Das Sammeln soll vor allem Spaß bereiten

  • 50 Jahre Briefmarkenfreunde Rheingau: Ausstellung im Domzentrum zeigt neue Trends in der Philatelie


    Den Rheingauer Sammlern die neuen Trends in der Philatelie zu vermitteln - das hat sich der Verein der Briefmarkenfreunde als Ziel gesetzt. Einhellige Ansicht aller Mitglieder ist, dass Sammeln vor allem Spaß machen soll, die persönliche Note bei der Auswahl der Objekte viel wichtiger ist, als das Streben nach Vollständigkeit einer ansonsten alltäglichen Sammlung.


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    Ähnlich wie vor fünf Jahren, als die Rheingauer Briefmarkenfreunde ihr 45-jähriges Bestehen feierten, soll auch die Ausstellung im November einen Einblick in die aktuelle Philatlie bieten.


    Mit rund 50 Mitgliedern sind die Briefmarkenfreunde Rheingau zum wichtigen Ansprechpartner für Philatelisten und Münzsammler zwischen Walluf und Lorch geworden. Denn der Verein, der in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiern kann und für den 5. und 6. November zu seiner Jubiläumsausstellung ins Domzentrum in Geisenheim einlädt, besitzt seit 1985, also genau seit 20 Jahren, auch eine Fachgruppe für das Münzwesen.


    Der Verein der Briefmarkenfreunde Rheingau wurde am 31. Juli 1955 in Eltville gegründet. Neun Briefmarkenfreunde waren zu dieser Gründungsversammlung gekommen, in der nicht nur der Name "Briefmarkenfreunde Rheingau" und eine Satzung beschlossen, sondern auch der Geisenheimer Georg Geier zum ersten Vorsitzenden gewählt wurde. Um zu betonen, dass er allen Philatelisten des Rheingaus offen stehe, wurde vorübergehend die damalige Kreishauptstadt Rüdesheim als Sitz gewählt, später Geisenheim als Vereinssitz festgeschrieben.


    Einer der Gründe dafür: Am 23.Mai 1964 hatten sich Philatelisten aus dem oberen Rheingau zu einer neuen Vereinigung zusammengeschlossen und waren ebenfalls dem Bund Deutscher Philatelisten beigetreten.


    In den folgenden vier Jahrzehnten präsentierten sich die Eltviller mit zahlreichen Aktionen sehr viel häufiger der Öffentlichkeit als die Geisenheimer. Motor der Eltviller Briefmarkenfreunde war Kurt Plehn. In der Gründungsversammlung zum Vorsitzenden gewählt, schaffte er es, schon ein Jahr später, 1965 in der Kurfürstlichen Burg eine Ausstellung mit Großtauschtag und Sonderpostamt auf die Beine zu stellen. Dass dabei der Geisenheimer Vorsitzende Georg Geier die Ausstellungsleitung übernommen hatte, zeigt, dass sich trotz der Abspaltung zwischen den beiden Vereinen ein freundliches Nebeneinander entwickelte.


    Vor allem Franz Zweifler, 1983 zum Vorsitzenden gewählt, leitete eine Blütezeit der Eltviller Briefmarkenfreunde ein. Das 850-jährige Bestehen des Klosters Eberbach feierten sie mit einer nationalen Ausstellung. Glanzlicht in der Vereinschronik aber wurde die Landesverbands-Briefmarkenausstellung 1989, ebenfalls im Kloster Eberbach. Bei diesem Ereignis, mit dem die Eltviller gleichzeitig ihr 25-jähriges Bestehen feierten, stellten mehr als 100 Philatelisten aus der gesamten Bundesrepublik ihre Sammlungen aus, unter ihnen auch der heutige Präsident des Bundes Deutscher Philatelisten, Dieter Hartig.


    Mit der Gründung der Jugendgruppe "Junge Briefmarkenfreunde Rheingau" unter der Leitung von Dr. Michaela Wagner-Heck, die sich der Geisenheimer Gruppe zuwendete, verlagerten sich die Aktivitäten wieder stärker in den mittleren Rheingau. Hier rückte der Schwerpunkt der Vereinsarbeit auf das "kreative Sammeln": Die persönliche Note bei der Auswahl der Motive einer Sammlung und Spaß am Zusammentragen der Objekte. Exemplarisch hatte das der Verein in einer Ausstellung im Oktober 2000 im Kulturtreff "Die Scheune" vorgestellt. Zum Jahresende 2001 löste sich der Verein der Briefmarkenfreunde Eltville auf, seine Mitglieder schlossen sich fast alle den Geisenheimern an.


    Die Wiedervereinigung der beiden Rheingauer Vereine trug bereits im ersten Jahr ihre Früchte. Im Domcenter in Geisenheim fand im September 2002 die Ausstellung "150 Jahre Briefmarken im Rheingau" statt, zu der beide Gruppen ihren Beitrag leisteten. In der Öffentlichkeit fand die erstaunliche Leistung Anerkennung, dass es dem kleinen Verein gelungen war, praktisch alle Marken, die in diesen 150 Jahren an einem Rheingauer Postschalter verkauft worden sind, im Original vorzustellen.


    Der Zusammenschluss der beiden Gruppen ermöglicht es dem Verein, sich noch intensiver den Belangen der Philatelisten und Münzsammler zu widmen. Denn künftig stehen monatlich zwei Fixtermine auf dem Programm der Briefmarkenfreunde: Jeweils die am ersten Montag eines Monats im Geisenheimer Vereinshaus in der Kapellenstraße um 20 Uhr beginnenden Vortragsabende, bei denen philatelistische oder numismatische Themen besprochen werden, und jeweils am zweiten Samstag eines Monats Tauschtage um 17 Uhr im Haus der Vereine in der Schwalbacher Straße in Eltville. Zuden Veranstaltungen sind auch Gäste willkommen.



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