Wüstewaltersdorf (Walim), Lkr. Waldenburg, Bez. Breslau

  • Hallo zusammen,


    in Schlesien, im Regierungsbezirk Breslau, Landkreis Waldenburg liegt im Eulengebirge am Fuße der 1.015 m hohen Hohen Eule (poln. Wielka Sowa) der Ort Wüstewaltersdorf (poln. Walim).


    Bekannt ist das Eulengebirge als Schauplatz von Gerhard Hauptmanns Drama "Die Weber" das Bezug auf den Weberaufstand im Jahre 1844 nimmt. In bewährt preussischer Manier wurde dieser Aufstand der verarmten schlesischen Weber durch das preussische Militär niederkartätscht. Die Überlebenden landeten im Zuchthaus bzw. Festungshaft.


    Das Dorf Wüstewaltersdorf wurde als Waltersdorf erstmals im Jahre 1305 erwähnt, das Dorf dürfte aber bereits um 1220 herum entstanden sein. Während der Hussitenkriege wurde Waltersdorf im Jahr 1425 zerstört und nach 1530 wieder aufgebaut. Um das Jahr 1600 kam die Ortsbezeichnung Wüstewaltersdorf auf.


    Nach der Eroberung und Annektion Schlesiens durch König Friedrich II kam das vormalig habsburgische Schlesien zu Preußen. In Wüstewaltersdorf entstanden später Textilfabriken, insbesondere die Weberei Websky, Hartmann & Wiesen. Nach dem ersten Weltkrieg entstand zudem ein bescheidener Tourismus.


    Im 2. Weltkrieg gehörte Wüstewalteresdorf zum Komplex Riese, vermutlich einem geplanten neuen Führerhauptquartier. Etliche KZs entstanden, in denen tausende KZ-Häftlinge aufgrund der unmenschlichen Arbeitsbedingungen ums Leben kamen.


    Nach dem zweiten Weltkrieg wurde ein Großteil der deutschen Bewohner vertrieben, an ihre Stelle wurden Polen angesiedelt die überwiegend selber Heimatvertriebene aus den polnischen Ostgebieten waren.


    Postalisch trat Wüstewaltersdorf im Jahr 1826 durch die Eröffnung einer Postexpedition ins Rampenlicht. Es sind (gemäß Feuser/Münzberg: Deutsche Vorphilatelie) zwei vorphilatelistische Stempel bekannt. Ein L3-Stempel (ab 1826) und ein K1-Stempel (ab 1835). Beide habe ich noch nie gesehen, folgerichtig fehlen beide Stempel in meiner Sammlung.


    Fortsetzung folgt


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    heute zeige ich einen Brief aus preussischer Zeit. Wüstewaltersdorf (damals noch Wüste-Waltersdorf geschrieben) bekam den Nummerstempel 1685 zugeteilt. Obwohl er immer wieder mal auftaucht (insbesondere auf Marke) habe ich mich bislang nicht dazu durchringen können den Stempel zu erwerben.


    Laut Feuser wurde zudem ein Ra2-Stempel "Wüste-Waltersdorf / Tag Monat * Uhrzeit" verwendet. Er kommt nachverwendet bis zur Pfennig-Ausgabe des Deutschen Reiches vor.


    Im heutigen Beitrag zeige ich ihn zunächst auf einem mit einer 1 Sgr. König Friedrich Wilhelm IV Marke der Ausgabe 1858/60 (rosa) frankierten Brief nach Striegau.
    Die Marke wurde mit dem Ra2-Stempel "Wüstewaltersdorf 5.10. * 1 - 2" entwertet.


    Laut Briefttext wurde der Brief am 4.1.1860 in Wüstewaltersdorf geschrieben.


    In Wüstewaltersdorf wohnten verschiedene Zweige der Familie Böer, unter anderem gehörte ihnen (zeitweilig) der Rösner-Hof (an der Neuroder Straße) oder die Böer-Mangel an der Waldenburger Straße.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    in meinem letzten Beitrag hatte ich den preussischen Ra2-Stempel vorgestellt der lt. Feuser-Handbuch bis in die Pfennig-Periode des Deutschen Reiches verwendet wurde.


    Heute zeige ich zwei Briefe aus der Zeit des Noddeutschen Postbezirkes (NDP), die mit diesem Stempel entwertet worden sind.


    Zunächst einen mit einer Ein Groschen Marke (gezähnt, Ausgabe 1869) frankierten Brief nach Nürnberg. Die Marke wurde mit dem Ra2-Stempel vom 18.6. entwertet. Laut rückseitigem Ankunftsstempel kam er bereits am Vormittag des 19. Jun. 69 in Nürnberg an.


    Der Brief datiert inwändig: Dorfbach, den 17. Juni 1869. Absender war ein C.F. Müller.


    Zum Zweiten zeige ich einen Wertbrief über 182 Thaler nach Liegnitz. Auch dieser Brief ist mit dem Ra2-Stempel vom 13.12. entwertet. Die Frankatur, zwei 2 Groschen Marken (gezähnt, Ausgabe 1869) wurde rückseitig verklebt. Lt. rückseitigem handschriftlichen Vermerk wurde der Brief von einem gewissen J. Hoffmann aus Wüstewaltersdorf am 13.12.1870 verschickt.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    zwei Beiträge zurück hatte ich gechrieben, dass der Ra2-Stempel bis in die Zeit der Pfennig-Ausgaben des Deutschen Reiches verwendet wurde.


    Belege mit diesem Stempel aus der Zeit der Deutschen Reichspost kann ich leider nicht vorweisen, dafür aber aber einen schönen senkrechten Dreierstreifen der 1 Groschen Brustschild-Marke (Adler mit kleinem Brustschild) mit recht sauberem Abschlag des Ra2-Stempels.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    bevor ich die Stempel der Deutschen Reichspost auf Beleg vorstelle möchte ich Euch einige Ansichtskarten mit den Ortsansichten aus allen vier Himmelsrichtungen zeigen.


    Die erste Karte zeigt den Ort in Richtung Osten mit Blick auf die "Kleine Eule" (971m), sie verdeckt die Aussicht auf die "Hohe Eule" mit 1.014m die höchste Erhebung des Eulengebirges. Die evangelische Kirche in der Bildmitte ist gut zu erkennen, ebenso der Fabrikkomplex der Textilfabrik Websky,Hartmann & Wiesen mit seinen Schornsteinen und Fabrikgebäuden. Diese Karte stammt aus dem Jahr 1904.


    Die zweite Karte zeigt den Ort mit Blickrichtung Norden vom Grundweg aus aufgenommen. Wieder sind evangelische Kirche in der Bildmitte sowie die das Ortsbild dominierenden Fabrikgebäude deutlich auszumachen. Diese Karte stammt aus dem Jahr 1901.


    Die dritte Karte zeigt den Ort mit Blickrichtung Westen. Die Aufnahme wurde eventuell vom Bremergrund aus gemacht. Während die evanglische Kirche mit ihrem Turm wieder deutlich zu erkennen ist, wirken die Fabrikgebäude hier weniger dominant. Diese Karte stammt aus dem Jahr 1928.


    Die vierte Karte zeigt Wüstewaltersdorf mit Blick auf den Wolfsberg im Süden. Das ganze Bergmassiv war Teil des Objekts Riese, einem gigantischen Stollensystem, an dem die Nazis in den Jahren 1943 bis 1945 bauen liessen. Keine der Anlagen wurde bis zum Kriegsende fertigestellt. Man rechnet, dass ca. 10.000 KZ-Häftlinge durch die unmenschlichen Arbeitsbedingungen ums Leben kamen bzw. ermordet wurden. Diese Karte dürfte in etwa 1910 verschickt worden sein (Karte nicht datiert und Stempelabschlag undeutlich).


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    der alte preussische Ra2-Stempel wurde offenbar durch einen Ra3-Stempel abgelöst. Da Feuser eine Verwendung des Ra2-Stempels bis zur Pfennig-Ausgabe verzeichnet, ist von einem Gebrauch bis mindestens 1880 auszugehen.


    Ich habe drei Belege mit dem Ra3-Stempel, somit kann ich eine Verwendung vom 17.4.1884 bis zum 2.9.1897 nachweisen. Stempeltext: "Wüste-Waltersdorf / Reg. Bez. Breslau / Datum * Uhrzeit"


    1) Ein mit einer 10 Pfg Pfennig-Ausgabe frankierter Dienstbrief des Standesamtes Wüstewaltersdorf (ohne Bindestrich!) mit einem Aufgebotsschein an den Magistrat zu Sprottau vom 17.4.84.
    2) Ein 3 Pfg Streifband Krone/Adler-Ausgabe nach Altona vom 26.8.1890.
    3) Ein mit einer 20 Pfg Krone/Adler (gepr. Zenker, d-Farbe, also nichts besonderes) frankierter Auslandsbrief nach Bern in der Schweiz vom 2.9.97. Absender ist die Weberei Websky, Hartmann & Wiesen GmbH.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    Nachfolger des Ra3-Stempels war offenbar der Kreisstempel "Wüstewaltersdorf (Bz. Breslau) Datum / * Uhrzeit *"
    Ich selbst kann in meiner Sammlung nur den Zeitraum vom 12.12.1900 bis zum 18.7.1904 nachweisen. Wenn ich aber andere Quellen zu Hilfe nehme (z.B. Abbildungen von Briefstücken oder Belegen aus der Bucht) dann komme ich auf einen Verwendungszeitraum vom 22.7.1899 bis zum 31.12.1908. Somit verringert sich die Lücke zum vorgehenden Ra3-Stempel (letzte mir bekannte Verwendung: 18.8.1897) doch erheblich.


    Ich zeige den Stempel auf zwei Postkarten.


    Die erste Karte ist eine 5 Pfg. Ganzsachenpostkarte. Sie wurde am 12.12.00 5-6N abgestempelt und lief nach Schönau in Sachsen wo sie am darauffolgenden 13.12.00 7-8V ankam.


    Die zweite Postkarte, eine mit einer 5 Pfg. Germania Marke frankierte Ansichtskarte wurde am 18.7.1904 5-7N in Wüstewaltersdorf abgestempelt und kam am darauffolgenden 19.7.04 N in Bodenbach in Böhmen an.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    der Kreisstempel Wüstewaltersdorf wurde durch einen Kreisobersegmentstempel abgelöst. Hier kann ich auf die Registratur von Dieter Sejak zurückgreifen, die man gar nicht hoch genug loben kann ()


    Dieser KOS ist bislang vom 21.6.1910 bis zum 7.2.1933 registriert, ich selbst kann zwei Postkarten mit dem KOS Wüstewaltersdorf zeigen. Die eine vom 21.6.1910 (FD, mein Beitrag zu Dieter Sejaks Registratur), die andere vom 27.7.1913.


    Somit ist noch eine Lücke vom 31.12.1908 bis zum 21.6.1910 zu schließen.


    Das nächste Mal zeige ich wieder ein paar Ansichten aus Wüstewaltersdorf.


    Viele Grüße
    DKKW

  • @ DKKW:


    In einem anderen Thread schriebst Du unter anderem:


    KZ-Post ist ganz ganz schwieriges Thema, ich habe beispielsweisenoch nie einen KZ-Beleg aus Wüstewaltersdorf oder einem anderen Lager des Objekts Riese gesehen. Bin mir nicht mal sicher ob die dort inhaftierten Häftlinge überhaupt schreiben durften (Stichwort: Vernichtung durch Arbeit).


    Das Auktionshaus Jennes und Klüttermann in Köln hat einmal einen Lagerpost-Beleg aus Groß-Rosen für 72,- EUR versteigert, ein Beleg vom Außenlager Dyhernfurth wurde für 200,- EUR ausgerufen, leider sieht man da keine Abbildungen davon, aber es ist ein Beweis dafür, daß es hier Lagerpost geben muß:





    Im Projekt Riese gab es ja 13 Lager und ein Lagerkrankenhaus, das ist wohl eine Lebensaufgabe, da überall nach Lagerpost zu forschen:




    Gruß kartenhai

  • Hallo kartenhai,


    vielen Dank für die Hinweise. Gross-Rosen war das Stammlager, von dort findet man sicherlich bei entsprechender Suche Lagerpostbelege. Die Lager rund um das Objekt Riese waren so genannte Außenlager noch dazu für ein Projekt das sicherlich höherer Geheimhaltung unterlag. Die Bedingungen müssen schrecklich gewesen, aber das galt für all diese Lager, nicht nur für das Objekt Riese.


    Ich habe mich mit KZ-Post nie näher befasst, schon bei dem Gedanken daran schüttelt es mich.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    in meinem Beitrag vom 14.3. hatte ich versprochen nach mehreren Beiträgen zu den in Wüstewaltersdorf verwendeten Poststempeln wieder einige Ansichtskarten zu zeigen.


    Hier nun drei rund um die Knillmannbrücke über den Dorfbach:


    Karte 1, gelaufen 1916, zeigt gleich zwei Brücken: das kleine Brückengeländer am rechten Straßenrand gehört zur Stengelbrücke über den Bachlauf der aus Zedlitzheide kommend nach der Brücke rechts in den Dorfbach mündete. Über die Knillmannbrücke (sie hat ihren Namen von der Fleischerei Knillmann in unmittelbarer Nähe) führt der Friedrichsberger Weg nach rechts weg. Der Photograph stand auf der Walderburger Straße. Das Haus am linken Rand war später der Milchladen Schuber, daneben das Haus mit dem Walmdach war das Post Urban Haus und dann das große Haus mit dem Krüppelwalmdach der Schuhmacher Kluge.


    Karte 2, gelaufen 1931, ebenfalls von der Waldenburger Straße aus aufgenommen zeigt links die Fleischerei Knillmann, davor die angeblich 600-jährige Dorflinde. Rechts daneben im Hintergrund der Kirchturm der evangelischen Kirche. Rechts neben den beiden kleineren Bäumen kann man das Brückengeländer der Stengel-Brücke erkennen. Jenseits des Zedlitzheider Baches die Bäckerei John. Das Haus rechts daneben ist wieder der Milchladen Schuber. Gerade eben noch am rechten Bildrand ist die Adler-Apotheke zu sehen.


    Karte 3, gelaufen 1937, ist von der Gartenstraße aufgenommen. Sie mündete an der Knillmannbrücke in den Friedrichsberger Weg ein. In der Bildmitte sehen wir wieder die Bäckerei John (inzwischen aufgestockt) den Milchladen Schuber und das Haus des Post Urban.


    Die Waldenburger Straße heißt im heutigen Walim Ulica kard. Stefana Wyszynskiego, der Friedrichsberger Weg ist die Ulica Stefana Zeromskiego, die Gartenstraße heißt heute Piastowska. Anhand der Luftaufnahmen von Google earth kann man nicht erkennen welche Häuser noch stehen und welche inzwischen verschwunden bzw. durch Neubauten ersetzt worden sind.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    hier noch zwei Ansichtskarten. Die erste ist praktisch in Gegenrichtung zu den zuvor gezeigten aufgenommen. In der Bildmitte der Turm der katholischen Kirche, diese zeige ich dann nochmals "solo" Die Karte wurde vom katholischen Pfarramt in Wüstewaltersdorf herausgegeben, das erklärt wohl auch den Text des Gedichtes unter dem Kirchenbild.


    Auf der ersten Karte erkennen wir im Vordergrund die Straßenbegrenzung der Gartenstraße zum Dorfbach. Ganz rechts ist gerade noch das Brückengeländer der Knillmannbrücke und das Verbotsschild "Radfahren verboten / Der Amtsvorsteher" zu erkennen. Die beiden Damen und die Kinder stehen auf der Waldenburger Straße an der Stengelbrücke. Rechts hinter dem Zedlitzheider Bach die 600-jährige Linde und der Fleischerladen Knillmann. Links davon das Lachmann-Haus, es beherbergte ein Lebensmittelgeschäft und eine Sattlerei. In der Mitte der Kirchturm der katholischen Kirche und links die Adler-Apotheke.


    Die zweite Karte zeigt die katholische St. Barbara Kirche.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    heute möchte ich zu den Stempeln zurückkehren und mit dem Kleinschriftstempel von Wüstewaltersdorf fortfahren. Zu den Kleinschriftstempeln gibt es einen eigenen thread unter Deutsches Reich 1872 - 1945.


    Der Kleinschriftstempel gehört zu den Kreisbrückenstempeln (KBS) und löste den Kreisobersegmentstempel ab bzw. ergänzte ihn. Der Stempeltext lautet "Wüstewaltersdorf / * (Bz. Breslau)*"


    Ich kann den Stempel vom 1.5.15 bis zum 15.7.25 (Kartentext da Teilabschlag weil irgendein Vollidiot die Marke abgelöst hat) nachweisen.


    Webpirate hatte im Kleinschriftstempel-thread auf eine Postkarte auf ebay mit Stempeldatum 29.6.26 verlinkt.


    Ich zeige den Stempel auf drei Postkarten:
    1.5.1915 (FD) auf Karte nach Breslau mit Hüttenstempel (privat) der Zimmermann-Baude.
    10.8.1921 auf Karte nach Bad Landeck
    15.7.1925 auf Karte nach Dittersbach bei Waldenburg (besagter Teilabschlag)


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    zur Abwechslung mal wieder zwei Ansichtskarten. Mit beiden habe ich so meine Probleme, immerhin konnte ich nach längerer Recherche jetzt doch das Café Gellrich lokalisieren.


    Die erste Karte zeigt einen Teich. Leider ohne nähere Beschreibung. Die Karte stammt aus dem Jahr 1905. Ich vermute, dass es sich um den Hacketeich (Brauerei-Teich) handelt, der sich zwischen Neuroder Strasse und dem Grundweg befand. Die Aufnahme wäre dann von der Neuroder Strasse aus gemacht worden. Das Haus am rechten Bildrand wäre demzufolge das Haus der Familie Seiler. Der Hacketeich wurde 1930 zugeschüttet und als Veranstaltungsplatz genutzt.


    Die zweite Karte zeigt die Konditorei und Café Alfred Gellrich aus dem Jahr 1925. Laut dem Einwohnerverzeichnis aus dem Jahr 1927 lag das Anwesen in der Reichenbacherstr. 2. In meinen Unterlagen heisst es Café Wieland (man lernt eben immer noch dazu)


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    der Kreisbrückenstempel (KBS) mit Kleinschrift wurde offenbar durch einen KBS in "Großschrift" abgelöst. Ich kann diesen Stempel vom 23.4.28 bis zum 20.8.37 nachweisen und habe auch in der Bucht keine Abschläge gefunden, die jenseits dieser Daten liegen. Leider ist der Stempel aus dem Jahr 1928 etwas unklar.


    Der Stempeltext lautete "Wüstewaltersdorf / * (Bz. Breslau) a". Ob es auch einen Stempel mit Unterscheidungsbuchstaben "b" gegeben hat, entzieht sich meiner Kenntnis. Da müsste man wohl einen eingeschriebenen Brief oder eine Paketkarte aus Wüstewaltersdorf aus dieser Zeit finden.


    Die Lücke zum vorhergehenden Kleinschriftstempel beträgt knapp zwei Jahre.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    in der Bucht wird augenblicklich eine Ansichtskarte mit Ortsansicht vom Grunder Weg aus gezeigt. Der Preis ist, positiv ausgedrückt, sehr ambitioniert. Die 5 Pfg. Germania wurde mit dem Kreisstempel Wüstewaltersdorf (Bz. Breslau) abgestempelt. Leider sind Tag und Monat im Stempelbild nicht erkennbar, laut Kartentext wurde die Karte am 3.2.1909 geschrieben.


    Somit verlängert sich der mir bekannte Verwendungszeitraum des Kreisstempels um gut einen Monat vom 22.7.1899 bis zum 3.2.1909 (bislang bis 31.12.1908).


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo zusammen,


    heute zeige ich Euch einige Ansichtskarten aus der Umgebung von Wüstewaltersdorf, nämlich aus den Landgemeinden Dorfbach, Grund und Zedlitzheide. Die vierte, zum Amtsbezirk gehörende Landgemeinde Schlesisch-Falkenberg muss ich derzeit noch schuldig bleiben.


    Zunächst drei Ansichten von Dorfbach:
    1) Die Mühle in der Talenge zwischen Wüstewaltersdorf und Dorfbach, von Dorfbach aus gesehen. Auf der linken Straßenseite mussten später KZ-Häftlinge unter unmenschlichen Bedingungen einen der zum Komplex Riese gehörenden Stollen in den Berg treiben. Heute befindet sich dort eine Gedenkstätte.
    2) Dorfbach von Westen her gesehen
    3) Dorfbach aus der Gegenrichtung aufgenommen, also von Osten her. Das Haus auf dem Bergkamm gehört schon zu Grund.


    Dann eine Ansicht von Grund:
    4) Grund von Norden her aufgenommen. Man sieht die doch recht vereinzelt liegenden Gehöfte. Das eingehegte Areal in der Bildmitte ist der Grunder Friedhof. Jahrzehntelang verwahrlost wurde er vor Kurzem wieder hergerichtet. Die alten Grabstellen wurden, soweit möglich, identifiziert und wieder hergestellt.


    Schließlich eine Ansicht von Zedlitzheide:
    5) Zedlitzheide mit Blickrichtung auf Wüstewaltersdorf. Auch hier sieht man wieder die dominierenden Gebäude der Textilfabrik Websky, Hartmann und Wiesen.


    Viele Grüße
    DKKW