Sonderstempel auf "Gedenkblättchen"

  • Hallo,


    ich habe einige "Gedenkblättchen", leider weiß ich den richtigen Namen nicht, von Marken mit Sonderstempeln. Das Stempeldatum liegt immer nur wenige Tage nach dem Ausgabetag und steht mit dem Anlass der Ausgabe der Marke in Verbindung. Als Beispiel habe ich mal ein paar Fotos angehängt. Mich würde interessieren, wie diese "Blättchen" genannt werden, sie scheinen standardisiert zu sein. Dann würde mich die Bewertung des Ganzen interessieren, normaler Wert der Marke gestempelt oder gibt es Aufschlag für den Sonderstempel? Und wie ist das mit der FDC-Bewertung im Dt.Reich? FDC in dem Sinne gab es doch gar nicht wie z.B. bei Bund-Marken. Sind das dann echt gelaufene Briefe, selbst erstellt mit Tagesstempel mit Datum Erstausgabe?


    Danke,
    Burkhardt

  • Hallo Burkhardt,


    einen speziellen Namen haben die Dinger m.W. nicht. Man nennt sie umgangssprachlich Stempelbelege oder Stempelkärtchen, meist handelt es sich um Karteikarten o.Ä. aus dem Bürobedarf. Manchmal wurden (später) auch Blanko-Postkarten (z.B. der Firma Zweckform) verwendet. Auf jeden Fall handelt es sich um Gefälligkeitsabstempelungen.


    Der "Wert" richtet sich danach, ob es um die Marke oder um den Stempel geht. Hat die Marke einen Hohen Katalogwert, dann würde ich diesen für die Wertermittlung zu Grunde legen. Die Stempel sind aber teilweise auch gesucht. In diesem Fall (von Dir gezeigt) wohl eher von zwielichtigen Gestalten, die Nazi-Zeug toll finden... Aber es gibt ja auch schöne Motiv-Stempel und es gibt ja auch Heimatsammler, die alle Stempel aus bestimmten Orten suchen. Wenn keine besonderen Marken frankiert sind, dann findet man diese Stempel aus dem DR meist im sehr niedrigen €-Bereich. Später dann (Bund/Berlin/DDR nach etwa 1958) landen die Stempel eher im cent-Bereich, sind also meist in Grabbelkisten zu finden. Trotzdem gibt es immer wieder Liebhaber, die lange Zeit nach einem bestimmten Stempel suchen, und dann durchaus bereits sind, einen hohen Preis zu zahlen, wenn sie ihn endlich gefunden haben.


    Was die FDC-Bewertung angeht hilft ein Blick in das Vorwort des Michel-Katalogs. Ein FDC ist immer ein Beleg mit Ersttagsstempel. Ob echt gelaufen oder auf einem Schmuck-Umschlag für Sammler extra hergestellt - das ist zunächst zweitrangig. Aber hier scheiden sich die Geister: Manche finden die Schmuck-FDC schön, für andere sind sie ein Graus. Ich habe auch schon Puristen getroffen, die behauptet haben, dass es FDC als Postkarte nicht gibt. Das halte ich für Quatsch. Aber bei Deinen Kärtchen wären es aus meiner Sicht trotzdem keine FDC, selbst wenn sie mit dem Stempel vom Ersttag wären. Aber das mögen andere anders sehen.


    Viele Grüße
    Christoph

  • Hallo,


    also bei derartigen Blanco-Belegen muss man zunächst das Stempeldatum mit dem Ersttag laut Michel abgleichen. Ist das Datum identisch, so greift die FDC-Bewertung.
    Bei den gezeigten Beispielen ist kein FDC dabei.
    Lediglich die Marke zum Tag der Briefmarke hat einen Ersttagsstempel - ist aber nur ein Briefstück - also auch kein FDC.


    MVG Z

  • FDC - First day cover


    Damit dürfte sich eine Diskussion über die Stempelblätter erübrigen.


    Ansonsten ist das Gebiet Deutsches Reich FDC sehr spannend, da es solche Belege eben nicht beliebig am Markt gibt. Meistens wurden die Sonderstempel weinige Tage nach dem offiziellen Erstausgabetag abgeschlagen, wie auch an diesen Beispielen ersichtlich ist. Wenn jemand FDC sammeln möchte, braucht er einen langen Atem.


    Übrigens sind die Stempel oft sehr schön gestaltet, wie auch viele Sondermarken dieser Zeit. Nicht jede Marke ist gleich Propaganda, auch wenn sie aus der Zeit 1933 - 1945 stammt.


    Gruß
    KJ

  • Ich danke Euch für Eure Auskünfte, wieder bin ich etwas schlauer geworden.
    Dt. Reich sammele ich im Moment erst einmal nur, was ich so rein bekomme. Diese Stempelbelege waren mir halt unbekannt und das Thema FDC hatte ich gar nicht auf dem Plan.


    Gruß,
    Burkhardt