Sehr seltsame Germania 80 Pf. Mi. 77 Probedruck?!

  • Hallo,
    wie die Überschrift schon sagt, habe ich arge Probleme eine Germania 80 Pf. zu identifizieren. Nach Suche im Forum, Michel Spezial (2002) und andere Plattformen bin ich mir nicht sicher was ich da habe.
    Alles spricht für eine Michel 77, wenn da nicht das Papier und die Farbe wär.


    Frage: Handelt es sich dabei um eine chemische Verunreinigung? Einen Probedruck? Pilzbefall? Wasserschaden?


    Oder ist das was für Spezialsammler Interessantes?
    Scans sind angehängt.


    Vielen lieben Dank für Antworten


    Es grüßt


    Alex

  • Hallo Alex,


    könnte auch die Michel-Nr. 93 sein, wenn Wasserzeichen 1 = Rauten, die 77 ist ja ohne Wz. Diese Marke (93) gibt es wiederum in 2 Varianten: Friedensdruck (93 I) und Kriegsdruck (93 II).


    Geringe Farbunterschiede unterscheidet der Michel nicht. Die Marke kann sich vielleicht auch im warmen Wasserbad etwas rötlich gefärbt haben.


    Die Nr. 93 II gibt es in karmin (metallisch glänzend)/schwarz auf hellrot (93 II a) und in karminrot/braunschwarz auf rosa (93 II b). Die a ist gestempelt sehr teuer. Aber den Farbunterschied kann wohl nur ein Prüfer mit Vergleichsmarken genau feststellen.


    Gruß kartenhai

  • Das war auch meine Vermutung als erstes mit der 93. Aber bei dennen ist das wasserzeichen gut erkennbar auch ohne Hilfsmittel. Nur diese Marke ist definitiv ohne Wz 1. Die Struktur des Papiers ist gleich der Nr. 77.
    Zwar habe ich schon Marken Germania mit Wasserschäden und ähnlichem in der Hand gehabt. Aber noch nie solch eine deutliche "Farbänderung" gesehen.
    Die Farbe des Papieres ist einfach zu homogen. Auch der erkennbare Ansatz der Falz auf der Rückseite macht mich stutzig.
    Ich hab ja gelesen, das es wohl Probedrucke auf braunem Papier für andere Werte der Germania gab. Aber nichts von der 80Pf. gelesen. Da mein Spezial schon deutlich älter ist frag ich mich ob es da "neue" Erkenntnisse gibt.
    Sicher bin ich noch Neuling im Gebiet aber diese Marke scheint mir doch etwas wenn nicht wertiges, so doch besonderes zu sein.
    Als Hintergrund zur Marke noch. Ich fand sie in einem Tütenposten. 5 Euro in der Ramschkiste. Inhalt: ca. 1000 Marken Dr bis 1872 bis 44. Bin noch nichtmal Annähernd fertig mit sichten. Aber schon dabei ungebrauchte (teilweise Gummierung mit Falz) Brustschilde klein und groß. Ebenso Postfrisch Marken vor 1900. Alles in allem 95 % gute bis Top Quali. Sowohl Stempel als auch Erhaltung. Die Stempel sind zu 70 bis 80 Prozent aus dem Sächischen. Ich schliesse daraus. Da hat jemand eine gut gepflegte und sortierte Sammlung eingetütet ohne irgend eine Ahnung zu haben. Aber auch: der Vorbesitzer hat diese Marke nicht ohne Grund in seiner Sammlung gehabt. Die beiden anderen Marken mit Bleistiftverweis stammen aus dem gleichen Tütenposten.
    Sorry für meinen langen Beitrag. Aber die Sache finde ich super Spannend.


    Aber finden wir nicht alle hier die gezackten Freunde spannend?!


    Eine gruss in die Nacht


    Alex


    Nachtrag: Der Stempel ist von 1905 also ist die 93. Ausgeschlossen!? Hab den Stempel noch nicht in einer Stempeldatenbank verglichen. Aber ich gehe mal von seiner Echtheit aus.


  • @eidechse,
    die mittlere Germaniamarke mit der Abstempelung von Canstatt wurde chemisch/Sonnenlicht verändert.
    In dieser Erhaltungsform wertlos.


    mfg


    erron

  • Danke für die Antwort.
    Diese führt mich aber zu einer Folgefrage.
    Ist der farblich Erkennbare Abdruck der Falz dann nicht wiedersprüchlich? Wenn ein Ausbleichen durch Sonne dannn Vorne. Keine Ahnung von der Chemie der Druckfarben, aber wenn es durch Sonnenlicht verursachte chemiche Reaktion gibt die das gesamte Papier homogen bis auf due Rückseite verfärbt, Sollte dann die Falzstellen icht den gleichen Farbton aufweisen?
    Oder gibt ist die Marke nach dem Ausbleichen mit dem Falz versehen worden und der Rest der Marke ist nachgedunkelt über die Jahre?


    Wenn das der Fall ist, Warum macht skch jemand die Mühe diese "Wertlose" Marke zu entlazen und in seine Sammlung zu bringen (Gedanken zum Tütenlot) deren Rest eine gute bis sehr gute Qualität haben?


    Bitte meine Fragen nicht als trotzig verstehen. Ich möchte nicht erwas herbei wünschen. Aber ich kann die Licvtverfärbungserklärung noch nicht so ganz akzeptieren.
    Das liegt aber auch daran, das ich keine Ahnung über solche chemichen Vorgänge habe. Liegt das an Schwermetallen im Schwarz(Blei)?


    Gruss Alex

  • eidechse82,
    wie und wo sich deine Germania mit dem Stempelabschlag von Canstatt so verfärbt hat, das kann ich dir nicht sagen.
    Möglich, dass sie einmal längere Zeit unter PVC-Streifen oder PVC-Hüllen gelagert wurde.(Stichwortsuche: Bleisulfidschäden)
    Oder sie lag einige Zeit in einer Schaufensterablage eines Händlers.(Sonnenlicht)
    Oder irgend ein Zeitgenosse benutze sie für seine chemische Experimente an Papier.


    An der Markenrückseite sind ja im oberen und seitlichen Falzbereich noch die originale Farbe des Papier als kleine rotkarmine Punkte zu sehen, bzw. im Negativbild als grün.
    Auch ist im unteren Bereich ebenfalls noch das rotkarmin; jetzt im Negativbild als grüner Schatten erkennbar.


    Fakt ist jedenfalls, solltest du diese Marke einmal zu einem Germaniaprüfer zur Überprüfung geben, wird auf der Markenrückseite ein Vermerk mit dem Hinweis "chemisch verändert" zu finden sein.



    mfg


    erron

  • Vielen Dank nochmal.
    Wieder eine riesiges Thema um meine riesigen Erfahrungs und Wissenslücken zu füllen.

    Werde mal das Forum nach den benannten Stichworten durchsuchen.


    Einen Gruß


    Alex