Kartengruß aus Panama

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    Werner Janik aus Sudeck sammelt Briefmarken – Motive aus aller Herren Länder



    Sudeck. Die holländischen brauchen am längsten. Die deutschen gehen am schnellsten. Werner Janik kennt sich aus mit Briefmarken - schließlich sammelt er sie schon, seitdem er ein kleiner Junge war. Und so weiß der 68-jährige Sudecker, dass sich die deutschen Briefmarken im Wasserbad am schnellsten ablösen.


    Er habe dieses Hobby von seinem Vater gezeigt bekommen. Bereits 1945 sei er in der Jugendgruppe des Mülheimer Briefmarkensammler-Vereins gewesen. Seine Tante habe in unterschiedlichen Firmen gearbeitet, erinnert er sich. "Ich bin als Junge oft mitgegangen und habe mir Umschläge mit Briefmarken aus den Papierkörben gesucht."


    Über viele Jahre sei er gereist und überall habe er Kontakte geknüpft. "Die Brieffreundschaften dauern teilweise bis heute an. Alle wissen, dass ich Briefmarken sammle und denken mit sorgfältig ausgesuchten Exemplaren an mich", freut er sich. Und auch die Familie macht mit. "Wir sind alle noch Briefschreiber", sagt Ehefrau Alice. Seit 1999 lebt Janik mit seiner Familie in Sudeck.


    Marken vom Vater geerbt


    Die 14-jährige Anna besitzt zwar einen Computer, aber: "Ich schreibe auch per Hand und bitte meine Freundinnen, die Briefmarken für meinen Vater zurückzuschicken." Sie bewundert zwar die "wirklich hübschen Bilder", aber selbst sammeln möchte sie nicht. Das sei ihr zu viel Arbeit.


    Werner Janik sammelt hauptsächlich Motive aus allen Ländern. Mit ein wenig Stolz zeigt er die Steckalben mit den religiösen Abbildungen, die er vom Vater geerbt hat. Die Marken werden sorgsam ausgeschnitten und im Wasserbad eingeweicht, damit sich das Gummi löst. "Bei den holländischen dauert es lange", sagt er. "Die deutschen Marken lassen sich schnell lösen." Dann wird getrocknet, gepresst und schließlich sortiert. Er orientiert sich vor allem am Michel-Katalog. Darin sind alle Briefmarken verzeichnet. Allein 1920 Seiten gibt es für Europa bis 1982. Das Sammeln von Briefmarken zeige viel über die Geschichte eines Landes, sagt Janik. Die ersten Marken gab es in England um 1840. Seine ersten Marken stammen vom ersten Bundestag 1949.


    Karte von 1909


    Spannend ist ein Zeitungsausschnitt von der Eröffnung des Panamakanals 1914. Dazu besitzt er eine alte Postkarte, die 1909 von Wiener Reisenden während der Bauarbeiten geschrieben wurde und die passende Marke und den Ankunftsstempel von Wien hat.


    Hier in Sudeck habe er noch keine Zeit gehabt, sich einen Verein zu suchen, sagt Janik. Mittlerweile sei er dabei, all seine Schätze zu sortieren. Demnächst möchte er seine doppelten Marken wieder mit Gleichgesinnten tauschen.




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