Zum Geburtstag drei Briefmarken


  • Zum Geburtstag drei Briefmarken Tausend Jahre Stein am Rhein als Sujet einer Sonderserie der Post



    Tausend Jahre sind ein stolzes Jubiläum. Da ist es nicht mehr als normal, dass sich die Behörden von Stein am Rhein rechtzeitig Gedanken gemacht haben, wie der runde Geburtstag ihres malerischen Städtchens in diesem Jahr wohl möglichst würdig gefeiert werden könnte. Warum nicht mit einer Briefmarke? Schliesslich ist es eine Tradition der Schweizer Post, dass nationale Sehenswürdigkeiten Wertzeichen schmücken, und das mit dem Wakker-Preis 1972 ausgezeichnete Stein am Rhein gilt weit über die Region hinaus als städtebauliches Schmuckstück. Also sandte Stadtpräsident Franz Hostettmann im Oktober 2003 ein entsprechendes Gesuch nach Bern. Die Empfangsbestätigung kam postwendend, ebenso der Hinweis, dass die Einreichefrist für Briefmarken für das Jahr 2007 erst Ende 2005 ablaufe.


    Sehenswürdigkeiten der Schweiz


    Doch bereits im Juni 2005 wurden die Steiner Behörden um weitere Informationen angegangen, wie Stadtpräsident Hostettmann am Montag an einer Medieninformation berichtete. Und kurz darauf habe man die erfreuliche Mitteilung erhalten, dass die Post nicht nur eine, sondern gleich drei Marken mit Stein am Rhein als Sujet plane. Die Behörden des Schaffhauser Kleinstädtchens hatten nämlich das Glück, dass sich ihr Gesuch wunderbar in die 2006 mit den Viertausendern Eiger, Mönch und Jungfrau lancierte Sonderserie «Sehenswürdigkeiten der Schweiz» einfügte. Und sie sind stolz, dass sich die siebenköpfige Jury, in der auch ein Vertreter des Städtchens sass, für die von ihnen favorisierte Version aus den Vorschlägen von drei verschiedenen Grafikern entschied. Die drei Marken überzeugen nämlich nicht nur als Ensemble, sondern auch als Einzelstücke.


    Ab dem 6. März 2007 werden die vom Berner Oberländer Gestalter Beat Kehrli zu einem Panoramabild mit Rathaus, Stadthäusern und Stadtbrunnen gefügten B-Post-Marken an allen Poststellen erhältlich sein. Die Höhe der Auflage werde, wie stets bei Briefmarken, nicht im Voraus bekanntgegeben, erklärt Peter Stadler, der für die Sonderserie zuständige Produktmanager der Post. «Aber wir rechnen damit, dass die drei Briefmarken mindestens ein Jahr lang erhältlich sein werden. Nachgedruckt wird grundsätzlich keine Sondermarke.»


    Dass die Post bei Briefmarkensujets Vorschläge von aussen aufgreife, sei gar nicht so selten, führt Stadler weiter aus. Im Prinzip könne jedermann Anregungen einreichen. Allerdings hätten nur die wenigsten Einsendungen Aussicht auf Erfolg; sie müssten sich nämlich nicht nur gegen postinterne Ideen durchsetzen, sondern vor allem eine ganze Reihe von Kriterien der entsprechenden eidgenössischen Verordnung erfüllen. So ist zum Beispiel längst nicht jedes Jubiläum briefmarkenwürdig. Die Politik ist genauso tabu wie Werbung, und das Sujet muss ebenso in den jedes Jahr neu definierten Bildermix passen wie zu den Markenserien des Vorjahres und den geplanten des Folgejahres.


    Wie die nächste Sondermarke aus der Sehenswürdigkeiten-Serie aussehen wird, darf der Produktmanager Stadler nicht verraten. Natürlich sei das Sujet bereits bekannt, aber es müsse bis Ende Jahr geheim bleiben. Welche Attraktionen die Marken ab 2009 schmücken werden, weiss er dagegen noch nicht. So langfristig plant man auch bei der Post nicht. Obschon: Von der ersten Idee bis zur Veröffentlichung einer Briefmarke verstreicht viel Zeit. Schliesslich gilt es nicht nur, Sujets und Gestalter auszusuchen. Auch die Schriften müssen den Bedürfnissen der Post angepasst und die Perforationen definiert werden, und nicht zuletzt gilt es, den passenden Hersteller zu finden. Im vorliegenden Fall ist dies die Österreichische Staatsdruckerei in Wien. In der Schweiz gibt es keinen Drucker mehr, der gummierte Marken, deren Rückseite man nass machen muss, liefern könnte. Und die Post selber druckt schon länger keine Wertzeichen mehr.


    Bekannter im In- und Ausland


    Die Briefmarken werden, so hoffen Stadtpräsident Hostettmann und der Schaffhauser Regierungspräsident Erhard Meister, Stein am Rhein in der Schweiz und auch im Ausland weiter bekannt machen. Philatelisten, die sichergehen wollen, am offiziellen Ausgabetag im Besitz der neuen Marken zu sein, können diese auch im Internetshop der Post bestellen. Dann, so Peter Stadler, werden sie garantiert am 6. März beim Empfänger sein. Sollte ein Schlaumeier bereits vor jenem Dienstag mit den Steiner Marken frankierte Briefe zu verschicken versuchen, dürfte er kaum Glück haben. Das Postpersonal sei gehalten, Briefmarken erst ab dem offiziellen Ausgabetag abzustempeln, sagt Stadler. «Ausserdem sind vorzeitig abgestempelte Marken keine Sammlerstücke, im Gegenteil, diese sind bei den Philatelisten verpönt.»





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