Große Hermesköpfe

  • Moin Olli,


    zu Deiner Bitte um gemeinsame Bestimmung Deiner Karamitsos-Nummern 19 bzw. 27 kann ich leider mangels Fachwissen nichts Zielführendes beitragen - ich fürchte, wir müssen hierbei auf die Unterstützung von Vasilis und ggf. Sleeran warten :)
    Zu dem schönen und beneidenswerten ;-) Brief mit der Vierfarbenfrankatur kann man Dir nur gratulieren - ein ähnlicher Brief (allerdings ein Inlandsbrief der doppelten Gewichts- und damit einer anderen Portostufe) mit den Karamitsos-Nrn. 17b+18d+19b+22a wird in der kommenden Auktion bei Karamitsos angeboten:


    Schönen Nachmittag,


    miasmatic


    p.s.: Übrigens habe ich kürzlich die Erfahrung gemacht, dass bzgl. des aufgerufenen Anteils für Porto und Verpackung bei Karamitsos "ganz gut zugelangt" ;-)) wird - 8,25 € für einige lose Marken.

  • Hallo zusammen,


    heute möchte ich, nachdem der Brief des Auktionshauses (übrigens schön frankiert und völlig unversehrt!) heute angekommen ist, einen Teil der ersteigerten "Beute" vorstellen.
    Da meine finanziellen Möglichkeiten begrenzt sind (ich bin bei einer Bundesanstalt beschäftigt :D :D), hat es diesmal nur zu Marken zweiter Wahl gereicht.
    Anbei aber eine bildseitig nette Nr. 4 mit dem Punkt-Rautenstempel 2 von Piräus.
    Weiß evtl. jemand, ob die Marke von dem Tschechoslowakischen Prüfer Josef Rathausky () signiert worden sein kann? Dem Schriftzug nach scheint es nicht viele andere Möglichkeiten zu geben.
    Signiert wurde übrigens so hoch, weil die Marke oben großflächig dünn und oben links angeschnitten ist.



    Schönen Abend,


    miasmatic

  • Na guten Abend an alle, ich befürchte, ich kann nicht viel helfen :(
    Mit den Farben gehe ich sowieso nicht gut um, bei den Hermesköpfen wird die Sache mit den Farben sogar ein wirkliches Rätsel, da die Leute in Athen von 1862 bis 1885 Marken unaufhörlich gedruckt haben, je nach Bedarf. Die Klassifizierung von Karamitsos ist EIN Klassifikationsvorschlag, andere unterscheiden zwischen noch mehr Farben. Wenn man sich für die Farbabarten interessiert, sollte man meiner Meinung nach seine Marken von einem glaubwürdigen Händler bekommen, sonst ist vieles bloss Vermutungen. Die Kontrollziffern und die Papierqualität machen die Sache komplizierter, weil sie auch ein Teil der Marke sind. Die Griechen haben in den Jahren 1862-1868 mehrere Papiersorten benutzt (dick, dünn, transparent etc.). Die Farbe und die Dünnheit der Kontrolziffern sind auch in dieser Periode nicht einig, ein wirkliches Rätsel auch für den gut informierten Sammler.
    Olli, ich habe versucht, deine Köpfe zu klassifizieren, aber ich bin kein Experte, also das ist nur ein Versuch.


    Die Marken A und B gehören meiner Meinung nach zu den 1862-1868 Ausgaben, dafür sprechen die etwas fleckige Kontrollziffer der Marke B und die diunkle Farbe der Marke A.


    Die Marken C, D und E müssten den gereinigten Platten gehören, die sind ziemlich hell, mit vielen weissen Stellen im Medaillon, die Pünktchen zwischen den Wellenlinien sind kaum zu erkennen und ihre Kontrollziffer sind schon etwas grober als früher. Das sind die Hauptmerkmale für die Einstufung hier.

  • Hallo wieder,


    hier ein Versuch für die zweite Olli-Gruppe. Insgesamt sind die keine leichte Marken, da die Stempel und die Kontrollziffern nicht sehr helfen.


    Marken H und J: die gehören der 1871-1872 Ausgabe, die Kontrollziffern, besonders von J sind sehr charakteristisch für die Zeit. Das Papier muss nicht mehr so satiniert wie bis 1869 sein sondern etwas flacher und weisser. Das kannst nur du, Olli, beurteilen.


    Marken G und N: Kontrollziffern und Stempel bei N sprechen für 1868-1869


    Marke L: Diese Null der Kontrollziffer ist so dick, dass sie für einen Zeitpunkt nach 1872 spricht. Auf der anderen Seite findet man den Rautenstempel meistens bis 1872. Vielleicht eine der ersten Ausgaben auf gemaschtem Papier?


    Marke P: Wenn es im Stempel "73" steht, dann höchstwahrscheinlich gemaschtes Papier.


    Olli, bitte auch das Papier untersuchen, im Vergleich zu deinen anderen Marken, die eindeutig zu der 1862-1867 Zeit gehören: das Papier von 1871-1872 wirkt etwas weisser und das gemaschte ist meistens dünn und transparent und wenn man es gegen Licht sieht, lässt sich ein Pünktchennetz erkennen.


    Gruss,
    salonico

  • Moin "Hermesfans",


    obwohl mir seit einigen Monaten nichts Neues bzgl. der Hermesköpfe "zugeflogen" ist (dafür aber einiges an schönem Klassik-/Semiklassikmaterial aus anderen Ländern Europas), möchte ich heute, um diesem Thread mal wieder ein wenig "Leben" einzuhauchen, ein weiteres Stück vorstellen, das ich bei einer Karamitsos-Auktion Ende Januar ersteigern konnte. Es handelt sich (wie inzwischen von mir gewohnt ;)) um eine Marke zweiter Wahl aus einem Lot von Pariser Drucken.
    Anbei also eine bildseitig annehmbare Nr. 3 mit dem Punkt-Rautenstempel 1 von Athen (jedenfalls meine ich, eine "1" zu erkennen). Bei den beiden diagonal verlaufenden Tintenstrichen vermute ich keine zusätzliche Federzugentwertung (die auch damals wohl nicht zulässig gewesen wäre), sondern einfach die schwungvolle Schrift des Briefverfassers.
    Deutlich zu erkennen sind z.B. die für den Pariser Druck typisch feinen und recht waagerecht verlaufenden Augenbrauen sowie die feinen Schatten im Wangenbereich.


    Schönen Abend,


    miasmatic

  • Habe alle Seiten gelesen - Arbeite eine alte Griechenland Klassik Sammlung auf, Vielen Dank für das Zeigen und die aufschlussreichen Texte zu den Marken, alles mit Interesse gelesen und viel gelernt. Nun noch eine Frage, lassen sie die Falzreste an der 5L Marke dran - ich habe Marken die sind auf alten Albumseiten mit Falz fixiert - Die will ich eigentich abweichen da teilweise unsachgemäß die Falz die Marke mit an das Albumpapier angeklebt hat - Danke und Gruß

  • Moin MIKLAS,
    moin Hermesfans,


    leider ist mir die an mich gerichtete und noch im Raum stehende Frageerst nun aufgefallen. Um diese kurz zu beantworten:
    Ich selbst werde den Falzrest vorerst nicht entfernen, da mich selbst dieser optisch nicht stört und mir ja bereits bewußt ist, dass diese Marke diverse Mängel aufweist (u.a. einige dünne Stellen, z.B. rechts unten am Falzrest).


    Weiterhin möchte ich heute zwei (geprüfte) Neuerwerbungen vorstellen:
    Bei der ersten Marke handelt es sich um den 5 Lepta-Wert der Ausgabe von 1861/62, die Nr. 11 I der Nummerierung gemäß Karamitsos-Katalog.
    Diese grobe provisorische Athener Ausgabe weist einen groben, ziitrigen Druck ohne Reliefwirkung auf und um den Kopf findet sich der charakteristische Hof der Provisorien (Quelle: Heinz D. Behrens: Die großen Hermesköpfe). Die Marke ist ungestempelt o.G. und wie ersichtlich berührt und teils dünn.
    Bei der zweiten Marke handelt es sich um den 10 Lepta-Wert der Ausgabe von 1867/69, die Nr. 26 der Nummerierung gemäß Karamitsos-Katalog.
    Haupt-Erkennungsmerkmal dieser Ausgabe ist gem. der o.a. Quelle die dicke und flächige Kontrollziffer, bei der die Schattierung kaum noch erkennbar ist. Beim vorliegenden Farbton "Rotorange" sind m.M.n. sehr schön die Verschmierungen zu erkennen, die sowohl an den Wellenlinien, als auch an den Randlinien auftreten.
    Die Marke ist durch den Punkt-Rhombenstempel "67" (Kykladen, Syros) entwertet.


    Einen schönen Abend wünscht


    miasmatic

  • Moin Hermesfans,


    heute möchte ich eine Neuerwerbung vorstellen:
    Bei dieser Marke handelt es sich um den 60 Lepta-Wert der Ausgabe von 1876, die Nr. 44a der Nummerierung gemäß Karamitsos-Katalog, also den Pariser Druck der neuen Wertstufe.
    Bis auf das im Rand befindliche Nadelloch handelt es sich um eine schön erhaltene Marke.
    Mir fallen allerdings die beiden weißen Linien am Übergang zwischen Kopf und Hals auf, bei denen es sich gemäß Karamitsos-Katalog nicht um einen Plattenfehler handelt (die scheinbar doppelte Kontur an der Nasenspitze ist mir soeben auch aufgefallen, hier handelt es sich allerings um Staub). Außerdem scheint der Bereich zwischen den Wellenlinien und dem rechten Mäanderband sowohl oben als auch unten von den mir bislang bekannten 60 Lepta-Werten abzuweichen. Könnte es sich evtl. sogar um eine Fälschung handeln?
    Über eine Rückäußerung bzgl. der angesprochenen Druckabweichung sowie bzgl. des verwendeten Stempels (den ich nicht zu lesen vermag, um Schmerzensgeldansprüche wegen "Nacken" zu vermeiden, habe ich den Scan auch kopfstehend angefügt :D) würde ich mich freuen.


    Einen schönen Abend wünscht


    miasmatic

  • Hallo liebe Hermesfreunde,


    möchte mich erst mal bedanken für die Infos zum Thema Falz. Und


    heute auch mal eine Marke aus meiner Sammlung zeigen - 10L das Papier ist ganz leicht grünlich gefärbt mit einem Stich ins gelblich (Der Scan vermag das nicht exakt wieder zu geben), Der Druck: Der Farbauftrag ist dünn und im Medallion mit weisen Pünktchen. Die KZ ist noch relativ dünn. Ich würde die Marke als Hellas 26c einstufen. Der Rand oben ist leider etwas knapp geschnitten.

  • Moin MIKLAS,


    im Heft 51 der Serie "Neues Handbuch der Briefmarkenkunde" von Heinz D. Behrens habe ich versucht, anhand des Bestimmungsschlüssels "G" Deine Bestimmung nachzuvollziehen und meiner Meinung nach liegst Du mit Deiner Einschätzung richtig, wobei in dem Handbuch die Kontrollziffer als "dick und flächig" und "die "Schattierung kaum noch wahrnehmbar" beschrieben wird. Die Hellas-Einordnung 26"c" bezieht sich ja hauptsächlich auf den Sachverhalt, dass die Marke auf grünlich-gelbem Papier - im Gegensatz zu den beiden übrigen "26ern", die ja auf weißem Papier gedruckt wurden - gedruckt wurde, insofern würde ich Dir auch hier zustimmen.


    Einen schönen Abend wünscht


    miasmatic

  • Nach längerer Abstinenz bin ich bei den Hermesköpfen mal wieder tätig geworden.


    Gerade die 1868 - 1869 bzw. 1873 (80 Lepta) - Ausgabe mit den überarbeiteten Druckplatten soll eine recht hohe Bandbreite von Unterschieden aufweisen. Die frühen Ausgaben sollen vom Druck sehr fein gewesen und mit zunehmender Zeit immer grober geworden sein. Späte Ausgaben aufgrund der Abnutzung schauen nicht mehr so aus wie frühe Ausgaben.


    Speziell zu dieser Ausgabe (Karamitsos 23 - 29) habe ich noch sehr wenige Marken und habe mir für Vergleichszwecke einge zugelegt.


    Als erstes eine 1 L. - Marke (23a) gestempelt. Zwar vollrandig, aber nicht ganz optimal, trotzdem noch eine schöne Marke.


    Dann einen Dreierstreifen 2 L. (24a) ungebraucht. Die linke Marke ist zwar angeschnitten, aber ansonsten in schöner Erhaltung.


    Als letztes eine 80 L. (29a) in außerordentlich schöner Erhaltung. Mich hat es wirklich gewundert, dass niemand anderes diese Marke wollte. Besser kann man sie nicht bekommen. Hier habe ich Vorder- und Rückseite beigefügt, die anderen beiden haben keine Kontrollziffern.


    Evtl. wissen unsere griechischen Spezialisten, wie sich die Veränderungen bei der Ausgabe über die Zeit ausgewirkt haben. Ich habe noch eine 27 (20 L) und 2*28 (40 L), die ich vielleicht bei Interesse später zeigen kann.

  • Hallo liebe Hermeskopffreunde, anbei eine Marke wo ich in der Einordnung nicht sicher bin - aus meiner Sicht ist es eine Hellas 13Ie / Michel 13Ic, ohne Kontrollziffer, mit Plattenfeler 20F6 (Anlegelinie im oberen Schriftfeld) Die Marke ist auf bläulichen Papier gedruckt, was im Foto nicht so perfekt kommt, und hat den typischen Schatten der ersten Athener Ausgabe - Was meint Ihr als Experten? Liege ich da richtig - Darüber hinaus würde ich auch ein paar Marken mit Plattenfehlen zeigen ist das i.o. Beste Grüße Miklas

  • Miklas,


    die Marke könnte aus der Position 26 der Platte stammen. Der Druck ist schmutzig (Perle links mit Tinte, Tintenflecken am Helm, auf 20 etc) und die Farbe hat viele weissen Stellen. Die schliesst leider eine 13 aus. Vielleicht eine 19 der letzten Jahre 1865-1867 vor der Reinigung der Platten? Die fehlende Kontrollziffer bleibt ein Rätsel...

  • Hallo Grieche, erst mal Danke für die Hinweise.


    Ich habe alles noch mal überlegt,


    Plattenfehler & Position stimmt - 20F6 aber wie bist Du auf Position 26 gekommen - kannst Du mit Literatur empfehlen


    Außerdem habe ich noch mal bei Hr. Behrens nachgelessen und im Hellas Katalog alles durchgeschaut ohne Kontrollziffer kann es sogar eine Michel 8x bzw. Hellas 8II sein.


    Darauf hin habe ich auch im online Katalog bei Karamitsos geschaut und dort ist mir die Ähnlichkeit mit unter 8II gezeigten Marken aufgefallen


    Ich habe drei der bei Karamitsos gefundenen Marken mal als Scan beigelegt und noch mal einen besseren Scan von meiner Marke


    Nun bin ich gespannt was Du/Ihr meinst/meint.


    Gern Rückmeldungen von allen Griechenmarkenfreunden!

  • Moin MIKLAS,


    meiner Meinung nach zeigen alle drei von Dir gezeigten Nrn. 8II im Gegensatz zu Deiner Marke in den Eckbereichen deutlich schwächer gedruckte bzw. heller erscheinende Wellenlinien und Pünktchen, was wohl auf den "mangelhaft zugerichteten Hartdruck" (siehe Behrens, S. 13) zurückzuführen sein dürfte.
    Bzgl. Deiner ersten Annahme (Hellas 13Ie / Michel 13Ic) habe ich eine in meinem Bestand befindliche (beschnittene und gelblich verwaschene :() Hellas 13Ie als Scan angefügt, wobei ich mir bzgl. Farbe auch ganz und gar nicht sicher bin :)


    Einen schönen Abend wünscht


    miasmatic