Und dort gibt es doch mindestens das Feldpostamt Helsinki, von und zu dem auch Luftfeldpost befördert wurde.
    Beste Grüße vom
    reichswolf

  • Jup, Straßen sind gemeint und mit sieht das in den 40er Jahren ausgesprochen schlecht aus. Aus der norwegischen Nordkapregion gab's nur Straßen- und Eisenbahnverbindungen die über Schweden liefen. Sonst hätten die Deutschen sich ja das völlig wahnwitzige Polarbahn-Projekt sparen können.

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.

    Voltaire

    Einmal editiert, zuletzt von Lacplesis ()

  • Ah, gut. Das hatte ich zumindest noch nicht ganz verstanden.
    Wir waren, glaube ich, irgendwie schon in Richtung Leitwege abgeschweift.

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.

    Voltaire

  • Zitat

    Der Absender hat keine LuftpostMarke benötigt, auch wenn der Brief mit einem Flugzeug befördert wurde. (Jedenfalls in Skandinavien)


    Dazu habe ich jetzt nur die Infos aus dem Michel 2001:
    "Die Zulassungsmarke MiNr. 1 für Luftfeldpostbriefe und -karten wurde zur Einschränkung des Postaufkommens kontingentiert an Soldaten, deren Einheiten am Luftfeldpostdienst angeschlossen waren, an Frontabschnitten im Osten, auf dem Balkan und Skandinavien ausgegeben und war im Verkehr Front-Heimat und Heimat-Front gültig."
    Daher verstehe ich deine Aussage nicht ?(
    Neugierige Grüße vom
    reichswolf

  • Siehe ganz oben: Ab September 1943

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.

    Voltaire

  • Ich glaube, daß gilt nur für Nordskandinavien. Von Malmi z.B. gingen meines Wissens schon früher Luftfeldpostbriefe ab. Ganz sicher bin ich aber nicht, es kann durchaus sein, daß nur gelegentlich Post durch die Luftwaffe befödert wurde und daß es also keinen regulären Anschluß an das Luftfeldpostsystem gab.

  • Ich habe noch mal scharf nachgedacht, woher ich meine Info habe. Im "Archiv für deutsche Postgeschichte", Heft 1/91 ist ein Artikel zum FPA Helsinki/Helsingfors, der zumindest den Eindruck erweckt, als sei recht bald nach dem 01.07.1941 der Luftfeldpostdienst in Helsinki aufgenommen worden. Leider werden keine genauen Daten genannt. Allerdings wird erklärt, daß díe Postversorgung Richtung Heimat-Front, wie von dir erklärt, mit der Lufthansa von Berlin über Königsberg nach Malmi bewältigt wurde (auch die Luftwaffe hat aber gelegentlich ebenfalls Post in diese Richtung transportiert). In Richtung Front-Heimat soll aber die Luftwaffe den größten Teil der Post von Malmi aus befördert habe.


    Bei Bedarf laße ich dir gerne ein Kopie zukommen, auch wenn Mangels konkreter Daten der Artikel nicht so hilfreich ist, wie ich mir wünschen würde...

    Einmal editiert, zuletzt von reichswolf ()