Sonderbriefmarke mit Dresdner Frauenkirche

  • Auf dem Postwege
    Frauenkirche. Zur Weihe ist eine Sonderbriefmarke erschienen. Der scheidende Minister Eichel präsentierte sie in Dresden.


    [Blockierte Grafik: http://www.sz-online.de/bilder…0/gr_980177_461317749.jpg]
    Zur Weihe ist eine Sonderbriefmarke erschienen.


    Als Polier hat Gottfried Eimert die Kirche in den 90er Jahren eigenhändig mit aufgebaut. Als Fremdenführer schildert er in diesen Tagen vielen Besuchern alles Wissenswerte und allerlei Anekdoten über das Bauwerk. Und als Briefmarkenfreund hat der 70-jährige Radeberger auch noch den Anstoß dafür gegeben, dass die Frauenkirche in nächster Zeit auf vielen Postsendungen klebt und ihren Platz in Sammelalben findet. Für seine Sammlung hatte sich Eimert eine Sonderbriefmarke zur Kirchenweihe gewünscht und vor zwei Jahren an das Bundesfinanzministerium geschrieben.


    Seine Bitte wurde erhört. In feierlichem Rahmen wurde gestern das – wie es offiziell-kompliziert heißt – Sonderpostwertzeichen „Weihe der Frauenkirche“ offiziell vorgestellt. Im Volksmund darf man dazu auch ganz einfach 55-Cent-Briefmarke sagen. 15 Millionen Stück sind davon gedruckt worden und schon seit einigen Tagen am Postschalter zu haben.


    Vor blauem Hintergrund mit der Ruine und dem Luther-Denkmal zeigt die Marke das wieder erbaute Gotteshaus, das in zehn Tagen geweiht wird. Die Grafikerin Andrea Voß-Acker aus Remscheid ließ sich für ihren Entwurf von einer Fotografie des Dresdner Fotografen Jörg Schöner inspirieren und gewann den Wettbewerb um das Markenmotiv. Die Gegenüberstellung von Frauenkirche und Ruine lasse die „ungeheure Aufbauleistung“ deutlich werden, sagte gestern bei der Übergabe der noch amtierende Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD).


    Die Feierlichkeiten rund um die Frauenkirche sind freilich kein schlechtes Ambiente für die letzten Amtshandlungen scheidender Politiker. Das hat sich offenbar auch Gerhard Schröder gedacht – und umdisponiert. Entgegen seinen bisherigen Planungen wird der vorgestern bereits offiziell entlassene, aber zunächst noch kommissarisch amtierende Bundeskanzler nun doch bei der Weihe am 30. Oktober dabei sein. Und zwar auch, „um das Bürgerengagement für den Wiederaufbau zu würdigen“, wie sein Regierungssprecher gestern mitteilte. Neben Bundespräsident Horst Köhler werden dann also in der Kirche in großer Koalition der bisherige Kanzler Gerhard Schröder (SPD) und seine designierte Nachfolgerin Angela Merkel (CDU) sitzen. Mal sehen, ob sie sich was zu sagen haben.



    Quelle: