Meine angehende Heimatsammlung Hunsrück

  • Zitat

    Original von Robin
    Hallo Simon,
    habe vielleicht noch einen Beleg gefunden der in deine Sammlung passt. ( von Bad Kreuznach nach Rheinböllen )
    Gerne im Tausch gegen Eifel oder Moselbeleg.


    Viele Grüße, Robin


    Wow, das wäre mit Abstand der älteste Beleg in meiner Meinung, alles weitere siehe Pn :D :post: .


    Gruß
    Simon

  • Hallo,
    heute mal was anders. Normalerweise werden hier im Forum schönste Stempel und Belege gezeigt, dagegen zeige ich heute ein paar nicht bzw. nicht direkt identifizierbaren Stempel und nutze die Chance, euch den Hunsrück vorzustellen.
    Häufiger wurde ich gefragt, wo der Hunsrück überhaupt liegt, ich denke eine Karte von
    Rheinland-Pfalz sagt mehr als eine Beschreibung. Hier die Quelle:

    Wieder einmal möchte ich das Uralte Sprichwort nennen: Mosel, Nahe, Saar und Rhein schließen rings den Hunsrück ein. Der Hunsrück bildet zusammen mit der Eifel, Taunus und Westerwald das Rheinische Schiefergebirge.
    Besiedelt wurde der Hunsrück bereits in der Jungsteinzeit, noch heute werden Funde von alten Werkzeugen oder Malereien hier vermeldet. In der Römerzeit wurde Trier (damals: Augusta Treverorum) zeitweise sogar Bischofssitz, auch deshalb wurden im Hunsrück erstmals Straßen errichtet.
    Im 10. Jahrhundert bildeten sich viele kleine Gemeinden im Hunsrück, oftmals entstanden sie durch Klöster. In der Zeit des Mittealters regierten verschiedenste Gräfe und Bischöfe über Ortschaften, darüber gehe ich bei einzelnen Orten mehr ein. Vom 30 jährigem Krieg wurde der Hunsrück natürlich auch nicht verschont, ganze Städte standen in Brand.


    Der prominenteste Hunsrücker dürfte wohl Johannes Bückler, bekannter als ,,Schinderhannes“ sein. Über ihn werde ich bei Gelegenheit genauer eingehen, bestimmt werde ich mal an eine AK des Schinderhannesturm in Simmern kommen. Er war ein Räuber der mit vielen Komplizen unter anderem seinem Julchen und Johann Peter Petri schwere Straftaten beging und dafür öffentlich am Schafott hingerichtet wurde. Mehrfach brach er zuvor aus Gefängnissen aus, unter anderem dem Schinderhannesturm.


    Viel über den Hunsrück erfährt man durch die Heimatfilme von Edgar Reitz, im letzten Teil wird auch die Auswanderung nach Amerika, vor allem Brasilien thematisiert. Teile des Hunsrücks waren preußisch. Von den Weltkriegen wurde der Hunsrück selbst, die Bewohner natürlich nicht, verschont. Das KZ Hinzert stellt wohl die traurigste Geschichte des 20. Jahrhunderts im Hunsrück da, ich frage mich ob es dazu Philatelistisches Material gibt ?(. Dann würde ich hier tiefer in die Materie eintauchen.


    Hoffe die kleine Einleitung war interessant, ich habe bewusst eher oberflächlich geschrieben. Feedback ist wie immer gerne gesehen. :)
    Gruß
    Simon

  • @ Simon 124:


    Auf einer Webseite findet man einen Lagerbrief mit Stempel Hermeskeil vom Sonderlager Hinzert (nicht Hinert). Die Inschrift auf dem roten Lagerstempel ist schwer zu entziffern (Oberkommando der Wehrmacht?). Und das Wort oben könnte heissen: Geprüft, also ein Zensurstempel vom Lager.




    Nach solchen Belegen muß man oft jahrelang suchen, und sie können ganz schön viel kosten.


    Gruß kartenhai

  • Guten morgen Simon,


    die Europamarke von 1976 könnte in folgenden Orten gestempelt sein:


    5509 Reinsfeld
    5552 Morbach
    6534 Stromberg
    6540 Simmern


    Diese Orte (und vermutlich aber auch noch einige andere...) hatten in den 1970er Jahren den Zusatz "Hunsrück" im Stempelkopf. Einen Stempel mit "Hunsrück 5" konnte ich in den beiden großen Stempeldatenbanken leider nicht finden. Vielleicht kannst Du auf der Original-Marke die sichtbaren Ziffern der PLZ eindeutig identifizieren (im Scan ist das nicht möglich), ich tendiere zu 5552 Morbach, Hunsrück 5.


    Kannst Du die anderen Marken nochmal einzeln und größer zeigen?


    Grüße,
    Christoph

  • Hallo,
    vielen Dank für die Antworten!
    @Kartenhaii: Danke für das Zeigen dieses Briefes, leider scheinen diese tatsächlich sehr selten zu sein, auch weil zum Teil Postverbot herrschte.Und ob die auf dem Markt landen entscheidet eben der Besitzer.
    @hallerc4/Christoph: Auch danke an dich, eigentlich hatte ich nicht vor diese genauer zu untersuchen, da ich von den anderen bereits einige deutlich bessere Exemplare finden konnte. Mit dem Anhängsel Hunsrück gab es bereits mehreren verschiedenen Orten (mehr als angegeben) und auch anderen Zeiten. Zum Teil sind diese noch nicht in der Stempeldatenbank von Philastempel registriert, da setzte ich mich auch mal ran. Innerhalb der nächsten Tage sende ich nochmal bessere Scans dazu!
    @Jean Philippe: Auch danke an dich, das wusste ich noch nicht! Hauptsächlich wurden in dem KZ Luxemburger und Franzosen inhaftiert und umgebracht, das erklärt die Bedeutung für die luxemburgische Geschichte. Schade nur, dass sich sonstiges Material zu diesem Thema nur schwer schwer beschaffen lässt.


    Gruß
    Simon

  • Hallo Simon124,


    vielen Dank für die Vorstellung und Beschreibung Deines Sammelgebietes "Hunsrück"


    Aufgrund der Größe des Gebietes wirst Du Dich immer näher der Oberfläche bewegen müssen als wenn Du ein kleines abgegrenztes Gebiet sammelst. Da kann und wird Dir niemand einen Vorwurf machen. Außerdem darfst Du nicht den Faktor Zeit vergessen. Wenn ich beispielsweise seltenere Stempel meiner Heimatstadt Elmshorn oder schöne Karten, Belege und Stempel aus Wüstewaltersdorf in Schlesien zeige, dann siehst Du (und auch alle anderen) das Ergebnis jahrzehntelanger Sammelei. In 30 Jahren wird, wenn Du Deinem Thema treu bleibst, Deine Sammlung ganz anders aussehen und dann werden junge Sammler Deine Sammlung mit offenem Mund bestaunen.


    KZ-Post ist ganz ganz schwieriges Thema, ich habe beispielsweisenoch nie einen KZ-Beleg aus Wüstewaltersdorf oder einem anderen Lager des Objekts Riese gesehen. Bin mir nicht mal sicher ob die dort inhaftierten Häftlinge überhaupt schreiben durften (Stichwort: Vernichtung durch Arbeit).


    Ich wünsche Dir Glück, viel Mut und Geduld beim Aufbau Deiner Sammlung.
    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo DKKW,
    vielen Dank für deinen Kommentar!
    Leider ist der Faktor Zeit bzw. Geduld einer meiner Defizite, sehnsüchtig warte ich auf die Flohmärkte in der Region, bei denen Belegehändlern auch philatelistisches Material aus dem Hunsrück verkaufen. Ich muss mich wohl oder übel in Geduld üben :unsicher:.
    Ich bin aber mal gespannt wie es in der Zukunft weitergeht, ob ich mal so tolles zeigen kann wie du oder andere hier im Forum :D.

    Zitat

    Bin mir nicht mal sicher ob die dort inhaftierten Häftlinge überhaupt schreiben durften (Stichwort: Vernichtung durch Arbeit).


    Ich habe dazu auch gelesen, dass zum Großteil Postverbot für die Häftlinge galt, jedoch, das zeigte Kartenhai's Link bereits, dass sich hier vereinzelt etwas finden lassen könnte.


    Gruß
    Simon

  • Hallo,
    da in letzter Zeit eher wenig zu der Sammlung dazugekommen ist heute nur ein kleiner Abschnitt aus Halsenbach (Hunsrück).
    Die Gemeinde, welche erstmals 1241 erwähnt wurde zählt gerade einmal knapp 1200 Einwohner. Dieser Stempel ist auf philastempel bisher noch nicht bekannt, neuere Stempel aus der BRD Zeit kann ich bisher noch nicht vorweisen.
    Zeitweise war Halsenbach preußisch wie weitere Teile des Hunsrück, auf diese Belege werde ich in Zukunft auch besser achten.
    Die Römer haben hier auch noch Spuren hinterlassen, auf der Gemarkung Halsenbach befinden sich alte Grabhügel aus der Römerzeit. Es handelt sich um Gräber für Brandbestattungen.


    Der Stempel wird wohl ein eher seltener Glücksfund sein, da nicht auf der Stempeldatenbank registriert.
    Gruß
    Simon

  • Zitat

    Original von Umweltrettung
    Das sieht doch alles schon sehr gut aus simon124. Ich finde deine Sammlung jetzt schon bemerkenswert. Weiter so :)


    Hallo,
    vielen Dank! Ob sie nun tatsächlich ,,bemerkenswert" ist lässt sich natürlich streiten, bisher ist die Sammlung, oder eher Ansammlung, nur aus meinen eigenen Beständen und durch 3 nette ,,Forummitgliedern" entstanden. Durch Flohmärkte ab April wird das Ganze erst wirklich wachsen :).


    Gruß
    Simon

  • Hallo,
    leider hatte ich in jüngster Vergangenheit wenig Zeit, was sich am Freitag ändern wird, endlich Ferien :smilie:.
    Deshalb und weil der Scanner zuletzt nicht so wollte wie ich heute nur ein kleiner, nicht wirklich sauberer,nicht weiter identifizierbarer aber dazu umso besonderer Stempel. Es handelt sich dabei um einen Kleinschriftstempel, der meinen Angaben nach nicht sehr häufig war. Logisch, da es sich nur um einen winzigen Stadtteil der Ortschaft Rheinböllen handelt. Früher sorgte die Hütte für die Verarbeitung von Eisen und sonstigen Erzen und Rohstoffen. Noch heute ist trägt sie zur Wirtschaft bei.
    ich denke man kann zu 90% sagen, dass es sich um den von mir genannten Stempel handelt. Ansonsten ist mir kein Stempel aus Rheinböllerhütte bekannt, ich bin froh etwas von diesem kleinen Ort durch Zufall gefunden zu haben.


    Gruß
    Simon

  • Hallo Simon,


    in unserem Forum gibt es auch einen thread Kleinschriftstempel (entweder deutsches Reich oder Stempelanalytik) stell den Stempel dort auch ein. Ich denke unsere Stempelfreaks sehen sich eher die Beiträge dort an als in einem Heimatsammlungs-thread. Leute wie cowie, webpirate und andere haben ein schier unglaubliches Wissen was Stempel angeht.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Zitat

    Original von DKKW
    Hallo Simon,


    in unserem Forum gibt es auch einen thread Kleinschriftstempel (entweder deutsches Reich oder Stempelanalytik) stell den Stempel dort auch ein. Ich denke unsere Stempelfreaks sehen sich eher die Beiträge dort an als in einem Heimatsammlungs-thread.


    Zitat

    hier im philaforum findet sich auch im genannten Thread der gesamte Beleg dazu: Kleinschriftstempel


    Hallo,
    ihr seid ja schneller als die Polizei erlaubt :D, vielen Dank dafür! Ich habe die beiden Links von Christoph schon gekannt, suche in Foren natürlich immer Infos über meine Sachen raus, bevor ich hier etwas reinschreibe. Ob ich die nu einstellen soll- keine Ahnung ist ja schon einiges gesagt und bereits ein schöner Beleg mit viel besserem Abschlag gezeigt.


    Gruß
    Simon

  • Hallo,
    es geht direkt weiter mit einem Beleg Mülheim/Mosel, anlässlich des 97 jährigen Jubiläums dieses Stempels gibt's heute einen kleinen Text darüber.
    Ein genaues Datum der Stadtgründung liegt mir nicht vor. Hier im Hunsrück wurde aber schon früh gebaut, aus der Bronzezeit wurden Reste gefunden, aber die erste wirkliche Stadt entstand durch die Treverer(Ableitung vom lateinischen Namen für Trier: Augusta Trevorum)noch vor Christi Geburt. Später lebten hier die Römer. Über die Grafschaften und Bischöfe habe ich schon öfter geschrieben, das wiederholt sich ständig. Auch bin ich hier wieder bei Johann Peter Petri dem schwarzen Peter, er wurde hier geboren. Er war ein Komplize des Schinderhannes, deren Lebensweg werde ich mit der Philatelie mit Sicherheit dokumentieren können.
    Philatelistisch dürfte es hier nicht viel besonderes geben, habe keinen Stempel aus der Preußenzeit gefunden, aber auch solch normalen Belege wie diesen erfreuen mich sehr.
    Brief nach Traben-Trarbach (liegt im Hunsrück; bereits vorgestellt), portorichtig für Brief bis 20 Gramm.
    Gruß
    Simon

  • Hallo Simon,


    Mülheim an der Mosel hatte sogar schon in vorphilatelistischer Zeit einen Stempel. Der Feuser/Münzberg nennt einen K2-Stempel "Mülheim A/M" mit Tag und Monat ohne Jahreszahl ab dem Jahr 1840. Zur Markenzeit gab es einen anscheinend recht seltenen Nummernstempel "978" und einen R3-Stempel "Mülheim / A. D. Mosel / TTMMJJ * Uhrzeit" Leider nennt Feuser für den Ra3-Stempel keine Verwendungszeit, nur Preussen bis Deutsches Reich "Pfennig-Ausgabe".


    Viele Grüße
    DKKW

  • Zitat

    Original von DKKW
    Hallo Simon,


    Mülheim an der Mosel hatte sogar schon in vorphilatelistischer Zeit einen Stempel. Der Feuser/Münzberg nennt einen K2-Stempel "Mülheim A/M" mit Tag und Monat ohne Jahreszahl ab dem Jahr 1840. Zur Markenzeit gab es einen anscheinend recht seltenen Nummernstempel "978" und einen R3-Stempel "Mülheim / A. D. Mosel / TTMMJJ * Uhrzeit" Leider nennt Feuser für den Ra3-Stempel keine Verwendungszeit, nur Preussen bis Deutsches Reich "Pfennig-Ausgabe".


    Viele Grüße
    DKKW


    Hallo DKKW,
    danke für die nützlichen Informationen :goodpost:! Ich sollte vielleicht auch in Erwägung ziehen, mir Fachliteratur zu besorgen.
    Gruß
    Simon