Raubstaat, schädliche Ausgaben, Liste?

  • Hallo zusammen,


    immer wieder lese ich etwas über Raubstaaten, schädliche Ausgaben, Boykottlisten, Agenturen etc. Einzelne Marken oder Länder werden da genannt - mir fehlt aber ein Überblick über Länder, die nur für Sammler BM herstellen lassen (Agenturen) oder aber den Sammlermarkt massiv überschwemmen (Riesenblocks, Doppelausgaben, fehlende örtliche Ausgabeanlässe). Die mir vorliegenden Listen sind alle älteren Datums.


    Gibt es aktuelle umfassende Listen zu diesen Ländern, die so handeln (...wäre sehr hilfreich für weitere Eingrenzung, bzw. Ausschluss bestimmter Länder)? Manche Länder haben sich ja auch entsprechend erst in neuerer Zeit dahin gehend entwickelt, bspw. fast nur noch Blöcke...


    Vielen Dank im Voraus für Unterstützung.
    Mit besten Grüßen
    Gerd (G.H.D.)

  • Eine solche Liste kann es nicht geben, da das alles erst einmal Definitionssache ist.


    Wie viele Briefmarken werden pro Jahr benötigt, um den Bedarf für den Postverkehr abzudecken? Eine Dauerserie mit 10-15 Werten reicht da vollkommen aus und diese kann über Jahre verwendet werden. Ab und zu ein paar zusätzliche Werte bei Tarifänderungen und ein ATM-Motiv - das ist dann schon alles.


    Wie viele Sondermarken sind dann noch so wichtig, dass Ihre Herausgabe gerechtfertigt ist, ohne nur für Sammler zu produzieren.


    Blocks, Kleinbogen und alle möglichen Sondereditionen waren noch nie für den postalischen Gebrauch notwendig.


    Also wo zieht man die Grenze?


    Meiner Meinung nach haben die Mehrzahl der Postverwaltungen oder die für die Markenausgaben verantwortlichen Institutionen längst jedes vernünftige Maß überschritten? Auch Deutschland - das im Vergleich noch eines der eher konservativen Länder ist - gibt für mich viel zu viele Marken heraus.


    20-30 Marken pro Jahr wären ausreichend um zusätzlich zum reinen postalischen Bedarf bedeutende kulturelle, politische und zeitgeschichtliche Ereignisse zu würdigen und diese Beschränkung würde dann diesen Ereignissen auch die angemessene Bedeutung zuerkennen. Würde man diesen Maßstab allerdings anlegen, wäre die Liste der seriösen Ausgabeländer sehr kurz.

    Meine Sammelgebiete:
    Deutsch Ostafrika, Britisch Ostafrika, Britisch Ostafrika & Uganda, Ostafrikanische Gemeinschaft, Kenia, Tanganjika, Tansania, Uganda, Kionga, Zanzibar, Deutsches Auslandspostamt Lamu

  • Zitat

    Original von G.H.D.
    Hallo zusammen,


    Gibt es aktuelle umfassende Listen zu diesen Ländern, die so handeln..


    Da kämpfst du gegen Windmühlen an. Beim Zerfall der UdSSR ging es kaum Wochen, bis die Welt mit Marken von "ehemals russischen" Fantasiestaaten überschwemmt wurde.
    Sobald in Afrika ein neuer Diktator "gewählt" wird, geht es auch da los.
    Kämpf dich mal zB durch diese Website:

    Da werden einige dutzend Staaten gelistet (im englischen Sprachraum werden diese Ausgaben oft mit "Wallpaper stamps" oder "Sanddunes" bezeichnet (die vielen Golfländereien bestanden oft nur aus einem Flecken Sand, daher der Name).

  • Solche Listen sind bei ihrem Erscheinen ohnehin schon wieder veraltet, denn die Spekulanten rasten und ruhen nicht, solange sie etwas verkaufen können. Agenturen und Länder sollte man jedenfalls nicht gleichsetzen. Nicht alle Agenturausgaben sind illegal oder exzessiv. Auch haben wohl inzwischen viele Markenländer sich das eine oder andere "Ding" meilenweit am postalischen Bedarf vorbei geleistet, manche ganz ohne Agentur. Zwischen den "alltagstauglichen" Marken und den reinen "Spekulationsobjekten" besteht zudem eine ausgedehnte Grauzone, in der ich ohne besondere Ordnung z. B. Marken mit Zuschlag, Sperrwerte mit zeitweiligen Verkaufseinschränkungen, Prestige-Markenheftchen, Motiv-Automatenmarken und Kleinbogen ansiedeln möchte.


    Auf findet man einige nützliche Auskünfte, wenngleich die PWMO selbst kaum nachkommt; nach Lektüre der Seiten wird aber auch klar, warum es keine definitive Liste geben kann. Selbst der Weltpostverein weiß nicht alles, und manche Länder haben wohl andere Sorgen, als sich darum zu kümmern, wer da in einem ganz anderen Teil der Welt bunte Bildchen mit ihrem Namen drauf drucken lässt ...


    Im Grunde hilft nur Aufpassen und vielleicht eine gewisse Selbstbeschränkung.


    Jan-Martin (Dauerseriensammler)

  • Da gibt es noch einen älteren Thread vom Philaforum, bei dem es um das gleiche Thema geht. Eine Liste der Raubstaaten findet man leider nicht im Internet, auch die FIP-Liste habe ich nicht gefunden. Die Michel-Rundschau hatte vor einigen Jahren immer jährlich eine Jahrgangs-Wert-Tabelle aller Staaten veröffentlicht, da sah man immer genau, welchen Katalog-Gesamtwert alle Briefmarken-Ausgaben eines Landes vom Vorjahr hatten. Da erkannte man die "Raubstaaten" gleich an der horrenden Jahressumme.



    Mir sind von früher her diverse kleine Scheichtümer als Raubstaaten ein Begriff, auch einige afrikanische und südamerikanische Staaten, deren Marken nicht von der Post des Landes, sondern von speziellen Agenturen entwickelt und vermarktet wurden, geschnittene sehr teure Blöcke von Ungarn und Rumänien, die DDR mit ihren teuren Sperrwerten war quasi auch ein Raubstaat. :jaok:


    Einige frühere Raubstaaten haben wieder zu einer normalen Ausgabe-Politik zurückgefunden, neue sind leider dazugekommen.


    Gruß kartenhai

  • Ich vemute einmal, das nicht der/die "Ländersammler" das Ziel der Ausgaben ist, sondern - man beachte die Motivwahlen- der/die "Motivsammler". Hier aber vorrangig der "nichtphilatelistische" Bereich der vielen, vielen "Hobbysammler" ohne Bindung an irgendwelche Informationen, ausgenommen der Info: "wer hat was neu herausgebracht/wo bekomme ich das her?". Natürlich bedienen einige Händler diese Klientel sehr gerne ;).

  • Der Katalogwert für Japan 2009-3013 wird von Michel für ** oder o mit jeweils rund 3.000 Euro für diese 5 Jahre genannt.


    Mir ist nicht bekannt, ob die Prefektur Marken Japans darin bereits enthalten sind.


    Bedeutet, dass ein Sammler, der je 1 x ** und o sammelt und zum Nominalwert bekommt, in 5 Jahren rund 3.000 Euro ausgegeben hat, über den Händler 4.000 oder 5.000 Euro.


    Das aber ohne Zusammendrucke, Markenheftchen und was sonst noch angeboten wird.


    2014 und 2015 sind die Kosten für Japan Neuheiten nach meiner Erinnerung (Michel Rundschau) noch weiter gestiegen.


    Im Internet gibt es dazu einen Beitrag " Japan Neuausgaben: Neue Geldschinderei ".


    Meine Empfehlung: Keine Neuheiten sammeln, die Zahl der Gebiete und Motive ist so riesig, dass wir getrost auf Neuheiten verzichten können. Und wieder mehr tauschen statt kaufen. Ist preiswerter und macht mehr Spass.


    Schöne Grüsse, Richard

  • Das mit der Privatisierung der japanischen Post muß mir wohl entgangen sein, ich wundere mich nur immer wieder über die Ausgabepolitik der letzten Jahre, Unmengen von Blöcken und Kleinbögen aus Japan, die ich in der Michel-Rundschau immer sehe. Dann ist diese Privatisierung wohl vergleichbar mit den Markenausgaben von einigen Ländern, die ihre Ausgabepolitik komplett an rührige Agenturen vergeben haben, die ein Motivgebiet nach dem anderen abgrasen und Unmengen überteuerte Marken produzieren.


    Ist Japan eigentlich das einzige Land, dessen Post privatisiert wurde, oder gibt es noch mehrere davon und welche?


    Wird vielleicht sogar auch die Briefmarken-Ausgabe-Politik der Deutschen Post einmal privatisiert? Das wäre gar nicht auszudenken! :O_O:


    Gruß kartenhai

  • Zitat

    Original von Filli
    Ich vemute einmal, das nicht der/die "Ländersammler" das Ziel der Ausgaben ist, sondern - man beachte die Motivwahlen- der/die "Motivsammler". ...


    Das trifft jedenfalls auf die meisten Ausgaben nach dem 2. Weltkrieg zu. Man denke an die meist großformatigen Motivausgaben der Emirate um 1970, die zahlreichen Motivausgaben. mit denen manche europäische Länder schon in den 1950ern anfingen, usw. usf.


    Ist es vielleicht denkbar, lässt es sich vielleicht sogar nachweisen, dass bei vielen Ausgaben vor allem der 1960er und 1970er Jahre der Finanzbedarf der jungen unabhängigen Staaten ausgenutzt wurde, die dann zumindest Einnahmen aus Provisionen hatten? Immerhin wären das dann legale Ausgaben, wenn auch - am Bedarf gemessen - zu viele. Wie andere schon festgestellt haben, gibt es aber heute schon reine Phantasieprodukte, die rein gar nichts mit dem angeblichen Ausgabeland zu tun haben, das also keinen müden Pfennig davon hat.


    Ende des 19. Jahrhunderts waren allerdings die Länder- und Generalsammler das Ziel der Spekulanten, denn Motivsammlungen waren damals noch nicht üblich. Stichwort: Seebeck-Ausgaben für einige mittelamerkanische Staaten. Damals gab es schon den Versuch einer Gesellschaft gegen spekulative Ausgaben, aber der scheiterte daran, dass Sammler und Händler die verpönten Marken doch kauften ...


    Kurzum: Bei der gegenwärtigen und schon seit Jahrzehnten andauernden Markenflut ist Vollständigkeit wohl ohnehin nur noch auf wenigen Gebieten zu erreichen. Philatelisten sollten nur noch das kaufen, was sie wirklich wollen. Die "unorganisierten Motivansammler im stillen Kämmerlein" sind schwer zu erreichen, aber vielleicht helfen ja Zeitungs- und Zeitschriftenartikel (auch in Kinderzeitschriften) oder Beiträge für den Rundfunk? Ganz aufgegeben habe ich den Gedanken noch nicht, dass sich die Flut etwas eindämmen lässt.


    Jan-Martin

  • Zitat

    Original von jmh67
    Die "unorganisierten Motivansammler im stillen Kämmerlein" sind schwer zu erreichen, aber vielleicht helfen ja Zeitungs- und Zeitschriftenartikel (auch in Kinderzeitschriften) oder Beiträge für den Rundfunk?
    Jan-Martin


    Ich glaube, auch die wissen inzwischen, wie der Hase läuft und kaufen nicht mehr jeden Schrott. ;)
    Schöne Motive aus bestimmten Ländern sind für mich jedenfalls tabu!


    Schöne Grüße
    heckinio

  • Zitat

    Original von kartenhai


    Ist Japan eigentlich das einzige Land, dessen Post privatisiert wurde, oder gibt es noch mehrere davon und welche?


    Wird vielleicht sogar auch die Deutsche Post einmal privatisiert? Das wäre gar nicht auszudenken! :O_O:
    i


    Warst du im Winterschlaf, die letzten Jahre?
    Die deutsche Post wurde 1995 privatisiert, seit 2000 werden die Aktien auf der Börse gehandelt.


    Mit Sicherheit weiß ich das auch die österreichische Post und die liechtensteinische Post bereits privatisiert sind. Wie weit sich diese Unternehmen aber noch faktisch in staatlicher Hand befinden ist mir jetzt nicht bekannt.


    Ich weiß das auch die griechische Post privatisiert werden soll.


    Andere europäische Postanstalten sind sicher auch schon privatisiert.


    Die französische Post sicher noch nicht, die ist aber auch nicht gerade zimperlich mit der Ausgabemenge.

  • ...die Links zu den Seiten haben mir schon mal ein ganzes Stück weiter geholfen. Dafür vielen Dank.


    Ansonsten verfolge ich die Diskussion mit Interesse. Um es deutlich zu machen: Ich möchte keinem Sammler, auch den Motivfreunden, irgend welche Vorgaben machen. Ich selbst habe einmal Leuchttürme gesammelt und da war es mir egal, von welchem vielleicht auch noch so schädlichem Land die Marken kamen.


    Heute sammele ich weltweit kleine Teilsammlungen (ich beschränke mich auf ca. 100 Briefmarken, die etwas über das Land, dessen Geschichte, Fauna, Flora und seine Menschen und deren Kultur aussagen - aber ich möchte keine Länder aufnehmen, die eine unseriöse Ausgabepolitik oder reine Agenturausgaben produzieren. Außerdem bevorzuge ich von Künstlern geschaffene Marken, vor allem auch gestochene und weniger Fotografien (wohlwissend, dass Fotogarfie auch eine Kunst ist). Ich weiß - die Grenzen sind fließend, aber mir ist eine Liste mit einem zweifelhaften Eintrag für oder gegen ein Land lieber, als gar keine Liste.


    Daher rührt mein Interesse und ich freue mich über jeden Beitrag...


    Gruß Gerd (G.H.D.)

  • Zitat

    Original von G.H.D.
    ... Heute sammele ich weltweit kleine Teilsammlungen (ich beschränke mich auf ca. 100 Briefmarken, die etwas über das Land, dessen Geschichte, Fauna, Flora und seine Menschen und deren Kultur aussagen - aber ich möchte keine Länder aufnehmen, die eine unseriöse Ausgabepolitik oder reine Agenturausgaben produzieren. ...


    Das finde ich eine vorzügliche Idee! Ich glaube sogar, dass es möglich wäre, solche Sammlungen auch von Ländern aufzustellen, die keine besonders zurückhaltende Ausgabepolitik verfolg(t)en. Man muss nur in solchen Fällen etwas länger suchen. Selbst den bei manchen vielleicht unbeliebten RGW-Staaten muss man zubilligen, dass sie sich auf ihren vielen Briefmarken darzustellen wussten. Schwierig wird es wirklich nur bei solchen Ländern, die sich (fast) ganz auf Agenturen verlassen (haben).


    Ein bißchen beschriften, und Du hast sogar etwas für die nächste Werbeschau, so Du denn solches im Sinne führst.


    Zitat


    ... Außerdem bevorzuge ich von Künstlern geschaffene Marken, vor allem auch gestochene und weniger Fotografien (wohlwissend, dass Fotogarfie auch eine Kunst ist). ...


    Geht mir auch so.


    Der Witz ist aber, dass mitunter Agenturen ihre Produkte nach handgezeichneten Vorlagen anfertigen lassen, denn so kann man wohl urheberechtliche Klippen umschiffen. Ich glaube, das wurde mal in einem Thread auf stampboards.com diskutiert.


    Jan-Martin

  • Die Michel-Rundschau Nr. 7 bestand wieder mal aus 2 Heften. Im zweiten Heft hat der Michel viele ältere Ausgaben von afrikanischen Staaten nachkatalogisiert. Man fühlt sich da geradewegs zurückversetzt in die früheren arabischen Raubstaaten,Kleinbögen und Blöcke ohne Ende, vermutlich alles von ein- und derselben Agentur kreiert. Speziell geht es um die folgenden Staaten:


    Niger (2015-2018)

    St. Thomas und Prinzelinsel (Sao Tomé und Principe) (2014-2018)

    Sierra Leone (2016-2017)

    Togo (2014)

    Tschad (2015-2017)

    Zentralafrikanische Republik (2017-2018)


    Die rührige Agentur für diese Länder hat sich da etwas Besonderes einfallen lassen:

    Mammutsätze zu allen möglichen und unmöglichen Anlässen, die Einzelmarken wurden zu Viererblöcken zusammengefasst und sind nur in Kleinbögen erhältlich, zu jedem Viererblock gibt es einen zusätzlichen speziellen Block mit einer fünften Marke, die natürlich auch eine eigene Michel-Nummer hat wie die Viererblock-Marken. Abgebildet hat der Michel auch nur 1 oder ein paar Marken aus diesen Mammutsätzen als Beispiele, bei allen Abbildungen würden sich wohl die Kataloge dazu noch mehr aufblähen und unerschwinglich werden.


    Als Beispiel der Tschad 2017, eine Ausgabe Naturkunde mit allerlei Getier:


    Michel-Nrn: 2846-2954 in 22 Viererblock-Kleinbögen mit 22 Extra-Blöcken Mi.-Nr. Block 669 - 690, Katalogpreise: je 570,- EUR postfrisch und gestempelt. Diese Ausgaben bekommt man natürlich nicht zu 10 oder 20 % wie z. B. ältere Bundmarken, bei Neuheiten muß man bei den Händlern schon mal fast den Michel-Katalogpreis bezahlen oder manchmal auch etwas mehr.


    Als Einwohner und Sammler dieser Länder würde ich sagen, diese exzessive Ausgaben-Politik zerstört den Sammlermarkt früher oder später völlig, die vielen unnötigen Ausgaben braucht kein Mensch und kann sie auch nie bezahlen. Es wundert einen schon, daß es überhaupt Händler gibt, die sich mit diesem Neuheiten-Schrott überhaupt noch befassen.


    Bei Ebay findet man z. B. obigen Satz überhaupt nicht, nur einzelne Blöcke zu horrenden Einzelpreisen.


    Die Marken und Blocks werden wohl in einigen Jahren, so wie die Raubstaaten der Scheichtümer, in billigen Briefmarken-Packungen landen.


    Einheimische werden diesen Neuheiten-Schrott nicht sammeln, erst recht nicht sich ihn leisten können. Er ist wohl nur für reiche ausländische Motiv-Sammler gedacht. Wenn ein solches Land zur Aufbesserung der Staatsfinanzen schon eine Agentur braucht, ist das äußerst unseriös und rächt sich wohl auch in kurzer Zeit.

    Die Agenturen werden diesen Postverwaltungen wohl einen Riesenbedarf an diesen unnützen Ausgaben vorlügen, aber es wird böse enden, wenn kein Mensch mehr diesen überteuerten Schrott mehr haben will.


    Gruß kartenhai

  • So ist es...

    Als Motivsammler (Vogelmotive, WWF) gehören zu meinem Kerngebiet ca. 300 Länder (aktive & erloschene),

    ua. auch Afrika. Dabei begnüge ich mich auf Ausgaben bis

    2000. Danach wird´s zu heikel, aus oben genannten Gründen.


    Sammlergruß SB

    Fauna (Schmetterlinge, Vögel, Säugetiere) weltweit; Andorra, Island, Schweiz, Ozeanien jeweils ** immer gesucht,

    ebenso WWF **

  • Hallo,


    ich will mal wieder den Thread etwas hochholen, da mich dieses Thema aufgrund meiner Aufbausammlung von Olympia Briefmarken beschäftigt.


    Wenn man sich bei Ebay in der Kategorie „Olympische Spiele“ umschaut sieht man sehr viele „Raubstaaten“-Briefmarken. Das ist sehr kurios, da z.B. Yemen oder Tschad Briefmarken mit Olympischen Winterspielen rausgebracht haben. Die sind in der generellen sportlichen Welt ja kaum bekannt und vor allem gar nicht für Wintersport. Der dort natürlich gar keine Tradition hat oder ausgeführt wird. Find ich dann einfach gesagt doof :D


    Daher habe mich für einen Vorschlag in meinem Thread zur Vorstellung dafür entschieden nur Briefmarken zu sammeln, die Olympiasieger haben bzw. wo der Sport oder die Sportart eine Bedeutung für das Land hat, also dieses Land eine „ehrliche Briefmarke“ herausgebracht hat. Damit meine ich, dass ein Ereignis, Person oder Sportart gewürdigt werden sollte. Letztlich soll die Briefmarke aber natürlich auch für den Postverkehr gedacht sein. Ich werde mich also bei Briefmarken jetzt über die sportliche Geschichte des Landes informieren und daraufhin entscheiden ob ich diese sammle/kaufe. Aber da habe ich jetzt auch meinen Reiz entdeckt … das recherchieren von Hintergrundwissen ;)


    Beim Durchgucken des Goldhahn-Katalogs sind mir auch die Motivsammlungen für Sport und Olympische Spiele aufgefallen, davon halte ich mich aber fern da ich vermute, dass dort viele „Raubstaaten“-Briefmarken dabei sind. Irgendwie muss man die ja verkaufen und ich will dafür kein Geld ausgeben.

  • Dude


    ich denke Dein Ansatz ist sehr vernünftig.


    Ich behaupte es gibt heute kein einziges Land mehr, dass nicht vor allem auch den Sammlermarkt im Blick hat. Wenn ich auf die Post in Deutschland gehe, dann ist die Auswahl an Markenmotiven derselben Wertstufe so gut wie nicht vorhanden. Meistens gibt es nur eine Markenmotiv, oder der Schalterbeamte muss irgendwo kramen um noch was anderes zu finden. Wenn ich also an die 30-40 Marken im Jahr rankommen will dann geht das nur über ein Abo oder einen Briefmarkenhändler. Wollte man Bedarsbriefe für alle Marken des Ausgabejahres finden, dann ist das schon sicher kein leichtes Unterfangen...


    Bei dem ganzen anderen Zinnober, der heutzutage und schon länger verausgabt wird (Stichwort Kartonphilatelie), sollte man auch eher ein kritisches Auge haben.


    Deshalb ist es eben sehr wichtig, dass man sich einen klaren Rahmen setzt, was man sammelt

  • Wie würdet ihr Ungarn einschätzen? Ich stolper bei Ebay über extrem viele Sport-Ausgaben von Ungarn und in einem Fußball-Motivset, dass ich noch aus der Kindheit habe sind überwiegend Briefmarken drin die ich für mich zu den "Raubstaaten" zählen würde. Dort waren auf jeden Fall auch eine Ausgabe von Ungarn dabei.