• Vor kurzem habe ich mir bei Ebay einen Artikel gekauft, dieser ist bis jetzt nicht angekommen (verschickt am 05.01.07). Das Bewertungsprofil des Verkäufers ist aber in Ordnung. Da stellt sich mir die Frage nach dem Versandrisiko.


    Die Forensuche hatte ich auch kurz mit dem Stichwort Versandrisiko gefüttert, ohne Ergebnis.


    Bisher dachte ich immer, dass das Versandrisiko beim Käufer liegt wenn dieser ausdrücklich auf eine unversicherte Zustellung besteht.


    Heute habe ich allerdings folgenden Text in der Auktionsbeschreibung eines Anbieters gefunden.

    Da seit Inkrafttreten der Schuldrechtsreform das Versandrisiko ausschließlich beim Verkäufer liegt (woran auch eine ausdrücklich auf Kundenwunsch unversicherte Sendung nichts ändert), versenden wir ausschließlich als versicherte Sendung. Nachfragen nach anderen Versandarten müssen unberücksichtigt bleiben. Auktionen werden maximal für einen Zeitraum von 7 Tagen zusammengefasst. Die angegebenen Versandkosten werden nur für den 1. Artikel berechnet. Für jeden weiteren Artikel lediglich 0,50 EUR. Die Versandkosten beinhalten u.a. Verpackungsmaterial, Porto, Aufwand, Lohnkosten usw.. Bitte bieten bzw. kaufen Sie nur, wenn Sie mit den Versandkosten einverstanden sind.

    Stimmt das?

    Suche U.S.A. Katalog. Zustand und Alter sind erstmal egal. Bitte per PN melden. :D

  • Siehe hier:



    Es kommt also darauf an,ob man als Privatmann oder Unternehmer(Händler) verkauft!



    Es ist zu befürchten,dass die ersteigerten Lose von Händlern in Zukunft nur noch per Einschreiben versendet werden,was dazu führt,das die Lose der unteren Preisklasse für beide Seiten(Händler/Sammler) unattraktiv werden,da der Wert in keinem Verhältniss zu den anfallenden Kosten(Porto,Paypal-Gebühren!,Ebay-Gebühren) steht!

  • Klasse, vielen Dank für die rasche Antwort. Da habe ich ja nochmal Glück gehabt, werde zukunftig auf versicherten Versand bei Privatleuten bestehen.

    Suche U.S.A. Katalog. Zustand und Alter sind erstmal egal. Bitte per PN melden. :D

  • Hallo.


    Das ist eine sehr interessante Frage:
    Es ist nicht ganz so einfach, siehe folgendes Urteil:


    Landgericht Berlin (Az.: 18 O 117/03) :
    "Das Versandrisiko geht im Falle eines Versendungskaufes nach § 447 BGB erst dann auf den Käufer über, wenn die verkaufte Sache einem Transportunternehmen, etwa der Post, übergeben wurde. Genau diese Übergabe der Uhr konnte der Verkäufer im vorliegenden Prozess jedoch nicht nachweisen."
    Ein guter Link hierzu:
    [detailid]=35&gl[such]=versandrisiko


    gruß
    Andreas


    @Concorde: Ist es wirklich ein Unterschied Händler oder Privat ?
    In jedem Fall ist es doch ein Versendungskauf ?(

  • Auch sehr interessant, danke für den prima Link!


    Hab jetzt festgestellt, dass der Vrkäufer sein Ebay Konto als "privat" führt, allerdings verkauft er monatlich ca. 100 mal, wenn nicht sogar mehr, ein und den selben Artikel aus dem Bereich Kleinelektronik (Fernbedienungen).


    Bin der Meinung, das dies eine gewerbliche Tätigkeit ist, wie seht ihr das?

    Suche U.S.A. Katalog. Zustand und Alter sind erstmal egal. Bitte per PN melden. :D

    Einmal editiert, zuletzt von InfectiveDesign ()



  • nach diesem Passus ja:



    Versand:


    Wird der ersteigerte Artikel von dem Verkäufer versandt, so geht die Gefahr des Untergangs oder der Beschädigung mit Übergabe der Ware an den Transporteur an den Käufer über. Der Verkäufer haftet somit nicht für ein Abhandenkommen oder eine Beschädigung der Ware während des Transportes. Jedoch ist er verpflichtet, die Ware so zu verpacken, dass unter normalen Bedingungen eine Beschädigung ausgeschlossen ist. Für die Übergabe der Ware an den Transporteur trägt der Verkäufer die Beweispflicht - ein Nachweis über den Kauf von Briefmarken ist dabei nicht ausreichend.


    Ist der Verkäufer jedoch Unternehmer, so geht die Gefahr des Untergangs erst auf den Käufer über, wenn dieser im Besitz der Sache ist, § 474 II BGB. Denn nach der Schuldrechtsreform ist das Versandrisiko des zufälligen Untergangs oder der Verschlechterung, dem Verkäufer aufgebürdet. Der Verkäufer muss somit für Ersatz sorgen.



    Aber auch als privater Verkäufer muß ich die Aufgabe nachweisen können,und dies ist nur per Einschreib-Zettel möglich....


    Wie verhält es sich nun,wenn der Verkäufer bei seiner Beschreibung des Loses ausdrücklich darauf hinweist,dass das Risiko des Verlustes bei unversichertem Postversand der Käufer zu tragen hat-rechtlich zulässig oder ohne Bedeutung ?( ?( ?( ?(

  • Hallo.


    Kann er durchaus.
    Solange er nur ausdrücklich aus privater Sammlung ect. verkauft.
    kauft er aber ein und verkauft wieder, ist es Handel und somit gewerblich. In diesem Fall gehe ich davon aus, das er keine Kleinelektronik-Sammlung hat und somit mit dem Finanzamt Probleme bekommen wird.
    Ansonsten kann man z.B. seine Briefmarkensammlung (Ob einzeln oder als Sammlung) als privat verkaufen. Ob durch Zeitung, Internet ect.
    Wie gesagt: Nur nicht kaufen und Verkaufen, das ist mit Gewinnerzielungsabsicht.


    Gruß
    Andreas

  • Für Briefmarken heißt das ganz klar, für Verpackung & Versand müssen jetzt ca. 4 Euro verlangt werden, da ja der Einschreiber das schon fast kostet. Da bleibt kaum mehr was für die Steckkarte, Kuvert u.a. ...


    Diese Versandform killt auf alle Fälle alle kleinen Lose zwischen 1,00 und 25,00 Euro Verkaufspreis. Um das zu Umgehen wird man wohl das Risiko eingehen müssen, und unversichert für 1 Euro anbieten.

  • Hallo!


    Auch nach meinen Informationen sieht die Rechtslage so aus:


    Privater Verkäufer: Gefahrenübergang der Ware zum Kunden dann, wenn der Verkäufer die Ware einem geeigneten Transportunternehmen übergibt. Hier bei muß die Ware allerdings auch in einer geeigneten Verpackung sein. Für Verlust und Transportschäden haftet der Verkäufer nicht. Im Zweilfelsfall muß der Verkäufer die Aufgabe der Sendung nachweisen können.


    Gewerblicher Verkäufer: Gefahrenübergang zum Kunden, wenn ihm die Ware zugestellt wurde. Haftung bei Verlust oder Beschädigung übernimmt zunächst der Verkäufer. Der kann dann Forderungen gegenüber dem Transportunternehmen stellen.


    Gewerblich oder nicht gewerblich ist in manchen Fällen nicht so leicht zu beurteilen. Wer aber in einem Jahr 2500 Bewertungspunkte nur als Verkäufer gemacht hat und sich XYZ-Shop nennt darf wohl zweifelsfrei als gewerblich bezeichnet werden. Wer an- und verkauft um Gewinn zu erzielen ist ebenso automatisch ein gewerblicher Verkäufer.


    Allerdings bin ich als Sammler sowohl Käufer als auch Verkäufer. Da kann es durchaus vorkommen, daß ich ein bei Ebay gekauftes Stück wieder bei Ebay verkaufe, weil ich inzwischen ein besseres Stück bekommen habe. Ich hoffe, daß da nicht mal ein abmahnungsgeiler Anwalt drauf anspringt.


    Zum Bewertungsprofil: Es ist inzwischen nicht mehr möglich, mit einem privaten Profil bei Ebay zu verkaufen. Das ist ein guter Schritt wobei ich auch vorher nie bei einem solchen Verkäufer eingekauft hätte.


    Was der versicherten Versand angeht: Im Bereich Päckchen sollte man sich mal bei der Konkurrenz der Post umsehen. Hermes z.B. hat zwar wesentlich längere Laufzeiten, dafür kostet der versicherte Versand soviel wie ein DHL Päckchen.


    Bei Artikeln mit geringem Verkaufswert lohnt sich vericherter Versand eher nicht. Allerdings muß man als gewerblicher Anbieter ja auch nicht versichert versenden.


    Als Käufer sehe ich das so: Versicherter Versand kostet mich mehr Geld als unversicherter Versand. Bei wertvolleren Stücken investiere ich dieses Geld. Allerdings ist die Gefahr des Verlustes oder der Beschädigung der Sendung relativ gering. Bei billigeren Stücken verzichte ich daher auf versicherten Versand. Bei 1€-Artikeln lohnt sich ein Rechtsstreit nicht, so daß man einen eventuellen Verlust hinnehmen muß. Das durch unversicherten Versand gesparte Geld ist bei meinen fast 500 Auktionen ist aber deutlich mehr als die geringen Verluste.


    Ähnliche Überlegungen kann ich als Verkäufer anstellen. Höhere Versandkosten bedeuten geringere Gebote (auch ich als Käufer setze mir ein Limit für den Gesamtbetrag inklusive Versandkosten). Der Verlust bei den Geboten kann dabei sehr schnell höher sein als der Verlust durch die wenigen Sendungen, die man ersetzen muß.


    Sicherlich hat man immer ein paar schwarze Schafe, die so etwas ausnutzen. Aber ohne ein gewisses Vertrauen macht ebay nicht viel Sinn und auch keinen Spaß. Ich verlasse mich da ein Stück weit auf die Bewertungsprofile und konnte bisher bis auch eine Ausnahme auch Käufe und Verkäufe mit Verlust und Mängeln vernünftig und 100% positiven Bewertungen abwickeln.


    Eines möchte ich noch betonen: Die schlechtesten Erfahrungen (angeblicher Verlust der Sendungen manchmal über 50%) habe ich beim Tauschen mit anderen Briefmarkensammlern weltweit gehabt. Merkwürdig, das aus den "verlustreichsten" Ländern die Geschäftspost mit fast 100% Zuverlässigkeit ankommt..


    Grüße,
    db

  • Soeben habe ich bei demBankinstitut angerufen, und die haben mir mitgeteilt, dass es sich bei dem Konto um ein privates Konto handelt.


    Meiner Meinung nach ist es aber trotzdem nicht privat, da die Person massenweise diese Ware verkauft.


    Hat jemand einen Vorschlag, was ich machen kann? Hatte den Verkäufer eben mal kontaktiert, mit dem Hinweis, das die Ware noch nicht angekommen ist, und der Frage ob sie nicht vielleicht zurückgekommen ist.


    Was kann ich im schlimmsten Fall machen? Sprich er meldet sich nicht, die Ware ist wieder zurückgekommen, etc.!
    Wie kann ich ihm gewerbliches Handeln nachweisen?


    Will nicht direkt mit einer Meldung beim Finanzamt drohen.


    Ist wirklich etwas kompliziert das Ganze, deshalb nochmal danke für Eure Unterstützung.

    Suche U.S.A. Katalog. Zustand und Alter sind erstmal egal. Bitte per PN melden. :D

  • Fragen ob die Ware zurückgekommen ist würde ich auf jeden Fall. Ich warte dann auch auf Rückmeldung des Käufers, wenn was zurückkommt.


    Ich hab hier auch noch eine Sendung liegen, die hat ein ebay Käufer zwar bezahlt, dann aber die Annahme verweigert(?) Von dem habe ich bis jetzt auch nichts gehört.


    Das heftigeste war mal ein Posten Battletech-Miniaturen für über 100,- DM. Die hatte der Käufer nicht abgefordert und das Päckchen wurde daraufhin natürlich zurückgeschickt. Der gute Mann hat sich dann noch einmal gemeldet, ich habe ihn gebeten für den erneuten Versand zu überweisen... und das wars. Nie wieder was von dem Typen gehört.


    Meldung beim Finanzamt ist aber, meines wissens, deine einzige Handhabe. Würde ich aber nur machen wenn der Verkäufer unkooperativ ist. Weil davon bekommst Du dein Geld auch nicht zurück.


    Kann aber auch sein, das der Verkäufer Gewerbe angemeldet hat, die Auktionen aber als Privat kennzeichnet um der Haftungspflicht zu entgehen.
    Dann ist er natürlich trotzdem Haftbar.

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.

    Voltaire

  • Hallo


    wenn der Verkäufer als privater Verkäufer bei Ebay gemeldet ist, reicht für ihn ja zunächst einmal die Übergabe der Ware an einen Transporteur. Das müßte er im Zweifelsfall nachweisen können.


    Ich würde zunächst versuchen, mit dem Verkäufer Kontakt aufzunehmen. Hat er die Zahlung erhalten? Wann wurde die Ware abgeschickt? Womit hat er versendet (Hermes z.B. dauert locker eine Woche)? Vergleicht auch nochmal die Adressen, vielleicht ist da etwas quer gegangen.


    Wenn ihr so zu keiner Lösung kommt oder sich der Verkäufer nicht meldet, solltest du über Ebay eine Unstimmigkeit wegen eines nicht erhaltenen Artikels melden, Link dazu ist in der Menueleiste. Dann wird der Verkäufer von Ebay aufgefordert, sich zu dem Thema zu äußern. Das ist auch keine Garantie für eine Lösung, aber so kannst du eventuell eine negative Bewertung des Verkäufers von ebay entfernen lassen, wenn der Verkäufer nicht reagiert.


    Wenn ihr zu keiner Lösung kommt, würde ich den Verkäufer eine Frist setzen, innerhalb der er den Artikel zu liefern oder die Übergabe an einen Transporteur zu dokumentieren hat. Danach bleiben dir nur noch Rechtsmittel.


    Grundsätzlich riecht der Verkäufer stark nach gewerblich. Bei so vielen Auktionen könntest du sicherlich mit dem Finanzamt drohen.


    Sowohl an die Rechtsmittel als auch das Finanzamt würde ich aber nur denken, wenn ich der Verkäufer taub und stumm stellt. Es kann ja durchaus sein, daß der die Ware ordnungsgemäß versendet hat, aber bei unversichertem Versand keine Dokumenation darüber vorweisen kann. Wenn die dann auf dem Versandweg verloren geht, ist das nicht in seiner Verantwortung.


    Grüße,
    db

  • soeben hat sich der Verkäufer mit einem Lösungsvorschlag gemeldet, ohne dass ich ihm etwas von meinen Vermutungen bez. des "gewerblichen" Verkaufs geschrieben hatte.


    Er will den Artikel nocheinmal kostenlos an mich versenden, die Versandkosten teilen wir uns. Finde ich richtig klasse.

    Suche U.S.A. Katalog. Zustand und Alter sind erstmal egal. Bitte per PN melden. :D

  • Hallo Leute,


    bei mir ist es gearde verkehrt rum.


    Ich bin der Verkäufer und der Käufer behauptet, der Großbrief sei nicht angekommen. Bisher haben wir noch gewartet, aber jetzt sind es über zwei Wochen, wo ich den Brief losgeschickt habe.


    Morgen ruf ich mal bei dieser Sammelstelle an, fürchte aber, dass ich mir den Anruf sparen kann.
    Das Geld kamm relativ schnell - der Käufer ist Mirglied seit Ende 2006.


    Da ich das Teil als Großbrief verschickt habe - kann ich natürlich den Versand nicht beweisen.


    Was würdet Ihr in diesem Fall machen?


    Grüße aus München



    oli

  • Hi Oli,


    entweder Ersatz anbieten oder eine gütliche Regelung anstreben. Geteiltes Leid ist halbes Leid...


    Gruss!


    mockmock

  • In England kann man die unversichterten Sachen bei der Aufgabe bescheinigen lassen. Existiert diese Möglichkeit in Deutschland nicht?


    Bei uns ist dies kostenlos, abgesehen von der Inanspruchnahme ein bissel Zeit.


    mfG


    Nigel

  • Oli,
    auf jeden Fall einen Nachforschungsantrag stellen. War bei mir zwar erfolglos, aber ist es ja nicht immer...

  • Zitat

    Original von reichswolf
    Oli,
    auf jeden Fall einen Nachforschungsantrag stellen. War bei mir zwar erfolglos, aber ist es ja nicht immer...


    kannst du nur bei bescheinigten Sendungen machen-wie willst du denn eine nicht registrierte Sendung verfolgen,Farbe blau,mit Blumenmuster??? ;) ;) :D


    oli Du kannst nur auf die Nachsichtigkeit des Käufers hoffen,oder darauf hinweisen,dass er das Risiko des Verlustes bei nicht versichertem Versand trägt(gibt garantiert ein Negativ Feedback in Ebay!!!)-sonst hst du keine Chance,wenn er auf Rückzahlung besteht! :O_O:

  • Concorde,
    das ist nicht richtig. Da die Leitwege bekannt sind, wird auch in den entsprechenden PÄ etc. gesucht. Die Post nimmt auf jeden Fall auch bei normalen Briefen einen Nachforschungsauftrag an, ich weiß, wovon ich rede, hab's wie gesagt grade hinter mir...

  • Zitat

    Original von reichswolf
    Oli,
    auf jeden Fall einen Nachforschungsantrag stellen. War bei mir zwar erfolglos, aber ist es ja nicht immer...


    Wieso? Hast du in den letzten Jahren mal von jemanden gehört, das es was gebracht hat? Ich leider nicht....

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.

    Voltaire